ADAC senkt die Preise für Motorrad-GP am Sachsenring

Von Markus Pfeifer
MotoGP
Klaus Klötzner, Hermann Tomczyk und Thomas Voss (v.l.)

Klaus Klötzner, Hermann Tomczyk und Thomas Voss (v.l.)

Wie es nach 2019 mit dem Sachsenring-GP weitergeht, wurde bei der Pressekonferenz am Donnerstag nicht beantwortet. «Einen Millionenverlust werden wir uns nicht leisten können», so ADAC-Sportpräsident Hermann Tomczyk.

Der Ticketvorverkauf für den HJC Helmets Motorrad Grand Prix Deutschland, der vom 5. bis 7. Juli auf dem Sachsenring vor den Toren Hohenstein-Ernsttthals stattfindet, beginnt am Samstag. Diese Information und einige weitere gab es am Donnerstagvormittag bei der Pressekonferenz des ADAC am Sachsenring, bei der Sportpräsident Hermann Tomczyk, Klaus Klötzner (Vorsitzender des ADAC Sachsen), Thomas Voss (Leiter Motorsport und Klassik beim ADAC) sowie Thomas Weidinger (Vorstandsmitglied Sport im ADAC Sachsen) Rede und Antwort standen.

Der Vorverkauf beginnt am Samstag, 9 Uhr, in der Karthalle am Sachsenring. Ab 11 Uhr kann auch ein Bestellformular unter www.adac.de/motogp genutzt werden. Ab kommenden Montag kann auch unter der Hotline 03723-8099111 bestellt werden. Mit teilweise reduzierten Preisen sollen mehr Fans an den Sachsenring gelockt werden. Tribünenkarten sind im Vorverkauf (bis 31. Januar) laut ADAC günstiger als noch 2017.

«Wir hoffen die Anzahl der Tickets, die insgesamt verkauft werden, deutlich zu steigern.» Stehplatztickets für das gesamte Wochenende gibt es für 99 Euro, nachdem beim letzten Rennen 122 Euro in der Preisliste der Sachsenring-Rennstrecken-Management GmbH (SRM) standen. Mit einer neuen Familientribüne sollen mehr jüngere Fans an den Ring kommen. Kinder bis 12 Jahre haben dort freien Eintritt, wenn Eltern Tickets kaufen. In der Sachsenkurve soll es keine Tribünen, sondern ein Stellplatzbereich für 300 Wohnmobile direkt an der Strecke geben, ähnliche wie beispielsweise in Mugello. «Dieses Flair wollen wir auch am Sachsenring schaffen», sagte Klaus Klötzner. Das Rahmenprogramm soll sportlich und kulturell weitgehend so bleiben wie in den Vorjahren. Neu ist das Gastspiel des MotoE World Cups.

Wie es nach 2019 auf dem Sachsenring weitergeht, wurde nicht endgültig beantwortet. Doch Hermann Tomczyk deutete zumindest an, dass es langfristig weitergehen soll. «Einen Millionenverlust werden wir uns nicht leisten können», sagte Tomczyk. Der ist aber am Sachsenring auch eher unwahrscheinlich, zumindest wenn der ADAC wie angekündigt, seine Vermarktungsmöglichkeiten und Ressourcen bei der Organisation auch wirklich effektiv nutzt. Dies kündigte Thomas Voss an, unter anderem mit Verweise auf die deutschlandweiten und internationalen Möglichkeiten des Verbands. In den vergangenen Jahren seien etwa 70 Prozent der Besucher aus der Sachsenring-Region gekommen. Nun soll die überregionale Vermarktung intensiviert werden und die reduzierten Preise sollen locken. «Lieber eine volle Tribüne, die entsprechend mehr konsumiert», sagte Klaus Klötzner, dem es auch sehr wichtig ist, den Altersschnitt der Sachsenring-Besucher zu verjüngen.

Im Umfeld wird sich nicht allzu viel verändern, aber mit Blick auf den Ankerberg hofft Klötzner, dass die Partnerschaft mit dem Betreiber wieder wie in früheren Jahren enger wird. Auch andere Profiteure des Grand Prix sollen sich mehr am wirtschaftlichen Gelingen beteiligen. In Sachen Logistik setzt das Veranstaltergespann mit Mitarbeitern aus Reihen des ADAC in München und des ADAC Sachsen auf eigenes Potenzial, das bei der Sachsenring Classic oder den GT Master genug Erfahrung für Großveranstaltungen gesammelt hat. Die Pro Sachsenring GmbH, die bisher Partner der SRM war, ist laut Klötzner nicht mehr im Boot. Einige Mitarbeiterinnen der SRM sollen zum Team der neuen Sachsenring Event GmbH gehören.

Für ein gewisses Erstaunen hatte Tomczyk mit einer Aussage zu den Geschehnissen im Frühjahr gesorgt. Man habe den bisherigen «Partner» verloren, sagte er ohne die SRM explizit zu nennen. Die Kündigung des Vertrags mit der kommunalen Firma in Sachsen, die 2012 nach dem Rückzug des ADAC als Grand-Prix-Veranstalter eingesprungen war, erfolgte im Mai nach ständigen Querelen aber durch den ADAC selbst.

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