Toni Elias: Wie tief kann der Ex-Champion sinken?

Von Günther Wiesinger
Moto2
Der ehemalige Moto2-Weltmeister Toni Elias läuft seit fast drei Jahren von einer Blamage in die nächste. Der Gipfel: Sturz in der Besichtigungsrunde.

Was ist nur aus dem mittlerweile 30 Jahre alten Toni Elias geworden? Am 15. Oktober 2006 triumphierte er auf der Gresini-Honda beim MotoGP-Rennen in Estoril/Portugal und liess nach einem atemberaubenden Duell sogar den grossen Valentino Rossi um 0,02 Sekunden hinter sich.

Dann gewann er 2010 den ersten aller Moto2-WM-Titel – auf triumphale Weise, mit sieben Siegen in 17 Rennen. Endstand: 1. Elias 271 Punkte. 2. Simón 201 Punkte.

Von da an ging’s bergab. 2011 brachte der kleine Spanier das LCR-Honda-Team in der MotoGP-WM mit Stürzen und jämmerlichen Rundenzeiten zur Verzweiflung. Er heimste in 18 Rennen nur 61 Punkte ein und schliss die WM als 15. von 17 Stammfahrern ab. Sein Nachfolger Stefan Bradl schaffte bei LCR in seiner Rookie-Saison 135 WM-Punkte.

Elias: Letzte Chance bei Blusens

Letztes Jahr flog Elias aus verschiedenen Moto2-Teams, und er blamierte sich als Barbera-Ersatzfahrer bei Pramac-Ducati. Und in der Moto2-WM sammelte er auf Suter und Kalex nur 48 Punkte, das reichte für Rang 17.

Bei Blusens-Avintia bekam Toni Elias – er ist immerhin 17facher GP-Sieger – noch eine Chance, nach den ersten Tests mit der Kalex in Almeria im November versprach er das Blaue vom Himmel.

Nach sieben WM-Rennen 2013 ist Ernüchterung eingekehrt. Elias fuhr in Asen von der 21. Startposition los, in der WM-Tabelle hält er sich mit tristen 19 Punkten an 19. Stelle.

Tiefer kann ein Ex-Weltmeister nicht abstürzen. Elias hat bei den letzten vier WM-Läufen wegen drei Stürzen drei Nuller geschrieben. In Barcelona schmiss er die Kalex in der ersten Kurve weg und beförderte auch noch Cortese ins aus, weil er dessen Auspuff beschädigte, in Assen fiel Elias sicherheitshalber bereits in der Besichtigungsrunde runter. Und zwar in der schnellen Linkskurve vor der letzten Schikane.

«Ich verstehe nicht, was passiert ist», rätselte der Spanier. «Ich habe das Vorderrad aus der Kontrolle verloren. Unglaublich. Es tut mir leid für das Team. Wir haben im Warm-Up einige Veränderungen vorgenommen. Ich habe mit einem guten Rennen gerechnet.»

Elias wurde bei LCR ständig vorgeworfen, er würde mit seinem altmodischen Hang-off-Fahrstil nicht genug Temperatur in die Reifen kriegen, das sei die Ursache für die vielen Stürze.

Aber bisher erweist sich der Ex-Weltmeister als unbelehrbar.

Bei Blusens-Avintia macht sich Ratlosigkeit breit. Nach einzelnen Tagesbestzeiten bei der Wintertests hatte man sich von Elias einiges erhofft. «Ich weiss nicht, was los ist», gibt Teammanager Ricard Jové zu. Er will über dieses leidige Thema gar nicht mehr reden. «Ich finde keine Antworten. Erkundigt euch beim Fahrer...»

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