Jesko Raffin (NTS): «Mental kaum auszuhalten»

Von Otto Zuber
Moto2
Jesko Raffin

Jesko Raffin

NTS-Pilot Jesko Raffin muss um seine sportliche Zukunft bangen, weil er aufgrund seiner Viruserkrankung auch das Rennen in Le Mans absagen muss. Dem Schweizer geht die Zeit aus.

«Schweren Herzens muss ich für mich auch Le Mans absagen», erklärt Jesko Raffin. Der Moto2-Pilot leidet immer noch einer nicht näher definierten Viruserkrankung, die ihm die Kraft raubt. Nach seinem missglückten Comeback-Versuch vor vier Wochen in Misano hat sich sein Zustand zwar verbessert. Allerdings geht es nur langsam voran. «Im Alltag fühle ich mich bereits deutlich wohler, sowie ich auch im Training ständig leichte Fortschritte mache», freut er sich.

Gleichzeitig betont der 24-Jährige: «Doch diese kleinen Schritte, die ich mache, sind einfach zu wenig. Am einfachsten lässt es sich so beschreiben: ich muss fünf Schritte machen, bis ein Sprung zu merken ist. Meine Rückkehr zur Normalität geht daher nur sehr langsam voran. Gleichzeitig muss ich aber auch aufpassen, dass ich von meinem Körper nicht zu viel auf einmal verlange. Das ist eigentlich das Hauptproblem.»

«Hinzu kommt auch, dass die Situation mental kaum mehr auszuhalten ist», gesteht der Schweizer. «Mir läuft einfach die Zeit davon. Es vergeht ein Rennen nach dem anderen und ich kann nur zuschauen. Das Saisonende eilt in Riesenschritten heran und ich konnte mich bislang noch nicht wirklich beweisen. Die wenigen Rennen, die ich dieses Jahr bestritten habe, habe ich unter meinem Wert beendet. Ich konnte kaum mein wahres Potenzial zeigen», seufzt er.

«Das ist natürlich mit Hinblick auf meine sportliche Zukunft extrem schlecht», weiss der NTS-Pilot. «An einen Vertrag für das nächste Jahr brauche ich also momentan nicht zu denken. Daher würde ich mich am liebsten ins Auto setzen und sofort nach Le Mans fahren. Aber ich weiss und bin dabei auch vorsichtig, dass es keinen Sinn macht, erneut ein zu frühes Comeback zu starten. Ich weiss, dass mein Körper noch nicht mitspielt. Ich spüre es beim Training, dass ich ihn noch nicht voll belasten kann.»

Seinen Comeback-Versuch in Misano bereut Raffin trotz des Scheiterns nicht. «Es war bestimmt keine Fehlentscheidung von mir, dort fahren zu wollen. Ich musste es einfach probieren, nachdem ich zuvor drei Rennen auf der Couch gesehen und immer im Hinterkopf gehabt habe, dass ich noch nicht wieder soweit bin. Es war daher eine mentale Entscheidung vor mir, weil ich mir sagte, ich müsste es auf dem Motorrad ausprobieren, um zu wissen, wie mein Zustand tatsächlich ist.»

Die Hoffnung hat der Rennfahrer aus Zürich aber noch nicht aufgegeben: «Ich versuche mein Training kontinuierlich zu steigern. Im Moment sind aber noch nicht mehr als zwei bis drei Einheiten pro Woche möglich. An bis zu sechs Mal pro Woche zu trainieren, brauche ich vorerst noch nicht zu denken. Auch wenn es mir schwerfällt, muss ich versuchen, meinen Körper die Erholungsphase zu geben, die er braucht.»

«Das Ganze ist nicht leicht zu ertragen und es tut mir natürlich auch für mein gesamtes Umfeld schrecklich leid, dass es immer noch keine erfreulicheren Nachrichten zu verkünden gibt. Ein grosses Sorry geht daher an all meine Sponsoren und Gönner, meinen Fans, sowie auch an alle anderen, die mir in irgendeiner Weise helfen und mir jederzeit grossen Rückhalt geben», betont Raffin, und verweist auch auf die harte Arbeit des Teams, dessen Pläne von seinem Ausfall durchkreuzt wurden. «Sorry für diese Worte, aber alles andere als die Situation als riesengrosse Scheisse zu bezeichnen, wäre komplett falsch ausgedrückt. Nichtsdestotrotz werde ich nicht aufgeben, um wieder zurückzukommen», spricht er Klartext.

Moto2-WM-Stand nach 9 von 15 Rennen:

1. Marini, 150 Punkte. 2. Bastianini 130. 3. Bezzecchi 114. 4. Lowes 103. 5. Martin 79. 6. Nagashima 72. 7. Canet 61. 8. Vierge 59. 9. Lüthi 57. 10. Roberts 56. 11. Schrötter 54.

Konstrukteurs-WM:

1. Kalex 225 Punkte. 2. Speed-up 82. 3. MV Agusta 22. 4. NTS 9.

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