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Sandro Cortese: «Werde in Mugello wieder angreifen»

Wegen eines angerissenen Kreuzbandes musste Sandro Cortese in Le Mans frühzeitig heimreisen. Nach emsiger Therapie fühlt er sich für Mugello einsatzbereit. Der Kalex-Pilot braucht dringend ein Erfolgserlebnis.

Moto2

Im Artikel erwähnt



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Sandro Cortese musste wegen eines angerissenen hinteren Kreuzbandes im rechten Knie in Le Mans nach dem Freitag-Training einpacken und diese Verletzung vom Rennsturz in Jerez noch ein paar Tage auskurieren.

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Der Moto2-Fahrer aus dem Dynavolt Intact GP-Team hat bisher in dieser Saison nur fünf Punkte eingesammelt: Platz 14 nach Frühstart in Katar, Platz 13 in Las Termas. In der WM-Tabelle ist er auf Rang 21 abgerutscht.

Cortese (26) steigt jetzt in Mugello wieder auf seine Kalex und hofft auf eine Aufholjagd bei den nächsten 13 WM-Läufen.

Sandro, wie geht’s dir zwölf Tage nach der Abreise aus Le Mans gesundheitlich?

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Viel besser. Im Vergleich zu letzter Woche geht es mir 100 Prozent besser. Natürlich ist die Kreuzbandverletzung noch nicht komplett ausgeheilt. Aber es ist fahrbar.

Hast du schon eine Sitzprobe auf der Moto2-Maschine gemacht?

Nein, noch nicht. Aber ich bin fast jeden Tag Rennrad gefahren, um die Oberschenkelmuskulatur zu stärken. Das ging vor dem Le-Mans-GP überhaupt nicht.

Das Problem in Le Mans war an sich nicht der Schmerz vom angerissenen Kreuzband, das Problem war die grosse Schwellung im Knie. Ich konnte das Knie einfach nicht abwinkeln.

Aber beim Rennradfahren ist der Winkel im Knie wesentlich kleiner als bei der Rennmaschine?

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Ja, richtig. Aber ich habe jeden Tag Physiotherapie. Wir haben die Absitzbewegung simuliert auf einem normalen Motorrad, auch die Schräglage. Das lässt sich zwar gar nicht so leicht nachstellen. Aber das Sitzen auf dem Rennmotorrad sollte kein Problem sein. Wir haben den Winkel simuliert. Das passt schon wieder.

Gehst du davon aus, dass du in Mugello beschwerdefrei und problemlos fahren kannst?

Ich denke schon. Am Anfang wird es vielleicht ein bisschen weh tun, bis man sich daran gewöhnt hat. Wenn es weh tut, ist es egal. Aber in Frankreich konnte ich mich gar nicht draufsetzen aufs Motorrad. Das war das Unfahrbare.

Du bist jetzt auf den 21. WM-Rang zurückgefallen. Wie kannst du diese Saison noch einigermassen retten?

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Meine Lage ist natürlich im Moment sehr, sehr schwierig. Das weiss ich selber.

Nach aussen sieht es nicht gut aus, denn ich habe die guten Trainingsergebnisse nicht ins Ziel gebracht. Aber ich war bisher bei allen Grand Prix im Training gut dabei, es gab kein Wochenende, an dem ich im Training schlecht war, ich war im Quali immer unter den Top-7, ausser in Austin. Das ist eine Strecke, wo ich es einfach nicht hinkriege.

Aber von Doha bis einschliesslich Jerez war ich in den Trainings konkurrenzfähig. Klar, ich habe in Jerez im Rennen den Fahrfehler gemacht und bin gestürzt.

Ich muss jetzt schauen, dass ich meine Leistung auch in den Rennen auf den Punkt bringe. Dann kann ich die Saison noch sehr gut beenden.

Es patzen ja auch andere Fahrer...

Du kriegst im Training wie oft in der Vergangenheit eine schnelle Runde hin. Aber im Rennen kannst du dieses Niveau nicht über die gesamte Distanz halten?

Das würde ich gar nicht so behaupten.

Es ist nicht so, dass ich in den Trainings nur noch eine schnelle Runde fahre. Ich habe bei den ersten Rennen einen Super-Grundspeed gehabt und meine Rundenzeiten eigentlich immer wiederholt. Ich bin oft in der Nähe meiner besten Zeit gefahren.

Es ist einfach so, dass ich es in den Rennen nicht habe umsetzen können. Das war das Problem.

Das hat sich 2016 bisher wie ein roter Faden durchgezogen. Es hat mit dem Frühstart in Doha begonnen. Ein Spitzenergebnis dort hätte alles erleichtert. Aber Wenn und Aber...

Es ist halt jetzt so. Jetzt gehen wir nach Mugello und schauen, dass ich weder fit bin. Und dann wird angegriffen.

Es ist noch nichts verloren. Wenn ich die Saison 2015 anschaue, dann haben wir bei den ersten Rennen auch nicht viel besser abgeschnitten.

Du warst 2015 in der Sommerpause WM-17. am Schluss WM-Elfter. Was lässt sich in der WM in diesem Jahr noch rausholen?

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Im Moment will ich in erster Linie schauen, dass ich wieder zurückkomme und Rennen beende – und zwar vorne.

Wenn das sich stabilisiert, reden wir über mögliche Endplatzierungen.

Ich spreche nicht davon, dass ich jetzt nach Mugello komme und mir einbilde, jetzt gewinne ich das Rennen.

Ich sehe es einfach so: Am Freitag werden wir schauen, wie fit ich nach dem Kreuzbandverletzung bin. Ich bin einsatzbereit. Dann wird wichtig sein, das Rennen zu beenden und Punkte zu sammeln.

Nachher möchte ich am Sonntag unter die ersten zehn fahren; ich war dort 2015 Achter... Bei den nächsten Rennen werde ich dann versuchen, so weit wie möglich nach vorne zu kommen.

Du stehst beim Intact-Team klar im Schatten des WM-Fünften Jonas Folger. Du musst dich jetzt einfach auf deine Aufgabe konzentrieren und nicht krampfhaft versuchen, auf seinem Level mitzuhalten?

Ich erledige generell meinen eigenen Job. Denn wir sind als Typen sehr unterschiedlich, also auch vom Fahrstil her. Er hat einen komplett anderen Fahrstil als ich, sein Set-up bringt mir deshalb wenig. Er ist auch grösser und schwerer. Deshalb unterscheidet sich unsere Arbeitsweise sehr stark.

Die Gedanken auf die Saison 2017 musst du vorläufig verdrängen? Dieses Problem lässt sich aber nur mit guten Resultaten lösen?

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Auf jeden Fall. 2017 ist noch weit weg. Natürlich gehen die Gespräche bald los. Aber ich habe jetzt bis zum Sachsenring noch vier Rennen, dann ist Sommerpause.

Nachher folgt noch die zweite Saisonhälfte. In der Moto2 ist es nicht so wie in der MotoGP, wo viele Entscheidungen in den nächsten zwei Rennen fallen.

Was ich nächstes Jahr mache, wird sich im Juli, August oder September entscheiden.

Ich muss froh sein, dass das Kreuzband hinten nicht gerissen ist, so wie es die erste Prognose war. Sonst hätte man operieren müssen, dann wäre ich neun Monate ausser Gefecht gewesen. Man hätte vom Oberschenkel eine Sehne entfernen und einfügen müssen.

Eine neunmonatige Pause bis zur Einsatzfähigkeit, das wäre katastrophal gewesen. Es war mein Glück, dass es nur angerissen war.

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