Johannes Orasche: «Die schwerste Entscheidung»

Von Günther Wiesinger
MotoGP
2015 bei Eurosport: Raudies, Ringguth und Orasche

2015 bei Eurosport: Raudies, Ringguth und Orasche

Der Österreicher Johannes Orasche steigt nach dem Australien-GP bei Eurosport aus. Gegenüber SPEEDWEEK.com erläutert er offen seine Beweggründe.

«Es war die schwerste Entscheidung meiner Laufbahn», erklärte Johannes Orasche. «Auslöser war ein trauriges Ereignis. Vor einigen Monaten ist ein langjähriger ORF-Kollege plötzlich verstorben. Dieses personelle Lücke hat sich jetzt im Herbst in der Kärntner ORF-Redaktion richtig aufgetan, weil Eishockey, Fußball und bald auch noch Skisport neben dem Tagesgeschäft abgedeckt werden müssen. Die ORF-Chefs im Landesstudio Kärnten wollten von mir eine Entscheidung, was ich verstehe. Sie wollen ja planen und haben gesagt, ich könnte Teile des Gebiets unseres verstorbenen Ex-Kollegen übernehmen. Aber das war nicht mehr mit MotoGP-Übertragungen vor Ort koordinierbar. Schon am Motegi-Wochenende war es heftig, obwphl wir nicht in Japan waren, weil ich abends in Dornbirn ein Eishockeymatch kommentiert habe. Ich wollte es selbst lange nicht einsehen und die Jungs nicht belasten.»

«Ich habe dann Eurosport über die Lage informiert. Fakt war: Es ging nicht mehr beides, weil sich im Sport generell fast alles an den Wochenenden abspielt», ergänzte Orasche. «Eurosport hat sich sehr bemüht. Auch die Olympia-Berichterstattung wurde ein Thema.
Aber es ging mir um die langfristige Planbarkeit. Und da spielt vor allem die heutige Sport-Rechtepolitik eine Rolle. Was tue ich, wenn Eurosport die MotoGP-WM nicht mehr im Programm hat? Das ist momentan zwar kein Thema, aber es kann passieren, obwohl die Verhandlungen gut laufen. Aber es kann nach 2021 zu Ende sein. Ich bin dann 46. Was sage ich dann meiner Familie? Die Arbeit im ORF in Kärnten vor der Haustüre hätte bis dahin längst jemand anders übernommen. Das waren die Gedanken, die mich beschäftigt haben. Vielleicht bin ich ein zu großer Sicherheitsdenker.»

Orasche weiter: «Es war jedenfalls sehr sehr hart, diese Entscheidung zu treffen. Zum ORF, bei dem ich nach wie vor Freier Mitarbeiter sein werde, kann ich sagen: Vieles habe ich jetzt schon gemacht, wie TV-Moderationen, TV-Beiträge, Sportnachrichten oder Eishockey und Skisport live im Radio – meine zweite große Leidenschaft. Dazu kommt die Ehre, dass ich zum Beispiel den Posten als einer von zwei Kärntner Stimmen beim Radosender Ö3 für die Live-Einstiege übernehmen darf. Da wird der Pool mit Absicht klein gehalten.»

«Mir tun die Eurosport-Jungs in der Kabine leid. Eigentlich Harry Wber, weil er jetzt zum Handkuss kommt. Stefan Nebel spult eh schon jetzt alle drei Klassen ab. Ich möchte mich ausdrücklich bei Susanne Aigner-Drews, Gernot Bauer und Ingolf Cartsburg bedanken, die super Ansprechpartner sind und Verständnis gezeigt haben, wenngleich sie auch enttäuscht waren. Das tut mir selber am meisten weh. Fakt ist: Der MotoGP-Sport fesselt mich nach wie vor – das kann man nicht ausschalten. Vielleicht gibt es bald wieder Optionen – oder alles unter anderen Vorzeichen. Vielleicht merke ich auch rasch, es ist nicht gut so...»

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