Aki Ajo (KTM): «Bei uns hat jeder eine Siegchance»

Von Günther Wiesinger
In den letzen drei Jahren kämpfte das Red Bull-Ajo-Team mit Cortese, Salom und Miller um den Moto3-WM-Titel. 2015 seht es trist aus – Oliveira liegt 82 Punkte hinter Leader Danny Kent (Honda).

Im Winter vertrat Red Bull-KTM-Teambesitzer Aki Ajo die Meinung, seine drei Werksfahrer Miguel Oliveira, Brad Binder und Karel Hanika würden 2015 mit identischen Aussichten und Chancen in der Moto3-Weltmeisterschaft mitfahren.

Doch heute zeichnet sich ab: Nur Miguel Oliveira kann die Honda-Stars ernsthaft fordern. Er liegt mit 77 Punkten auf dem dritten WM-Rang hinter den Honda-Assen Kent (149) und Bastianini (98).

Binder ist WM-Siebter mit 57 Punkten, aber er war erst einmal (Platz 3 in Jerez) auf dem Podest. Hanika ist mit 18 WM-Punkten – und vier Nullern bei den letzten vier Rennen – sogar nur WM-Fünfzehnter.
SPEEDWEEK.com hat sich mit Teamchef Aki Ajo über die Situation in der Moto3-WM unterhalten.

Du hast Brad Binder und Karel Hanika für 2015 einiges zugetraut. Aber nur Oliveira kann konstant richtig vorne mithalten.

Binder und Oliveira sind beide sehr schnell. In Jerez hat man gesehen, dass Binder vorne mitfahren kann.

Ehemalige Ajo-Schützlinge wie Danny Kent beklagen, dass es im Ajo-Team jedes Jahr eine klare Nummer 1 gibt. Du bestreitest das?

Bei uns gab es nie eine eindeutige Nummer 1. Ob es Danny Kent war in der Vergangenheit oder sonst wer, jeder hatte bei uns die Chance, um Siege zu fighten. Wir bemühen uns immer, für jeden Fahrer ein Paket zu schnüren.
Wenn es im Kopf stimmt und auch das mentale Paket schlagkräftig ist, hat bei uns jeder eine Siegchance.

Aber nach dem Katar-GP 2015 herrschte in deiner Box Weltuntergangsstimmung. Oliveira war gleich in der ersten Runde gestürzt, Binder kam als Zehnter ins Ziel, Hanika als 13.

Ja, sicher, da war keiner begeistert. Oliveira ist in der ersten Kurve gestürzt, Binder fiel in den letzten Runden zurück, klar, bin ich in so einer Situation nicht happy. Das ist normal.

Oliveira stürzte beim nächsten Rennen gleich wieder. Wie konntest du ihn nachher wieder moralisch aufrichten?

So geht es im Rennsport. Du musst mental stark sein. In solchen Momenten muss das Team zusammenhalten. Wir tun alles gemeinsam. Das funktioniert manchmal besser, manchmal weniger gut.
In der ganzen Gruppe muss einer den anderen in der Box überzeugen. Das klappt nur mit fleissiger Arbeit. Jeder muss dem anderen zeigen, dass er sich auf die richtigen Dinge konzentriert.
Es müssen verantwortungsvolle Menschen im Team sein, und dazu natürlich ein starker Leader, der den Gesamtüberblick hat.

Als die Saison 2015 in Katar begann, war KTM nicht so konkurrenzfähig wie in den Jahren zuvor. Erstmals kam in der Moto3-Ära beim Saisonauftakt keine KTM unter die ersten drei.

Absolut richtig, denn unser neues Motorrad konnte im Winter durch das schlechte Wetter bei den Tests nicht richtig entwickelt werden. Aber seit Argentinien und Jerez und dem Dienstag-Test in Jerez haben wir uns stark verbessert.
Seitdem habe ich das Gefühl, dass es in die richtige Richtung geht. Wir haben das Chassis durch veränderte Settings und kleine Updates verbessert.

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