Sam Lowes (Gresini): «Ich muss ja von etwas leben»

Von Waldemar Da Rin
Moto2
Sam Lowes freut sich auf die Moto2-Saison 2019

Sam Lowes freut sich auf die Moto2-Saison 2019

Nach einer unbefriedigenden Moto2-Saison mit Swiss Innovative Investors kehrt Sam Lowes 2019 zu Gresini Racing zurück, dem Team, mit dem er 2016 zwei Siege feierte. Der Brite erklärt, wieso er 2018 nicht aufgegeben hat.

Vor Beginn der Saison 2018 strotzte Sam Lowes voller Selbstvertrauen. Nach guten Testergebnissen sprach er schon von der WM-Krone. Aus der wurde im Laufe der 18 Rennen der Moto2-Saison 2018 dann aber nichts. Mit gerade einmal 49 WM-Zählern landete Lowes abgeschlagen auf dem 16. Platz.

Als Hauptgrund, wieso die Saison so unbefriedigend verlief, nannte der Engländer die finanzielle Bredouille seines Teams Swiss Innovative Investors, das ihm sein vertraglich vereinbartes Honorar schuldig blieb. «Der Grund waren die Mechaniker, ich selbst, die Teile, die Ersatzteile, die Atmosphäre im Team. Es ist schwierig, wenn du das ganze Jahr lang arbeitest und nichts bekommst», erklärte er.

Der einzige Grund, wieso er weiter gefahren sei, seien die Verträge mit dem Helm- und Rennkombihersteller gewesen. «Ich muss ja schließlich von etwas leben und muss außerdem meinen Teil des Vertrags erfüllen. Wenn ich aufhöre, bekomme ich mit Sicherheit kein Geld», sagte der 28-Jährige. «Solange ich meinen Part erfülle, kann man nachher ums Geld streiten. Für mich war das wirklich ein schwieriges Jahr, denn ich habe vor einigen Leuten den Respekt verloren. Es ist nicht schön, wenn du alles gibst und am Ende mit leeren Händen dastehst.»

Irgendwann habe er auch den Fokus verloren, gestand Lowes. Er habe nicht mehr den Wunsch verspürt «für diese Leute» gute Ergebnisse einzufahren. Umso mehr freut er sich nun, wieder bei dem Team zu sein, mit dem er seine bisher größten Erfolge feierte. Bei Gresini Racing ersetzt er 2019 Jorge Navarro.

2016 gewann Lowes die Grands Prix von Jerez und Aragón und stand in Argentinien und Austin als Zweiter und in Misano und Brünn als Dritter auf dem Podium. «Für mich ist die Rückehr  fantastisch. Es gibt einen gegenseitigen Respekt und ich finde, sie machen einen wirklich guten Job. Sie haben in der Vergangenheit für mich gute Arbeit geleistet; sie haben mich respektiert und wir haben gut zusammengearbeitet. Ich finde, das ist wichtig», strahlte Lowes.

Mit Federal Oil hat das Team von Fausto Gresini 2019 das achte Jahr in Folge denselben Hauptsponsor, zu dem Lowes ebenfalls ein sehr gutes Verhältnis hat. «Sie haben auch zwei harte Jahre hinter sich», sagte er über sein ehemaliges und neues Team. «Als ich 2016 dort war, haben wir zwei Rennen gewonnen und hatten acht Pole-Positions. Es war eine gute Saison, für den Sponsor ist das auch wichtig.»

Ein weiterer Grund zur Freude ist für Lowes der neue Triumph-Motor, der den Honda 600-ccm-Motor 2019 ablöst. «Ich liebe den britischen Motor. Für mich ist er sehr gut. Er hat von unten heraus viel mehr Power, der Top-Speed ist aber ähnlich», schwärmte er. «Das Fahrgefühl und auch der Fahrstil sind anders. Der Honda- Motor war lange Zeit immer gleich und alle waren auf dem gleichen Level. Für mich ist er sehr wichtig, auch für die Klasse, für die Fahrer und für die Mechaniker, die unterschiedlichen Dinge über die Elektronik und das Bike lernen. Er ist auch für die Fans wichtig.»

Auf die Frage, ob er für sich aufgrund seiner MotoGP-Erfahrung mit Aprilia einen Vorteil in der neuen Saison sehe, lachte Lowes. «Wenn man sich anschaut, wie schlecht mein Jahr mit Aprilia war, wohl kaum.» Außerdem gebe es auch trotz der neuen Elektronik und des neuen Motors noch jede Menge Unterschiede zur Königsklasse. «Die Elektronik ist mit dieser hier nicht zu vergleichen. Das Getriebe ist ein Doppelkupplungsgetriebe, alles ist komplett anders. Hier starten alle bei Null, es sind alle auf dem gleichen Level.»

Und noch etwas ist vor der Saison 2019 anders als zum gleichen Zeitpunkt vor einem Jahr: Sam Lowes spricht nicht davon, den Titel zu holen. «Wir machen einfach weiter.»

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