Bradley Smith: «Ich will in Spielberg in die Top-Ten»

Von Günther Wiesinger
MotoGP

Red-Bull-KTM-Werkspilot Bradley Smith (26) blickt dem Österreich-GP mit viel Freude entgegen. Er will in die Top-Ten. «Ich will in der zweiten Saisonhälfte möglichst immer bester KTM-Pilot sein», nimmt er sich vor.

Der britische Red Bull-KTM-Werkspilot Bradley Smith (26) zeigte sich am 20. Februar bei der Teamvorstellung in Munderfing/Oberösterreich recht zuversichtlich.

Er nahm sich vor, in der ersten MotoGP-Saison von KTM 2017 nicht weniger als 38 Punkte zu erobern.

Das entspricht seiner Startnummer.

Nach 9 von 18 Rennen liegt Smith etwas hinter seinem enthusiastischen Fahrplan zurück. Er hält bei acht Punkten und liegt in der WM an 21. Stelle. Pol Espargaró hat 14 Punkte eingeheimst, er ist WM-Zwanzigster.

Bradley, du brauchst 30 Punkte in neun Rennen, also im Schnitt 3,3 Punkte. Traust du dir das zu?

(Er lacht). Das war damals ein Kommentar, der mir ein bisschen unüberlegt rausgerutscht ist, wenn ich ehrlich bin. Du hast mich damals gefragt, wie viele Punkte ich sammeln kann. Da dachte ich: «Nehmen wir uns 38 vor.»

Aber am Ende des Tages muss man sagen: Diese Saison war bisher extrem wettbewerbsfähig, alle Fahrer, Teams und Hersteller liegen sehr dicht beisammen.

Die Satelliten-Ducati haben ein fantastisches Jahr, die Kunden-Yamaha erleben eine großartige Saison, die privaten Honda sind konkurrenzfähig. Das macht unser Leben wirklich schwierig.

Aber ich bin stolz auf die acht Punkte, die wir gescort haben. Es war mühsam, diese Punkte zu erringen.

Selbst wenn wir bis zum Saisonende insgesamt 20 oder 25 Punkte zusammenbringen, können wir von einer erstaunlichen Saison sprechen. Das wäre eine gute Performance in der Debütsaison für KTM.

Noch eine Frage über den Heim-GP von KTM in Spielberg am 13. August: Wie beurteilst du die Strecke des Österreich-GP? Was können die Fans hier von KTM und von dir persönlich erwarten?

Auf dieser Strecke kommt es sehr stark darauf an, wie viel Motorleistung du hast. Und wie viel Power du beim Rausbeschleunigen aus den Kurven nützen kannst. Der Griplevel scheint in Spielberg sehr gut zu sein, davon habe ich mich in dieser Woche beim «Go with your Pro»-Event wieder überzeugen können.

Du hast hier bei der MotoGP-Maschine nicht viel Wheelspin, aber du kämpfst mit Wheelie-Problemen. Es kommt darauf an, möglichst schnell aus den Kurven rauszufahren. Also musst du die Elektronik möglichst gut für diesen Bedarf abstimmen.

Und dann sind natürlich alle Bremszonen super wichtig.

Du hast drei Bergab-Bremszonen, dann noch einmal zwei Bremszonen vor der letzten Kurve. Normal hast du eine oder zwei harte Bremspunkte auf einer Strecke, in Spielberg haben wir fünf.

Und das bei insgesamt nur zehn Kurven. Du bist also bei 50 Prozent der Kurven mit harten Bremsmanövern konfrontiert und beschäftigt. Dem Bremsen kommt also auf dem Red Bull Ring eine große Bedeutung zu. Auf dieses Gebiet muss man sich hier besonders konzentrieren.

Am liebsten möchte ich in Spielberg mein bestes Saisonergebnis sicherstellen. Ein Top-Ten-Resultat wäre wunderbar.

Aber wir sollten keine übertriebenen Erwartungen wecken. 2017 ist die erste MotoGP-Saison für KTM. Das Projekt macht fantastische Fortschritte, wir haben alle Erwartungen übertroffen.

Aber wenn es gut läuft, steigen die Ansprüche immer weiter.
Das fängt bei mir an. Ich erwarte noch mehr von mir selbst.

Ich möchte in der zweiten Saisonhälfte immer der beste KTM-Fahrer sein, der die Ziellinie überquert.

In Spielberg wird mir das besonders wichtig sein.

Du freust dich also richtig auf das Heimrennen von KTM und Red Bull in Österreich?

Die Atmosphäre war schon 2016 hier außergewöhnlich. Die KTM-Fans wussten alle, das Pol und ich zu KTM kommen. Deshalb wurden wir bei jeder Auslaufrundrunde nach jedem Training bejubelt. Und am Sonntag war es noch erstaunlicher. Dabei waren wir damals noch gar nicht Teil der KTM-Familie.

Klar, es wird Druck entstehen. Alle Augen werden auf unsere RC16-Bikes gerichtet sein.

Aber ich bin zuversichtlich. Wenn die Show-time in Spielberg kommt, wird unser Team großartige Arbeit leisten.

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