Claiming-Rule wird in der MotoGP abgeschafft

Von Günther Wiesinger
MotoGP
Assen: Aleix Espargaró mit seiner CR-Aprilia vor den Werks-Ducati

Assen: Aleix Espargaró mit seiner CR-Aprilia vor den Werks-Ducati

Bisher wurde die Claiming-Rule nicht in die Tat umgesetzt, jetzt verschwindet sie ganz. Auf zwei Etappen. Auch in der Moto2 gibt es Änderungen.

Bei der Sitzung der Grand Prix Commission in Assen fielen am Wochenende ein paar interessante Entscheidungen.

Die Claiming-Rule wird bei den Superbike-Rennmotoren der Privatteams wie Blusens Avintia, Forward Racing, Paul Bird Motorsport, Iodaracing und so weiter, die schon jetzt die Einheits-ECU von Magneti Marelli verwenden (Hardware und Software), ab sofort gestrichen. Das heisst: Gegnerische Teams können die Motoren von Privatteams nach den Rennen nicht mehr «claimen» oder kaufen.

Eine Riesenstory ist das nicht. Denn bei den 25 Rennen seit der Einführung der CR-Regel wurde noch nie ein Triebwerk geclaimt. Kein Wunder, es sind getunte Superbike-Motoren, technische Geheimnisse bergen sie nicht. Der Preis wäre gewesen: 20.000 Euro für Motor und Kraftübertragung, 15.000 Euro für Motor ohne Getriebe.

Übrigens: Die Aprilia-ART-Motoren fallen jetzt nicht unter diese Amnestie. Denn die Teams Power Electronics, Cardion AB Motoracing und eine der beim PBM-Aprilia (die von Hernandez) fahren mit der hauseigenen Aprilia-Elektronik.

2014 werden alle CR-Teams mit der Magneti Marelli-ECU fahren müssen, dann fällt die CR-Regel auch für die Aprilia-Teams weg.

Moto2: Motortausch kostet 7500 Euro

In der Moto2-Klasse können die Teams momentan einen Wechsel des Einheitsmotors beantragen, auch wenn der Technical Director dies für unnötig hält. Es muss aber ein Depot von 20.000 Euro entrichtet werden. Dieses Depot verfällt, wenn der Motor auf dem Prüfstand die genormte Leistung bringt. In Wirklichkeit wurde dieses Reglement nicht angewendet; Teams, die einen Motorwechsel wünschten, mussten nur die tatsächlich anfallenden Kosten bezahlen, die beim Zerlegen und Prüfen des Triebwerks anfielen.

Jetzt wurde die Depotgebühr von 20.000 Euro auf 7.500 reduziert. Bei weiteren ausserplanmässigen Motorwechseln in der jeweiligen Saison können weitere 2500 Euro anfallen. Dafür muss der Betrag von 7500 Euro bei jedem Antrag auf Motortausch fix bezahlt werden. Denn offenbar hatten die Teams in letzter Zeit mehrmals aus nicht nachvollziehbaren Gründen Motorwechsel gefordert.

Mit der neuen Vorschrift und der fixen Zahlung von 7500 Euro pro zusätzlichem Wechsel des 600-ccm-Vierzylinder-Motors sollen ungerechtfertigte Wechsel auf ein Minimum reduziert werden. Oft hatten die Teams einfach einen frischen Motor verlangt, weil sie hofften, er würde mehr Leistung liefern als der vorherige.

Planmässig werden die Einheitsmotoren jeweils nach drei Rennwochenenden und rund 1500 km getauscht. Dafür zahlen die Teams pro Saison 60.000 Euro.

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