Aprilia Racing: Nach 2021 eigene MotoGP-Teamplätze?

Von Günther Wiesinger
MotoGP

Das MotoGP-Werksteam von Aprilia Racing macht sich bisher die beiden Teamplätze von Gresini zunutze. Nach 2021 möchten die Italiener wie Suzuki und KTM zwei eigene Startplätze. Aber es sind keine verfügbar.

Als sich nach der Saison 2014 die Energy-Drink-Firma Go & Fun als Hauptsponsor beim Honda-Gresini zurückzog, musste sich Teambesitzer Fausto Gresini, der zweifache 125-ccm-Weltmeister, um einen neuen Partner umsehen. Er wechselte nach 20 Honda-Jahren in der Königsklasse den Ausrüster und bot seinen Teamplatz in einem Joint Venture dem Aprilia-Werksteam an, das 2015 nach mehr als zehn Jahren Pause wieder in die Königsklasse zurückkehrte.

Aprilia war in der MotoGP-Ära schon 2002, 2003 und 2004 mit einer Aprilia Cube angetreten, deren 990-ccm-Dreizylinder-Motor bei Cosworth in England entwickelt worden war und der als erstes MotoGP-Triebwerk über das aus der Formel-1-WM stammende «drive by wire»-System verfügte, also einen elektronischen Gasgriff.

Aprilia hatte wegen der Teilnahme an der 125er und 250er sowie Superbike-WM in Noale bei Aprilia Reparto Corse keine Kapazitäten für das Motorenkonzept übrig.

Aprilia, vorher von 1994 bis zum Jahr 2000 in der 500-ccm-Königsklasse schon mit einem Zweizylinder-Zweitakter am Start, schaffte mit der 990-ccm-Cube immerhin in der Marken-WM die Ränge 5, 4 und 6.

Heute tritt Aprilia unter der Bewerbung Team Gresini Aprilia Racing an, man hat bis heute als einziges Werksteam keinen eigenen Startplatz, obwohl nach der Ausbootung von IodaRacing, AB Motoracing, Paul Bird Motorsport und Forward durchaus Plätze verfügbar waren. Sogar Petronas-Yamaha hat jetzt zwei eigene MotoGP-Plätze erworben, sie wurden dem Ángel-Nieto-Ducati-Team von Jorge Martinez abgeluchst.

Dieses Vorgehen von Aprilia Racing wurde bisher als zögerlich bezeichnet, offenbar wollte sich Piaggio-Group-Chef Roberto Colaninno nicht so eindeutig zur MotoGP-WM bekennen wie Honda, Yamaha, Ducati, Suzuki und KTM.

Aber inzwischen ist Aprilia mit der 1000-ccm-V4-Maschine die fünfte Saison dabei, und auch wenn das Budget nicht wirklich ausreicht und die Italiener nie einen zahlungskräftigen Sponsor gefunden haben, so beweist Colaninno bisher ein beachtliches Beharrungsvermögen – trotz bisher mittelprächtiger Erfolge.

Denn Aprilia musste sich in der Konstrukteurs-WM 2017 und 2018 dem blutigen Neuling KTM geschlagen geben. Aleix Espargaró kam in der WM 2017 und 2018 über die Gesamtränge 15 (62 Punkte) und 17 (44 Punkte) nicht hinaus. Nach drei Rennen in diesem Jahr liegt der Spanier auf dem 13. Zwischenrang, Bruder Pol auf der KTM ist WM-Neunter.

Doch Aprilia Racing hat für 2019 mit Massimo Rivola einen neuen CEO erhalten, und der Rennchef plant langfristig.

Rivola hat bei der Dorna inzwischen deponiert, dass sich Aprilia Racing entschlossen hat, über das Jahr 2021 hinaus in der MotoGP-Klasse mitzuwirken. Dann möchte Aprilia sogar zwei eigene Startplätze haben. Denn die Zusammenarbeit mit Gresini verläuft nicht immer reibungslos.

Kurios: Da Gresini als Satelliten-Team eingeschrieben ist, muss Aleix Espargaró als bester Fahrer aus einem «Independant Team» ins Parc Fermé, wenn er im Qualifying oder Rennen die Gegner aus den echten Kundenteams (Crutchlow, Miller usw.) besiegt hat.

Nach dem Rückzug von Marc VDS-Honda existieren in der MotoGP-Weltmeisterschaft momentan nur 22 Fixplätze. «Wir wollen eigentlich auch künftig ein Startfeld mit 22 MotoGP-Piloten haben», betont Dorna-Chef Carmelo Ezpeleta gerne.

Aber es ist ein offenes Geheimnis: Die Dorna hält die zwei VDS-Plätze für das Sky VR46-Team von Valentino Rossi in Reserve.

Diese beiden Plätze könnten auch an das Aprilia-Werksteam vergeben werden, wenn sie Rossi nach 2021 nicht beansprucht.

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