Stefan Bradl: «Glaube, Márquez fährt 2020 nicht mehr»

Von Günther Wiesinger
MotoGP
Stefan Bradl am Grid in Aragón

Stefan Bradl am Grid in Aragón

Stefan Bradl (Repsol-Honda) rechnet beim Teruel-GP mit einer weiteren Steigerung, vor allem im Qualifying. Er lobt Alex Márquez und vermutet, dass Bruder Marc auch im November ausfällt.

Stefan Bradl hat sich für den Teruel-GP auf dem 5,077 km langen Motorland Aragón eine Steigerung im Qualifying vorgenommen. Denn er demonstrierte beim Aragón-GP am letzten Wochenende einen starken Rennspeed (Platz 16 im FP4, Platz 12 im Warm-up), er konnte aber vom 21. Startplatz weg wenig ausrichten – er traf nach 23 Runden als 17. im Ziel ein.

Im Exklusiv-Interview mit SPEEDWEEK.com spricht der 30-jährige Bayer über die radikale Set-up-Änderung, über die vorbildliche Herangehensweise von Alex Márquez und über die eventuell verlängerte Genesungszeit von Weltmeister Marc Márquez.

Stefan, mit einem besseren Startplatz wären beim Aragon-GP erstmals Punkte im Trockenen möglich gewesen?

Ja, aber wir haben für Samstag die Fahrwerks-Geometrie radikal geändert. Das hat meine Aufgabe nicht leichter gemacht, im Qualifying eine wirklich schnelle Runde rauszupressen. Das ist mir mit dem neuen Set-up sehr schwer gefallen.

Am Sonntag lag meine schnellste Rennrunde bei 1:49,2 min. Im Quali habe ich als beste Rundenzeit 1:49,1 min zusammen gebracht. Das war fürs Qualifying zu wenig.

Aber zumindest war die Rennpace nicht schlecht. Ich hoffe, dass ich mich mit dem neuen Set-up am zweiten Wochenende schneller zurechtfinde und dann auch mit neuen weichen Reifen bessere Runden rausquetschen kann.

Den «holeshot device» hast du wie Alex Márquez am Sonntag nicht verwendet?

Nein. Weil die erste Kurve nicht so weit von der Startlinie entfernt ist und weil wir verschiedene Komponenten beisammen haben, bei denen es dann nicht immer funktioniert.

Cal Crutchlow war zuletzt im Quali Dritter, Alex im Rennen Zweiter. Es geht also vorwärts mit dem 2020-Motorrad?

Ja, das hat sich schon in Le Mans ein bisschen abgezeichnet, dass die Tendenz besser wird. Dass wir schneller werden und näher rankommen. Das hat sich jetzt auch im Trockenen bewahrheitet.
Das ist ja auch unser Ziel gewesen. Wir haben lange genug darauf hingearbeitet.

Es gab nach Brünn einige trostlose Qualifyings für Honda.

Ja, Alex hat auch einige Zeit gebraucht, bis er sich mit dem Set-up angefreundet hat. Er hat deshalb im Qualifying anfangs Probleme gehabt. Im Rennen ist es bei ihm immer ein bisschen besser gelaufen.

Bei mir ist es seit dem letzten Wochenende auch so, seit ich das neue Set-up verwende. Jetzt müssen wir mit dieser Abstimmung noch etwas finden, damit wir eine schnelle Quali-Runde raushauen können, was uns bisher noch schwer fällt. Aber die Rennpace war am Sonntag schon ordentlich. Doch mir ist es nicht gelungen, einige Fahrer zu überholen. Ich muss mich jetzt Wochenende für Wochenende steigern.

So wie es Alex schrittweise gemacht hat, ist das eigentlich eine sehr gute Herangehensweise.

Du brauchst also noch ein paar Grand Prix zum Üben, wenn du im Rennen zwischen Platz 10 und 15 landen willst. Wann rechnest du mit einer Rückkehr von Marc Márquez?

Ahhh… Ich weiß es nicht. Honda gibt mir immer nur von einem Rennen zum anderen Bescheid.

Die Situation wird von Wochenende zu Wochenende entschieden.
Wenn Marc jetzt am 8. November beim ersten Valencia-Wochenende nicht zurückkommt, dann kommt er 2020 nicht mehr zurück. Dann kuriert er die Verletzung aus.

In manchen Medien in Spanien und Italien wurde berichtet, Marc müsse noch einmal operiert werden. Honda hat das dementiert.

Dieses Gerücht habe ich auch gehört.

Es kann jedoch genauso gut sein, dass er in Valencia auf die Schnelle zurückkommt. Aber ich glaube es eher nicht. Ich gehe davon aus, dass ich die Saison samt Finale in Portimão fertig fahren werde.

Ergebnis, MotoGP-Rennen, Aragón (18.10.):

1. Rins, Suzuki, 41:54,391 min
2. Alex Márquez, Honda, + 0,263 sec
3. Mir, Suzuki, + 2,644
4. Viñales, Yamaha, + 2,880
5. Nakagami, Honda, + 4,570
6. Morbidelli, Yamaha, + 4,756
7. Dovizioso, Ducati, + 8,639
8. Crutchlow, Honda, + 8,913
9. Miller, Ducati, + 9,390
10. Zarco, Ducati, + 9,617
11. Binder, KTM, + 13,200
12. Pol Espargaró, KTM, + 13,689
13. Aleix Espargaró, Aprilia, + 14,598
14. Lecuona, KTM, + 15,291
15. Petrucci, Ducati, + 15,941
16. Oliveira, KTM, + 18,284
17. Bradl, Honda, + 20,136
18. Quartararo, Yamaha, + 21,498
19. Smith, Aprilia, + 25,300
20. Rabat, Ducati, + 25,558

Fahrer-WM-Stand nach 10 von 14 Rennen:

1. Mir, 121 Punkte. 2. Quartararo 115. 3. Viñales 109. 4. Dovizioso 106. 5. Nakagami 92. 6. Morbidelli 87. 7. Rins 85. 8. Miller 82. 9. Pol Espargaró 77. 10. Oliveira 69. 11. Binder 67. 12. Alex Márquez 67. 13. Petrucci 65. 14. Rossi 58. 15. Zarco 53. 16. Bagnaia 42. 17. Aleix Espargaró 27. 18. Crutchlow 21. 19. Lecuona 20. 20. Smith 11. 21. Bradl 8. 22. Rabat 8. 23. Pirro 4.

Konstrukteurs-WM:

1. Yamaha 183. 2. Ducati 160. 3. Suzuki. 4. KTM 130. 5. Honda 112. 6. Aprilia 35.

Team-WM:

1. Team Suzuki Ecstar 206. 2. Petronas Yamaha SRT, 202 Punkte. 3. Ducati Team 171. 4. Monster Energy Yamaha MotoGP 167. 5. Red Bull KTM Factory Racing 144. 6. Pramac Racing 128. 7. LCR Honda 113. 8. Red Bull KTM Tech3 89. 9. Repsol Honda Team 75. 10. Esponsorama Racing 61. 11. Aprilia Racing Team Gresini 38.

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