Valentino Rossi (Platz 14): Yamaha entschuldigt sich

Von Günther Wiesinger
MotoGP

Beim Movistar-Yamaha-Werksteam herrscht dicke Luft. Kein Wunder nach den schwachen Quali-Leistungen von Viñales und Rossi in Österreich.

Bevor Valentino Rossi am Samstag um 16.40 Uhr in der Yamaha-Hospitality vor die Presse trat, ergriff der japanische Yamaha-MotoGP-Projektleiter Tsuya das Mikrofon. Er wirkte zerknirscht und niedergeschlagen. Er hat sich in den letzten acht Tagen von seinen Starpiloten einiges anhören müssen. Mit Maverick Viñales und seinem Crew-Chief Ramoin Forcada kam es schon in Brünn fast zum Eklat. Heute erklärte Tsuya voller Demut und mit weinerlicher Stimme: «Wir entschuldigen uns bei unseren Werkspiloten für die schlechte Performance unserer Maschine. Wir schuften bei Yamaha so unermüdlich wie immer, um die Probleme zu lösen. Wir werden in der kommenden Woche in Misano testen und nach dem Silverstone-GP in Aragón testen. Wir tun alles, um unser Bike konkurrenzfähig zu machen und Lösungen zu finden.»

Was war passiert? Viñales und Rossi starten von den Plätzen 11 und 14 in den Österreich-GP. Viñales verlor 1,043 sec auf die Bestzeit von Marc Márquez (Honda), Rossi 1,068 Sekunden. Der Rückstand ist größer als je zuvor. Rossi schaffte in Österreich nicht einmal den Sprung ins Q2.

Seit Startplatz 16 beim Australien-GP 2016 ist das Rossis traurigstes Quali-Ergebnis. Seither war er immer im Q2.

«Es liegt an der Elektronik. Da haben sich Honda und Ducati im letzten Jahr verbessert, wir stagnieren», schimpfte Rossi.

Rossi verpasste am Samstag als Elfter des Freitag-Trainings nach dem feuchten FP3 den direkten Einzug ins Qualifying 2. Und mit Platz 4 im Qualifying 1 blieb dem Movistar-Yamaha-Werksfahrer auch indirekte Aufstieg ins Q2 versagt. Das bedeutete – Startplatz 14 in der fünften Reihe.

«Und das sieben Tage, nachdem ich in Brünn aus der ersten Reihe losgefahren bin», wunderte sich der Italiener.

«Spielberg ist wohl das schlimmste Strecken-Layout für uns. Wir wussten vor dem Training, dass wir hier leiden würden. Aber ich habe weniger Leiden erwartet... Ich hatte auch Pech, denn im FP1 mit ich mit einem defekten Hinterradritzel stehen geblieben, das Ersatz-Bike war falsch abgestimmt. Deshalb war ich im FP1 nur Elfter, das ist uns auf den Kopf gefallen, weil es nachher keine trockene Piste mehr gab – weder im FP2 noch im FP3. Schade, auf Platz 10 haben mir nur fünf Tausendstel gefehlt…»

«Heute haben wir weitergearbeitet, auch im FP3 haben wir viel probiert. Meine Pace war nicht fantastisch. Aber im Schnitt war ich mittelmäßig. Ich musste dann am Q1 teilnehmen, leider habe ich da mit dem weichen Hinterreifen nicht viel zustande gebracht. Ich hätte wie Dovi im Q2 den Medium nehmen sollen. Der weiche Hinterreifen ist für uns sehr schwer zu managen, auch für zwei Runden. Du spürst etwas besseren Grip, aber dieser Reifen ist zu weich. Mit unserem Motorrad konnte man damit die Zeit nur schwer unterbieten. Deshalb sind wir nicht ins Q2 gekommen. Jetzt stehe ich in der fünften Reihe. Das ist hier sehr schwierig und kritisch, denn die ersten drei, vier Bremszonen sind für alle Fahrer mühsam. Und wenn du mitten im Pack steckst, musst du aufpassen.»

«Wir müssen uns für den Sonntag noch etwas einfallen lassen. Wir hoffen auf ein trockenes Rennen. Wir müssen das Maximum geben, um wertvolle Punkte zu sammeln und den zweiten WM-Rang zu halten gegen die Ducati-Fahrer.»

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