Dorna: Kein deutscher Live-Stream mit Videopass

Von Günther Wiesinger
MotoGP
Viñales gegen Márquez: Alle Rennen live im Free-TV bei ServusTV

Viñales gegen Márquez: Alle Rennen live im Free-TV bei ServusTV

Traurige Nachrichten für alle MotoGP-Fans, die sich einen motogp.com-Videopass leisten: Es wird auch 2019 keinen deutschen Kommentar geben.

Seit mehr als einem halben Jahr bemühte sich die Dorna, den deutschen motogp.com-Usern für die Saison 2019 einen Livestream mit deutschem Kommentar anbieten zu können. Es wurde mit einigen ehemalige Eurosport-On-air-Kommentatoren verhandelt, darunter Johannes Orasche. Aber der Kärntner wollte seine aktuellen Engagements (zum Beispiel beim ORF und SPEEDWEEK.com) nicht gegen einen ungewissen Kommentatoren-Job aus dem Studio tauschen. Die Dorna plante sowieso nur eine deutsche Schmalspur-Online-Version. Die Kommentatoren sollten nicht zu den Rennen gehen, damit die Reisespesen gespart werden, sondern im Studio in Barcelona hinter dem Mikrofron sitzen. Übrigens: Auch Edgar Mielke hatte sich um den Job beworben.

Aber jetzt wird dieses deutsche Livestream-Projekt auf die lange Bank geschoben. Ein Problem für die Dorna war, einen geeigneten Experten zu finden, denn Bradl und Hofmann sind für ServusTV tätig, Sandro Cortese wollte sich den Aufwand nicht antun, er ist in der Superbike-WM zu stark beschäftigt.

Die Videopass-Inhaber in Deutschland, in der Schweiz und in Österreich müssen also auch in dieser GP-Saison mit dem englischen Kommentar vorlieb nehmen. Bedauerlich für die deutschen Fans: Im Rechtepaket für ServusTV sind die Rechte für den Live-Stream in Deutschland nicht enthalten, deshalb darf der Privatsender aus Österreich die freien Freitag-Trainings im Live-Stream nur in Österreich online ausstrahlen.

ServusTV besaß die Live-Rechte für Österreich bereits seit Beginn der Saison 2016 und erzielte mit der MotoGP im Saison-Durchschnitt (Rennen aller Klassen) einen Marktanteil von rund sechs Prozent, mit den Rennen der Top-Klasse sogar rund acht Prozent im Jahresdurchschnitt (Zielgruppe 12+).

«Die MotoGP hat sich in Österreich extrem schnell zu einem Erfolgsformat bei ServusTV entwickelt. Kein Wunder, es gibt wohl derzeit keinen packenderen Motorsport im Fernsehen. Für uns heißt es jetzt, weiter Gas zu geben und auch in Deutschland mit der gleichen Energie anzugreifen», so Christian Nehiba, Sportchef von ServusTV.

Über die Kosten für die TV-Rechte wurde Stillschweigen vereinbart. Bekannt ist nur: Sport1 hat bis 2014 jedes Jahr 4,5 Millionen Euro für die terrestrischen deutschen Live-Übertragungsrechte bezahlt.

Der zum Red Bull Media House gehörende österreichische Privat-TV-Sender ServusTV hat für die kommenden fünf Jahre die Live-Rechte für die MotoGP-Weltmeisterschaft für Deutschland und Österreich erworben. Ab dem Moto3-Qualifying Samstagmittag werden alle Grand Prix live im Free-TV und in Full-HD übertragen, in Deutschland und Österreich, das deutsche Signal wird auch in der Schweiz übernommen.

Aber die Dorna ist selber der Pay-TV-Partner für Deutschland und hat die Livestream-Rechte nicht an ServusTV verkauft, weil sie den Videopass für motogp.com für 140 Euro verhökern will.
ServusTV steigt bei den Grand Prix am Sonntag nach dem Warm-up live ein, bei den Europa-Rennen wird man mit 15 Mitarbeitern vor Ort sein. Ein Aufwand, der alles bisher in Deutschland Dagewesene übertrifft.

«Christian Brugger und Alex Hofmann werden Samstag und Sonntag aus der Kabine kommentieren. Andrea Schlager und Eve Scheer teilen sich die 19 Grand Prix als Presenterinnen auf, jede macht 50 Prozent», schildert Projektleiter Benjamin Boldt. «Nur beim Auftakt in Katar werden beide dabei sein. Dazu haben wir die Experten Stefan Bradl und Gustl Auinger unten in der Boxengasse oder im Fahrerlager, auch sie teilen sich die Rennen auf. Nur beim Auftakt in Doha werden beide vor Ort sein.»

«Ich freue mich für die deutschen MotoGP-Fans», erklärte Servus-TV-Experte Alex Hofmann. «So ein großes TV-Recht mit so viel Liebe behandelt zu bekommen, das ist neu und eine Ausnahme. Deshalb: Freut euch!»

Benjamin Boldt: «Wir wollen einfach die Zuseher begeistern und das beste Produkt für den Motorsport bieten. Für uns ist wichtig, dass wir ein verlässliches Programm haben und die Fans wissen: ‚ServusTV is Home of MotoGP. Da schalte ich ein.‘»

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