Pol Espargaró: «Aleix spielte eine bedeutende Rolle»

Von Günther Wiesinger
MotoGP

MotoGP-Star Pol Espargaró blickt im Interview noch einmal auf die Anfänge seiner WM-Karriere zurück und spricht auch über die Hilfe seines Bruders Aleix im Moto2-Titelfight von 2013.

Pol Espargaró hat die KTM RC16 bei den letzten elf MotoGP-Rennen in diesem Jahr neunmal in die Punkteränge gesteuert, davon achtmal in die Top-11. Er hat als WM-Siebzehnter nicht weniger als 55 Punkte eingesammelt, nur sieben weniger als sein Bruder Aleix, der die Nummer 1 bei Aprilia war. 

Pol Espargaró hat auch erheblichen Anteil daran, dass KTM den Rivalen Aprilia in der Konstrukteurs-WM noch übertrumpfen konnte.

Pol, was ist die wichtigste Lektion, die du in deinen zehn Jahren als GP-Rennfahrer gelernt hast? Was hättest du am liebsten schon gewusst, als du 15 Jahre alt warst?

Bei dem Aspekt, der mit da in den Sinn kommt, geht es nicht um das Fahren. Es geht eher um den Charakter, um die Einstellung. Die Einstellung ist für mich alles, sie ist am wichtigsten.

Wie geht man mit gewissen Situationen um? Wie sprichst du mit den Mechanikern? Wie reagierst du auf Probleme? Wie reagierst du auf Siege oder auf Niederlagen?

Dein Benehmen und deine Einstellung spielt im GP-Sport oder überhaupt in der Welt eine immens wichtige Rolle.


Ich habe in den letzten Jahren viel darüber gelernt, wie man sich in gewissen Situationen verhalten soll.


Aber ich bin immer noch jung. Ich habe immer noch Feuer in mir. Manchmal brennt dieses Feuer zu lichterloh, ich muss es besser kontrollieren. 


Aber meine Einstellung hat sich in den vielen Jahren im GP-Fahrerlager stark verändert. Ich bin sicher, dass sich mein Verhalten noch weiter verändern wird. 


Sollten die jungen Fahrer, die GP-Neulinge, mehr gecoacht werden? Die meisten Fahrer werden ja mit 16 Jahren oder noch früher weitgehend sich selbst überlassen. Das passiert in keiner anderen Sportart. 


Ja, ich denke, wenn du ganz jung in diese GP-Welt eintauchst, existieren gewisse Probleme. Ich hatte Glück. Denn ich hatte in den ersten Jahren den Ex-Rennfahrer Dani Amatriain an meiner Seite, er war mein Berater. Er war in der schwierigsten Phase an meiner Seite, dann ist er verschwunden.

Danach hatte ich andere gute Leute an meiner Seite.

Aber wenn du ganz jung bist, dann stürmen die Reporter auf dich los, du hast TV-Interviews, du wirst in der Box von TV-Kameras beobachtet, du beginnst Geld zu verdienen, viele Menschen reden auf dich ein, die Schulterklopfer sagen dir, wie hübsch, schnell gut du bist.

Da ist es einfach, einfach abzuheben, du meinst, du könntest zum Mond fliegen. Du verlierst die Bodenhaftung.

Das ist vielen jungen Fahrern passiert. Sie kommen in den GP-Sport, die erreichen im ersten Jahr erstaunliche Resultate, vielleicht schon vorher als Wildcard-Fahrer. Nachher lassen sie arg nach. 


Das liegt daran, dass diese Fahrer mit dem Druck nicht richtig fertig werden.

Deshalb ist das Umfeld so wichtig. Du brauchst immer Leute um dich, die deine Euphorie bremsen.

Hast du auch von deinem Bruder Aleix etwas gelernt? War es ein Vorteil einen Bruder im Startfeld zu haben?


Ja, ganz sicher. Aleix hat mir eine Menge beigebracht.


Nicht nur was das Motorradfahren betrifft.

Ich habe gegenüber der Presse immer gesagt: Ich habe den Moto2-WM-Titel 2013 gegen Scott Redding nicht zuletzt gewonnen, weil ich gute Leute um mich herum hatte, und Aleix spielte da eine bedeutende Rolle. Er hat mir bei jedem einzelnen Rennen geholfen und mich immer aufgerichtet, wenn ich niedergeschlagen war. 


Aleix hat immer gesagt: Du musst weiterkämpfen, auch als ich rund 50 Punkte hinter Scott lag. Er sagte: Du kannst schnell fahren. 

Aleix an meiner Seite zu haben, das war in dieser Saison 2013 unbezahlbar.  

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