Martin Smolinski: «Der Schnellere soll vorbeifahren und gewinnen können»
2025 konnte Martin Smolinski den vierten Weltmeistertitel auf der Langbahn nicht erreichen. Der Sturz beim GP in Scheeßel bedeutete das Aus. In der neuen Saison will er in der WM wieder angreifen.
Die Langbahn-Weltmeisterschaft 2025 begann für Martin Smolinski mit dem Sieg bei Mühldorf-GP optimal. Aber schon beim Rennen in Marmande zeigte der dreifache Langbahn-Weltmeister, dass seine Bäume in der Saison nicht in den Himmel wachsen werden. Nur Platz 6, dafür vorne die jungen Wilden Zach Wajtknecht und Lukas Fienhage, sowie Chris Harris in Lauerstellung.
Auf dem Eichenring in Scheeßel dann das Debakel. Im Finale wurde Smolinski ausgangs der ersten Kurve von Wajtknecht touchiert, kam mit seinem Bike ins Schlingern und stürzte. Der Brite wurde disqualifiziert. Offensichtlich nicht mehr im Vollbesitz seiner Kräfte fuhr «Smoli» im Rerun hinterher und wurde immerhin noch Vierter.
Am abschließenden Grand Prix im niederländischen Roden konnte der Deutsche dann nicht mehr teilnehmen. Die Entzündungswerte in seinem lädierten Körper waren hoch und die Ärzte gaben keine Freigabe für das letzte WM-Rennen. Im neuen Jahr sprach SPEEDWEEK.com exklusiv mit Martin Smolinski und fragte zuerst, wie er seine aktive Bahnsportsaison 2025 im Nachhinein einschätzt.
Smolinski: «Die Saison hat für mich mit dem Sieg beim Grand Prix in Mühldorf sehr gut angefangen, doch dann kam Marmande. Auf Bahnen wie dieser habe ich seit meiner Operation mit der künstlichen Hüfte Schwierigkeiten vollen Einsatz zu zeigen. Daher haben wir jetzt im Winter an den Motorrädern speziell für diese Bahnen alles ein wenig umgebaut und planen künftig mit einem speziellen Fahrwerk für extreme Grasbahnen.»
Angesprochen auf den Sturz beim GP auf dem Eichenring in Scheeßel gibt sich der Olchinger froh, dass trotz des harten Einschlags nicht mehr passiert sei. «Aber ich hatte danach lange Probleme mit meinem hohem Entzündungswert im Körper. Der Sturz selbst war bescheiden, links abbiegen auf der Geraden ist nicht sehr schön. In der alten Zeit war es gang und gäbe, defensiv gegen den Hintermann zu fahren. Ich habe mich immer für faires Fahren eingesetzt, diesbezüglich gab es schon harte Auseinandersetzungen bei Fahrerbesprechungen. Meine Meinung ist, der Schnellere soll vorbeifahren und gewinnen können. Alle reden von Sicherheit mit den Airfences, aber die größte Sicherheit ist der Respekt meinem Konkurrenten gegenüber, nach dem Moto hart aber fair».
Für die Weltmeisterschaft 2026 ist der dreifache Weltmeister von der FIM wieder als Permanent-Starter nominiert worden. Smolinski ist für die drei Grands Prix umfassende WM durchaus zuversichtlich. «Ja, wir arbeiten hart, um 2026 wieder zu hundert Prozent konkurrenzfähig zu sein. Und speziell in Marmande will ich mich absolut wohl auf dem Bike fühlen, um ganz vorne mitzumischen.»
Neben dem Sport hat der mittlerweile 41 Jahre alte Oberbayer auch seine geschäftlichen Aktivitäten ausgeweitet und ist darüber hinaus im Ehrenamt als Vorsitzender des MSC Olching sehr aktiv. «Seit 2020 haben sich meine Aktivitäten ein wenig geändert. Ich habe angefangen, mir neben dem Bahnsport ein zweites Standbein aufzubauen. Wie ich einst von Egon Müller gelernt habe, habe ich angefangen, von meinen Partnern und Sponsoren nicht nur etwas zu nehmen, sondern ihnen auch etwas zurück zu geben, sie zu vermarkten und ihre Produkte vertreiben. Ein Großteil meiner vertriebenen Produkte sind von Partnern und Sponsoren, mit denen ich seit Jahren eine sehr gute Zusammenarbeit habe.»
So vertreibt er Schmierstoffe von Wectol Oil & Carcare Products und Reinigungsprodukte von Germes. Zudem hat er einen kleinen Speedwayteile-Handel mit Anlas Reifen, JTR Rädern und KLS Germany. Und dann ist Smolinski auch noch Jawa Händler und arbeitet Hand in Hand mit seinem österreichischen Kollegen JK Speedway zusammen. «Ich mache für meine Kollegen im In- und Ausland als GM-Dealer einiges an Bahnmotoren und auch viele Oldtimer Motoren», so Smoli, «somit wird es mir hier nicht langweilig.
In puncto ehrenamtliche Tätigkeit im Club hat Smolinski noch einiges vor. «Als Vorstand des MSC Olching habe ich auch einiges zu tun, hier habe ich noch ein paar Ziele für unseren geliebten Bahnsport. So müssen wir schauen, dass wir unsere Jugend zum Fahren bekommen und die Vereine mit Local Heroes am Leben halten. Deswegen organisiere ich gemeinsam mit Sascha Dörner seit zehn Jahren ein Trainingscamp in Italien. Ich versuche so, dem Sport auch hier etwas zurück zu geben.»
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