Ehrliches Geständnis: Warum Danilo Petrucci noch keine Hilfe für BMW ist
Nur Zwölfter und fast eine Sekunde Rückstand: Danilo Petrucci arbeitet in Phillip Island weiter am Verständnis für die BMW M1000RR – und sieht trotz Schwierigkeiten Fortschritte.
Der
Doch hinter dem nüchternen Resultat steckt ein komplexer Umstellungsprozess. Der Wechsel von der Ducati Panigale V4R zur BMW M1000RR verlangt Geduld – andere Linien, andere Charakteristik, ein verändertes Fahrgefühl. «Wir verbessern uns von Tag zu Tag und verringern den Rückstand zur Spitze. Sicher bin ich noch ziemlich weit von dem entfernt, wo ich sein möchte. Aber ich denke, wir machen täglich Fortschritte», erklärte Petrucci, der bisher große Mühe hatte, die
Vertrauen statt Risiko
Im Zentrum steht für den 35-Jährigen das Gefühl für das Limit – ohne unnötiges Risiko. «Im Moment will ich keinen dummen Fehler machen. Ich nutze das Motorrad noch nicht richtig. Die BMW hat großes Potenzial, aber ich verwende sie in manchen Bereichen dort, wo sie schon am Limit ist – und nicht dort, wo ich noch Spielraum hätte.»
Petrucci beschreibt das Dilemma anschaulich: «Ich versuche zum Beispiel, mehr Kurvengeschwindigkeit mitzunehmen, aber das ist nicht der richtige Weg, um schnell zu sein. In der Kurvenmitte rutscht mir das Hinterrad weg. Es ist fast unmöglich, das Bike dort zu verbessern, wo es bereits am Limit ist. Man muss es dort einsetzen, wo noch Reserven sind. Ich beginne gerade zu verstehen, wie ich das Motorrad nutzen muss.»
Besonders schwierig ist für ihn, technische Änderungen überhaupt zu spüren. «Wenn Crewchief oder Elektronikingenieur etwas verändern, arbeiten sie vielleicht an drei, fünf oder acht Prozent im oberen Bereich. Wenn du aber nur 70 Prozent des Potenzials nutzt, spürst du diesen Unterschied nicht. Ich fahre meine Zeiten, egal ob etwas besser oder schlechter ist. Das ist im Moment mein Problem. Ich bitte sie um Hilfe – und es tut mir leid, dass ich ihnen im Moment nicht besser helfen kann, das Motorrad weiterzuentwickeln, weil ich das Limit noch nicht kenne.»
Ein wesentlicher Faktor ist der Motorcharakter. «Ich bin den größten Teil meiner Karriere V4-Motoren gefahren. Jetzt habe ich einen Reihenvierzylinder – ich muss mich an die Gewichtsverlagerung und die Bewegung des Motorrads gewöhnen. Es ergeben sich andere Linien.»
Manchmal fühle er sich «gut, aber langsam», gesteht Petrucci. «Wenn man nicht nachdenkt und am Limit fährt, versucht man automatisch, schnell zu sein. Aber manchmal musst du beim Einlenken etwas langsamer sein, um am Kurvenausgang schneller zu werden. Wenn du versuchst, zu viel zu machen, findest du dich plötzlich in der Mitte der Strecke wieder.»
Schlechte Platzierungen für Petrucci keine Überraschung
Die Situation sei schwierig, aber nicht überraschend. «Wir wussten, dass es hart wird. Wenn du einen Berg hinauffährst, weißt du, dass es steil ist – aber du hoffst, dass er weniger steil ist. Ich sehe mich nicht gern auf Platz 12, ich wäre lieber in den Top-5. Aber wir hatten keine Tests, wir lernen uns erst kennen.»
Mit Blick auf die Renndistanz bleiben ebenfalls Fragezeichen. «In den vergangenen Jahren war das Rennen immer in zwei Teile aufgeteilt, das war ein großer Vorteil, weil man sich nicht um den Reifenverschleiß kümmern musste. Das könnte jetzt eine unserer Schwächen sein.»
Zwar sieht Petrucci seine Erfahrung als möglichen Vorteil, doch ein echter Longrun-Test fehlt: «Ich bin die BMW noch nie über 20 Runden gefahren. Es ist wirklich schwierig einzuschätzen, wo unser Potenzial liegt. Früher hat man den Verschleiß weniger beachtet, jetzt muss man sehr darauf achten. Vielleicht können wir überraschen – aber dafür musst du das Motorrad sehr gut kennen.»
Und was ist mit Regen in Phillip Island? «Nasse Bedingungen können die Karten neu mischen, und dann können wir vorne dabei sein. Aber im Moment denke ich nicht daran. Zuerst kommen das Qualifying und Rennen 1.»
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