Cal Crutchlow: «Ducati auf einem anderen Planeten»

Von Günther Wiesinger
MotoGP
Cal Crutchlow

Cal Crutchlow

Cal Crutchlow freut sich, dass die Honda RC213V mehr Power und Top-Speed hat als letztes Jahr. Aber Honda kann nicht so weiche Reifen verwenden wie Ducati. Das wirkt sich im Quali und in den Rennen aus.

Honda schaffte in Aragón am Freitag mit Cal Crutchlow und 341,5 km/h den besten Top-Speed-Wert in der MotoGP-Klasse. Das haben wir seit Le Mans in diesem Jahr nicht mehr erlebt. Seither hat Ducati immer die besten Höchstgeschwindigkeiten erzielt. Und die Aragón-Gerade, so meinte man, sie sei auch Ducati-Territorium, denn dort wird von der ersten bis in den sechsten Gang hochgeschaltet, die Power der Desmosedici kann also optimal genutzt werden.

«Ich habe diesen Top-Speed-Wert am Freitag nicht zuletzt deshalb erreicht, weil ich hinter Pol Espargaró einen sehr guten Windschatten hatte», schilderte Cal Crutchlow. «Aber unser Motorrad war das ganze Jahr über im fünften und sechsten Gang nicht langsam. Außerdem sitze ich jetzt anders auf dem Motorrad, das macht auch einen Unterschied. Wir haben diese Sitzposition bei Testfahrten verbessert. Mehr will ich darüber nicht verraten. In Aragón musst du zum Beispiel deinen Körper gleich beim Rausfahren auf die Gerade in die richtige Position bringen. Aber wir haben keine neuen Teile, wir haben nur ein paar Sachen modifiziert, an der Verkleidung hat sich nichts geändert, am Sitz auch nicht. Aber ich sitze auf der Geraden ein kleines bisschen anders im Sattel. Man muss einfach Gas geben… Man kann bei einem Hersteller nie die Daten des andern kopieren, weil der vielleicht 10 kg schwerer ist. Das kann also nicht funktionieren.»

LCR-Teamkollege Takaaki Nakagami schaffte mit der 2017-Honda am Freitag zum Beispiel nur 332 km/h. Tom Lüthi fuhr 333,5 km/h, Franco Morbidelli 331,2 km/h – beide ebenfalls mit der 2017-Honda.

«Schaut euch den Speed der letztjährigen Honda an», sagt Cal. «Mit dem mussten wir uns im Vorjahr herumschlagen… Trotzdem hat Marc damit die Weltmeisterschaft gewonnen.»

Können die Honda-Fahrer jetzt durch die zusätzliche Motorleistung vorne den Reifen etwas weniger belasten und dann manchmal von der harten auf die weiche Mischung wechseln?

Crutchlow: «Nein, das klappt nicht. Wie oft hast du in diesem Jahr einen Honda-Fahrer übers Vorderrad stürzen gesehen? Viel öfter als im letzten Jahr... Und viel häufiger als bei den anderen Herstellern. Unser Motorrad ist definitiv stärker geworden. Aber wir stürzen immer noch oft übers Vorderrad. Wir können die weicheren Vorderreifen nicht nehmen. Das garantiere ich. Zu 100 Prozent. Ich konnte hinten den Medium-Reifen bei einigen Rennen verwenden, bei denen es 2017 nicht ging. Aber wenn du dir anschaust, wie zum Beispiel die weichen Hinterreifen in Aragón am Freitag bei uns reagiert haben, sie waren nach sieben oder acht Runden im Eimer, dann ist das unmöglich.»

Bleibt Ducati Favorit für die restlichen Rennen in diesem Jahr?

Crutchlow: «Die sind jetzt auf einem anderen Planeten als in der Vergangenheit. Marc und die zwei Ducati-Werksfahrer sind am stärksten. Aragón ist die Lieblingsstrecke von Marc, er ist hier immer ausgezeichnet gefahren – und er hat wieder gewonnen.»

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