Aprilia in MotoGP: Stefan Bradl auf dem Schirm

Von Ivo Schützbach
MotoGP
2015 wird sich Aprilia in der MotoGP-WM deutlich stärker einbringen als bislang. Um weiter vorne mitzumischen, braucht der italienische Hersteller auch bessere Fahrer.

Wie SPEEDWEEK.com letzte Woche exklusiv berichtete, wird bei Aprilia darüber nachgedacht, bereits 2015 werksseitig in die MotoGP-WM einzusteigen und nicht wie ursprünglich geplant erst 2016. «Wir ziehen das in Betracht», bestätigte Aprilia-Rennchef Romano Albesiano. «Mit ART sind wir bereits in MotoGP. Wenn wir nächstes Jahr dabei sind, dann unter anderen Voraussetzungen, mit mehr Engagement. Wir können nicht einfach Motorräder an ein Team verkaufen und dann darauf warten, was sie damit tun. Unser Image taucht in den Ergebnissen zu stark auf. Wir müssen 2015 dabei sein, wenn wir uns gut schlagen können. Deshalb versuchen wir Voraussetzungen zu schaffen, mit denen wir konkurrenzfähiger als jetzt sein können.»

Dazu gehört auch, bessere Fahrer zu verpflichten. Mit Piloten wie Danilo Petrucci, Broc Parkes oder Michael Laverty kann man in MotoGP nicht vorne fahren. Albesiano hat seine Ohren in alle Richtungen aufgesperrt, der Italiener weiß aber auch, dass er von den Topfahrern keinen bekommen wird.

Nicht gut genug für Bradl?

Von SPEEDWEEK.com erfuhr er, dass Stefan Bradl noch ohne Vertrag für 2015 ist. «Ich habe gehört, dass Ducati Bradl sehr viel Geld bietet, er wird also nicht lange ohne Job sein», meint Albesiano. «Bradl hat großes Potenzial, ein sehr interessanter Fahrer. Ich glaube aber, dass es zu früh für uns ist, um an Spitzenfahrer seines Kalibers zu denken. Für 2016 sollten wir technisch in der Lage sein, einem solchen Fahrer etwas bieten zu können. Wir testen das Getriebe ohne Zugunterbrechung im September und wollen es nächstes Jahr in MotoGP einsetzen. Vielleicht setzen wir es auch schon im letzten Rennen 2014 ein, das ist aber noch nicht sicher.»

Bislang ist bei Aprilia weder entschieden ob sie 2015 MotoGP mit einem Werksteam bestreiten oder sich nur wesentlich stärker einbringen, noch ist klar, wie konkurrenzfähig das neue MotoGP-Bike sein wird. Schwierige Voraussetzungen, um jetzt schnelle Fahrer unter Vertrag zu nehmen.

Albesiano pflegt engen Kontakt zu seinem Superbike-Werksfahrer Marco Melandri. Hast du mit ihm bereits über MotoGP gesprochen? «Ich brauche Marco total fokussiert auf seinen jetzigen Job und habe ihn deshalb noch nicht wegen MotoGP gefragt», so der Rennchef.

Und was ist mit Eugene Laverty, der 2015 unbedingt MotoGP fahren möchte und für Aprilia 2013 Superbike-Vizeweltmeister wurde? Albesiano: «Wir mögen Laverty sehr. Er ist schnell, jung, sein Stil könnte für MotoGP gut passen, wir schätzen ihn.»

«An MotoGP habe ich nur Interesse, wenn ich um Podestplätze kämpfen kann», unterstreicht Melandri. Das wird im ersten Jahr der MotoGP-Rückkehr von Aprilia unmöglich sein? «Zumindest nicht leicht. Ich habe mit Aprilia noch nicht darüber gesprochen. Ich gehe davon aus, dass wir uns nächstes Jahr bei den Superbikes wiedersehen.»

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