Cal Crutchlow: Er hat jetzt keinen neuen Motor mehr

Von Günther Wiesinger
MotoGP
Cal Crutchlow: Er hat keinen neuen Motor mehr im Köcher

Cal Crutchlow: Er hat keinen neuen Motor mehr im Köcher

Honda, Yamaha und Ducati dürfen in der MotoGP-WM-Saison nur sieben Motoren pro Fahrer verwenden. Cal Crutchlow hat den siebten seit Misano in Verwendung. Aber es besteht kein Grund zur Sorge für ihn.

Cal Crutchlow müsste in diesem Jahr bei einem der letzten Grand Prix aus der Boxengasse losfahren, wenn er mit dem Motoren-Kontingent von sieben Triebwerken für 19 Grand Prix nicht das Auslangen findet. Aber das wird nicht passieren.

Bisher gab es erst zwei Fälle, bei denen die Anzahl der MotoGP-Triebwerke nicht ausreichte. 2012 bei Valentino Rossi und Ducati in Aragón, und 2017 in Valencia bei Pol Espargaró auf der KTM. Beiden mussten dann einen zusötzlichen Motor versiegeln lassen – udn aus der Boxengasse starten.

Cal Crutchlow hat jedenfalls bereits den siebten und letzten RC213V-Motor in Betrieb, und zwar seit Misano. Jetzt sind aber noch fünf weitere Grand Prix zu fahren, das ergibt zwischen 500 bis 550 km pro Wochenende.

Honda wird trotzdem nicht zum ersten Mal seit der Einschränkung der Triebwerksanzahl in die peinliche Situation kommen, einen zusätzlichen 1000-ccm-V4-Motor einsetzen zu müssen.

Denn Cals LCR-Team hat zwar schon zwei von sieben Motoren (Nr. 1 und Nr. 3) aus der Allocation genommen, weil sie am Ende der Laufzeit waren. Aber es gibt noch genügend frische Motoren, die erst fünf Sessions erlebt haben, die ausgemusterten Triebwerke hatten 40 Sessions hinter sich. Warum wurde dann der siebte Motor schon verplombt? «Manchmal muss man die Dinge anders angehen als üblich», sagte Crutchlows Crew-Chief Christophe «Beefy» Bourguignon.

Bei den Repsol-Honda-Werkspiloten sieht die Situation entspannt aus: Aragón-Sieger Marc Márquez und Dani Pedrosa sind mit dem jeweils fünften Motor unterwegs, sie haben also noch zwei frische Triebwerke in Reserve.

Bei Honda geht man von einer Lebensdauer von 1600 bis 2000 km aus.

Cal Crutchlows Teamkollege Takaaki Nakagami fährt eine 2017-Honda, er hat den sechsten Motor verplombt, denn die Kundenmotoren dürfen bis zu 2200 km unterwegs sein. Sein Team hat zwei Motoren zurückgegeben. Bei den Kundenteams werden sie nämlich nach dem Ende der Laufzeit nach einer gründlichen Revision wieder neu versiegelt und eingesetzt. 
Morbidelli hat den fünften Motor im Einsatz, auch er hat schon zwei wieder aus der Zuteilung herausnehmen lassen.

Tom Lüthi ist mit dem fünften Motor unterwegs, zwei wurden zur Revision gegeben.

Neulinge haben neun Motoren, Siegerteams sieben

Zur Erinnerung: Die siegreichen Firmen Honda, Yamaha und Ducati dürfen sieben Motoren im Jahr verwenden, die «concession teams» von Suzuki, KTM und Aprilia hingegen neun. Bei ihnen ist außerdem die Motorenentwicklung nicht eingefroren.

Yamaha hat zumindest bei der Laufzeit der YZR-M1-Motoren keine Probleme zu erwarten. Rossi ist seit Misano mit dem sechsten Triebwerk auf der Piste, auch die Nummern 4 und 5 sind noch brauchbar.


Maverick Viñales hat noch alle Motoren in Verwendung, auch wenn einige bereits am Ende der Laufzeit sein dürften. Er fährt jetzt mit Motor Nummer 6. Zum ersten Mal war das am Samstag im FP3 in Aragón der Fall. Viñales ist beim San-Marino-GP am Freitag sogar noch einmal mit betagten Motor Nr. 1 von Katar herumgebraust!

Johann Zarco fährt bei Tech3-Yamaha seit Aragón mit dem sechsten Motor, auch er hat keine Sorgen. Er hat den sechsten Motor in Misano erstmals aus der Boxengasse befördert. Er hat noch alle Motoren von 2018 in Verwendung.

Hafiz Syahrin ist der sparsamste MotoGP-Fahrer im Feld. Er kommt bisher noch mit dem vierten Triebwerk über die Runden, hat also noch drei in Reserve.

Übrigens: 2019 stehen erstmals 19 statt 18 Grand Prix auf dem Kalender, zusätzliche Motoren gab es deswegen nicht.

Bei Ducati Corse fährt Andrea Dovizioso mit dem fünften Motor, der sechste ist neu verplombt, hat aber bisher die Boxengasse noch nie verlassen. Der Italiener hat die Nr. 2 aus der Allocation entfernen lassen. Das heißt: Er könnte notfalls noch ausgetauscht werden.


Jorge Lorenzo hat den sechsten Motor erstmals im FP3 von Aragón eingesetzt. Er hat noch alle Motoren in Verwendung. Und Ducati macht beim Werksteam sowieso keine Motor-Revisionen.

Im Pramac-Ducati-Team hat Danilo Petrucci Motor Nr. 6 in Betrieb – seit Misano. Er fährt die 2018-Spezifikation – wie das Werksteam. Teamkollege Jack Miller verfügt über 2017-Motoren und fährt mit dem sechsten und vorletzten Triebwerk.

Beim Reale Avintia-Team wird in der Box von Tito Rabat der sechste Motor verwendet, ein siebter ist schon versiegelt worden. Xavier Siméons Bike ist mit Motor Nummer 5 ausgestattet.

Bei Ángel Nieto-Ducati hat Álvaro Bautista seit Misano die fünfte Kraftquelle im Einsatz, Abraham ebenfalls.

Bei Aprilia Racing dürfen neun Motoren pro Fahrer und Saison verwendet werden. Aleix Espargaró und Scott Redding sind jeweils mit dem siebten Motor unterwegs; beide Piloten haben je drei Motoren aus der Allocation herausnehmen lassen, die am Ende der Laufzeit waren. Das hat einen triftigen Grund: Aprilia ist das einzige Werk, das aus Kostengründen die gebrauchten Triebwerke revidiert und dann wieder einsetzt, was sonst nur die Kundenteams machen.

Red Bull KTM hat bei Pol Espargaró, der in Brünn das Rennen nicht fuhr, in Spielberg pausierte und in England von Loris Baz vertreten wurde (auch dort gab’s kein Rennen) erst den sechsten von neun erlaubten Motoren in Betrieb. Smith hat den sieben Motor eingebaut; Revisionen werden bei KTM nicht gemacht. Aber einige der gebrauchten Motoren dürften nicht in das neue Chassis passen.

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