Marc Marquez (Honda): «Es ist noch nicht vorbei»

Von Ivo Schützbach
MotoGP
Marc Marquez ist auf dem Weg zum fünften MotoGP-Titel

Marc Marquez ist auf dem Weg zum fünften MotoGP-Titel

125 Punkte gibt es in den letzten fünf Rennen der MotoGP-WM 2018 zu erobern, Weltmeister Marc Marquez liegt mit seiner Werks-Honda bereits 72 Punkte vorne. Laut dem Spanier wird das trotzdem kein Selbstläufer.

«Realistisch gesehen sind 72 Punkte nicht aufzuholen», meinte der WM-Zweite Andrea Dovizioso (Ducati) nach dem Rennen in Aragon. «Da müsste schon etwas passieren und Marc nicht fahren. Wobei, selbst dann ist es schwer, so viele Punkte zu holen.»

Bereits beim übernächsten Rennen in Japan kann sich Marc Marquez drei Rennen vor Schluss seinen siebten WM-Titel sichern; den fünften in der MotoGP-Klasse und in den letzten sechs Jahren. Seit 2013 wurde der 25-Jährige nur 2015 geschlagen.

Marc, fünf Rennen vor Schluss hast du bereits 72 Punkte Vorsprung: Ist die WM gelaufen?

Nein, sie ist noch nicht vorbei. So lange man mich rechnerisch überholen kann, ist es nicht vorbei.

2014 dachte ich zu früh an die Meisterschaft, pushte zu viel und stürzte in zwei Rennen nacheinander. Ich muss fokussiert bleiben und weiterarbeiten. Es kann immer etwas mit dem Motorrad passieren – und Menschen machen Fehler. Das Wetter, Verletzungen, alles spielt eine Rolle.

Wir testen am Dienstag in Aragon, da müssen wir die Weichen stellen. Das nächste Rennen ist dann in Thailand – und auch die nächste Chance, zu gewinnen. Ich gehe jedes Rennen gleich an und will gewinnen. Am Sonntag im Rennen sehe ich dann, ob sich das Risiko lohnt und ob der Sieg möglich ist. Oder ob ich mich mit einem Podestplatz zufriedengeben muss.

Du hast dir mit Dovizioso in Aragon atemraubende Überholmanöver geliefert. Hattest du auch den früh gestürzten Lorenzo in diesem Kampf erwartet?

Am Samstag sagte ich, dass Dovizioso und Lorenzo den besseren Rhythmus haben. Dovizioso war aber schneller als Lorenzo, vor allem mit gebrauchten Reifen.

Die Ducati muss man anders fahren als die Honda, sie nützen einfach den Zug aus der Kurve hinaus. Am Ende sind die Rundenzeiten aber gleich. Deshalb war der Kampf auch so schön: Dovi war an einigen Stellen sehr stark, ich an anderen.

Du hattest seit dem Sachsenring Mitte Juli kein Rennen mehr gewonnen, alle Welt sprach davon, dass die Ducati das beste Motorrad ist. Wolltest du in Aragon beweisen, dass das nicht so ist?

Ich bin ein Mensch und kann mich verbessern. Das ist wie bei einem Computerprogramm, das muss man auch laufend verbessern. Man lernt aus den Erfahrungen. Letztes Jahr bin ich oft hinter Dovi hergefahren und habe viel daraus gelernt – ich habe mir einiges abgeschaut.

Jetzt werden wir gucken, dass wir uns weiter verbessern. Aber das muss gemeinsam mit dem Team geschehen. Das Team kann sich verbessern, das Motorrad und auch der Fahrer. Das ist das Gute im Sport: Wenn du dich nicht verbesserst, werden die anderen etwas finden und dich schlagen.

Wo siehst du Vorteile von Ducati gegenüber Honda?

In engen Kurven ist unser Motorrad sehr stark, in Aragon fühlte ich mich auch auf der Bremse gut.

Die Ducati muss man ganz anders fahren, Dovi muss beim Fahren viel nachdenken. Er muss sich überlegen, wo er pusht und wann er seinen Fahrstil ändert. In Aragon hat er Rennmitte gepusht und fuhr plötzlich eine Sekunde schneller. Fast wäre der Windschatten zu ihm abgerissen. Besonders in der Beschleunigung sind sie sehr stark. Und vor allem mit neuen Reifen, deshalb stehen sie dauernd in der ersten Startreihe und auf Pole-Position. Sie haben viel Drehmoment und bringen dieses auch auf den Boden. In diesem Bereich verlieren wir.

Das ist nicht die Ducati von letztem Jahr – auch ihre Fahrer haben sich verbessert. Die Ducati war schon letztes Jahr gut, dann haben sie an Details gearbeitet und sind jetzt überall schnell.

Jetzt herrscht Wettbewerb, das ist gut. Das bedeutet, dass wir arbeiten und uns verbessern müssen, um einen weiteren Titel gewinnen zu können.

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