Toprak Razgatlioglu bricht Rennsimulation ab: «Verstehe das Limit nicht»
Der Pramac-Yamaha-Rookie kämpft auch am zweiten MotoGP-Testtag in Buriram mit Tempo und Vertrauen in den Vorderreifen – aufgemuntert wird er von Fabio Quartararo.
Am vergangenen Wochenende fand in Kuala Lumpur das große MotoGP-Saisonstartevent statt. SPEEDWEEK.com-Autor Adam Wheeler mit einer Bewertung der visuell opulenten Eröffnungsveranstaltung.
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Auch der zweite MotoGP-Testtag in Buriram verlief für Toprak Razgatlioglu schwierig. Der Pramac-Yamaha-Neuzugang arbeitete intensiv an Abstimmung und seinem Fahrstil, musste jedoch eine Rennsimulation vorzeitig abbrechen und kämpft weiterhin damit, das Limit des Michelin-Vorderreifens zu verstehen. Zuspruch erhielt der Rookie ausgerechnet von Yamaha-Markenkollege Fabio Quartararo, der ihn nach einem Gespräch im Fahrerlager aufmunterte.
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Razgatlioglu schilderte, dass er sich am Vormittag auf unterschiedliche Setups konzentrierte, mit dem Resultat aber unzufrieden war: «Wir haben eine Rennsimulation probiert und ich bin auch mit Jack (Miller) gefahren. Aber ich mochte das Setup nicht. Wir hatten zwei Motorräder mit unterschiedlichen Abstimmungen. Nach etwa zehn Runden bin ich zurück an die Box, weil ich zu langsam war. Ich habe gesagt: Es ist besser, reinzukommen, denn es läuft nicht alles gut.» Am Nachmittag ging es mit gebrauchten Reifen weiter, um das Gefühl für das Motorrad zu verbessern – mit überraschend positiven Effekten. «Wir haben die gebrauchten Reifen benutzt, um das Bike besser zu verstehen, und trotzdem gute Rundenzeiten gefahren. Ich war selbst überrascht. Wenn ich viele Runden fahre, beginne ich mich anzupassen und auch die Reifen besser zu managen.»
Razgatlioglu kennt das Limit des Vorderreifens in Schräglage noch nicht Beim Hinterherfahren hinter Teamkollege Jack Miller wurde Razgatlioglu jedoch erneut bewusst, wie viel ihm noch fehlt. «Im ersten Sektor verliere ich viel, besonders in Kurve 1. Ich fahre dort immer etwas ruhiger hinein, weil ich dem Vorderreifen nicht komplett vertraue. Beim Bremsen ist alles okay, aber in Schräglage kenne ich das Limit nicht. Wenn ich sehe, wie Jack sofort stark einlenkt, bin ich überrascht. Ich warte zuerst fast auf seinen Sturz – und dann sehe ich, wie das Motorrad einfach weiter einlenkt.»
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Gerade der Michelin-Vorderreifen bleibt für den Türken die größte Hürde. «Ich bin noch immer am Lernen. Die anderen Fahrer kennen die Reifen und vertrauen ihnen sofort in Schräglage. Ich lerne noch. Vielleicht muss ich sogar einmal stürzen, um das Limit zu verstehen. Ich bin noch nicht gestürzt, das Motorrad ist noch in einem Stück – aber vielleicht brauche ich das, um es wirklich zu begreifen.»
Am vergangenen Wochenende fand in Kuala Lumpur das große MotoGP-Saisonstartevent statt. SPEEDWEEK.com-Autor Adam Wheeler mit einer Bewertung der visuell opulenten Eröffnungsveranstaltung.
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Auch deshalb bleibt er im Moment vorsichtig: «Beim Bremsen ist alles okay, ich bremse sogar sehr hart. Aber wenn wir einlenken, vertraue ich dem Vorderreifen nicht wie die anderen Fahrer. Sie gehen voll in Schräglage und das Motorrad dreht weiter ein. Ich lehne mich eher vorsichtig hinein, weil ich ständig erwarte, dass das Vorderrad wegrutscht.»
Zuspruch von Yamaha-Markenkollege Fabio Quartararo Im Fahrerlager erhielt Razgatlioglu aufmunternde Worte von Fabio Quartararo. «Wir haben über dieses Jahr gesprochen. Er sagte mir, ich soll nichts überstürzen. Yamaha verbessert sich und ich soll mich Schritt für Schritt anpassen. Auch für ihn sei es mit dem neuen Bike schwierig. Er meinte: 'Bleib ruhig, du musst nichts erzwingen.'» Dennoch hadert der Rookie mit seinen aktuellen Leistungen: «Ich denke immer Kurve für Kurve und versuche mein Bestes, aber die Rundenzeit kommt nicht. Dann werde ich traurig. Aber ich wusste, dass die MotoGP komplett anders ist – Reifen und Motorräder sind völlig verschieden. Ich muss mich anpassen, doch das gelingt noch nicht richtig, vor allem beim Vorderreifen.»
Trotz der sportlichen Schwierigkeiten fühlt sich Razgatlioglu im Team wohl und gut aufgenommen. «Ich arbeite sehr gern mit meinem Team. Alle sind herzlich, wir arbeiten zusammen. Auch mein Teamkollege hilft mir jeden Tag, jede Session. Er ist erfahrener als ich, ich muss viel lernen. Ich mag das MotoGP-Paddock. Wenn ich schnell bin, werde ich es wahrscheinlich richtig genießen. Im Moment genieße ich es noch nicht – aber das ist normal.» Immerhin erkennt der Yamaha-Pilot kleine Fortschritte, vor allem beim Umgang mit dem Hinterreifen. «Wenn ich nicht mehr als 15 Runden fahre, habe ich kein Problem mit Schlupf auf der Geraden. Das habe ich gelernt. Mit gebrauchten Reifen bin ich heute gute Zeiten gefahren. Nicht wie Marc (Marquez) oder Pecco (Bagnaia), aber für mich ist das ein Schritt. Mit dem Medium-Reifen bin ich meine beste Runde gefahren.» Dennoch brach er eine weitere Simulation frühzeitig ab: «Ich wollte eine lange Rennsimulation fahren, habe aber nach zehn Runden aufgehört, weil sich das Motorrad nicht so angefühlt hat wie gestern. Ich muss weiterarbeiten. Ich brauche einfach Zeit.» Ergebnisse MotoGP-Test Buriram (kombinierte Rundenzeiten):
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