Schweiz: Tom Lüthi sagt 'NEIN' zum Glücksspielgesetz

Von Günther Wiesinger
MotoGP
Tom Lüthi wirbt seit 2006 für Interwetten

Tom Lüthi wirbt seit 2006 für Interwetten

Bei einer Abstimmung zum neuen Geldspielgesetz stehen sich heute in der Schweiz prominente Sportler in feindlichen Lagern gegenüber. Tom Lüthi bangt um Sponsor Interwetten.

Heute findet in der Schweiz ein Abstimmungskampf um das neue Geldspielgesetz statt, seit zwei Wochen agiert der zweifache Moto2-Vizeweltmeister Tom Lüthi als prominenter Unterstützer des Nein-Lagers.

«Das Geldspielgesetz schottet die Schweiz ab und schließt Unternehmen vom Wettbewerb aus», erklärte Tom Lüthi in einem Testimonial. «Abschottung hat im Sport keinen Platz. Der Sport soll auch für Sponsoren aus dem Ausland attraktiv bleiben.»

Der Honda RC213V-Pilot aus dem belgischen Estrella Galicia 0,0 Marc VDS Racing Team handelt nicht ganz uneigennützig.

«Denn Interwetten als Online-Wettanbieter zählt seit 2006 zu unseren treuesten Sponsoren», betont Lüthi-Manager Daniel M. Epp, der sogar den Schweizer Nationalratspräsidenten Dominique de Buman (62) als VIP-Gast zum Mugello-GP mitnahm.

Epp weiter: «Interwetten hat auch andere Schweizer Motorradrennfahrer unterstützt – wie Jesko Raffin, Jason Dupasquier und Domi Aegerter.»

Zu den Befürwortern der Abstimmung gehören Kunstturnerin Giulia Steingruber und Skirennfahrer Ramon Zenhäusern. Sie stehen als Ja-Befürworter also nicht auf der Seite von Tom Lüthi.

Bei einer Annahme des Geldspielgesetzes würde der ursprünglich aus Wien stammende Wettanbieter Interwetten (jetzt Sitz in Malta) für den Schweizer Onlinemarkt gesperrt.

Daniel Epp glaubt nicht, dass Interwetten deswegen bei Lüthi ganz als Sponsor aussteigen würde. «Interwetten würde eventuell trotzdem weitermachen», meint Epp. «Aber in kleinerem Rahmen, fürchte ich.»

Interwetten und andere Anbieter haben eine Unterschriftensammlung gegen das neue Geldspielgesetz finanziell unterstützt.

Die Schweizer Sportverbände haben sich für ein «Ja» eingesetzt, weil sie meinen, vom Lotteriefonds profitieren zu können.

Wird das Gesetz abgelehnt, befürchten die Verbände Geldabflüsse durch Anbieter wie Interwetten ins Ausland, dieses Geld würde der heimischen Sportförderung fehlen, argumentieren sie. Bei einem «Ja» müssten die wetteifrigen Schweizer ihr Geld bei heimischen Lotterien investieren.

Die Nein-Sager wie Tom Lüthi senden eine andere Botschaft aus: Wenn ausländische Online-Betting-Firmen weiter in der Schweiz zugelassen sind, können sie Schweizer Sportler und Clubs in einem größeren Rahmen sponsern.

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