Gigi Dall'Igna: «Jetzt läuft es bei Ducati anders»

Von Ivo Schützbach
Gigi Dall'Igna, Chefkonstrukteur und General Manager bei Ducati Corse

Gigi Dall'Igna, Chefkonstrukteur und General Manager bei Ducati Corse

Das Ducati-Werksteam wartete gespannt auf das Debüt der neuen Desmosedici GP15. Konstrukteur Gigi Dall'Igna spricht über das Konzept der neuen MotoGP-Maschine.

Das Ducati-Corse-Werksteam debütierte beim MotoGP-Twst in Sepang mit der neuen Desmosedici GP 15. Andrea Iannone steuerte diese Neukonstruktion beim Test in dieser Woche (Montag bis Mittwoch) auf Platz 4, Andrea Dovizioso gelang die zehntbeste Zeit.

SPEEDWEEK.com hat sich mit Gigi Dall'Igna, General Manager von Ducati Corse, über die Erkenntnisse des Sepang-Tests unterhalten.

Gigi, Kritiker meinen, die Ducati GP15 wäre eher eine Honda. Ist das nach wie vor eine richtige Ducati?

Eines meiner Probleme ist, dass ich nicht sehe, was die anderen Hersteller machen. Ich habe Ideen, wahrscheinlich haben auch andere Hersteller diese Ideen. Jede meiner Ideen wird bei Ducati besprochen und wir entscheiden dann, ob wir sie umsetzen.
Der Motor hat den gleichen 90-Grad-Zylinderwinkel wie letztes Jahr, wir fahren weiterhin mit Desmodromik. Die GP15 ist eine wahrhaftige Ducati.

Die GP15 ist sehr kompakt. Weshalb wurde das Motorrad nicht schon vor deiner Ankunft bei Ducati schmaler gebaut?

Ich bin erst seit letzter Saison bei Ducati. Die GP14 war nicht aus einem Guss, sondern das Ergebnis verschiedener Abteilungen, die zusammen ein Motorrad gebaut haben, wobei jeder nur nach seinem Bereich geschaut hat. Der Motor war ein Motor, das Chassis war ein Chassis. Die Motoren-Ingenieure haben das Aggregat entwickelt, die Chassis-Designer mussten sich dem Motor anpassen.
Jetzt läuft es anders, wir arbeiten sehr eng zusammen und jeder muss Kompromisse eingehen. Es gibt Entscheidungen den Motor betreffend, die von den Chassis-Entwicklern kommen – und umgekehrt.
Nur so war es möglich, die GP15 so schmal zu bauen, verglichen mit der Vorgängerin.
Aber das ist nur meine Meinung. Ich weiß nicht was passierte, bevor ich zu Ducati kam.

Hat Ducati-CEO Claudio Domenicali verlangt, dass du mit der Desmodromik arbeitest? Oder weshalb hast du dich dafür entschieden, mit dieser Ventilsteuerung weiterzumachen?

Als ich für einen anderen Hersteller gearbeitet habe, verzichtete ich auf die Desmodromik. Diese Ventilsteuerung hat sehr viel Potenzial, ist aber auch sehr kompliziert. Wenn du nicht das Know-how dafür hast, ist sie schwer umzusetzen.
Wir sind Ducati – wir haben viel Erfahrung mit dieser Technik. Letztlich halte ich die Desmodromik verglichen mit anderen Lösungen für einen Vorteil.

Welcher Art ist dieser Vorteil?

Die Desmodromik bietet alle Vorteile einer pneumatischen Ventilsteuerung, bei niedrigeren Drehzahlen ist die Reibung anders. Insgesamt ist die Performance des Motors damit besser.

Wenn ihr ein Rennen gewinnt, verliert ihr den Vorteil von 24 Liter Sprit und müsst ab dann mit 22 klarkommen. Wird sich das auf eure Performance auswirken?

Nicht wirklich. Wir haben letztes Jahr jedes Rennen mit 22 Litern beendet.

Wie steht es um euer Seamless-Getriebe? Lässt sich das verbessern?

Das glaube ich nicht. Wir würden uns für den Gangwechsel gerne aus elektronischer Sicht etwas verbessern; mechanisch will ich am Getriebe aber nichts ändern. Wir machen mit der GP15 so weiter, wie wir letztes Jahr gefahren sind. Die ersten fünf Gänge funktionieren beim Rauf- und Runterschalten ohne Zugunterbrechung, vom fünften in den sechsten Gang haben wir kein Seamless.

Die Testzeiten mit Bridgestone in Sepang
Mittwoch (25. Februar), 18 Uhr Ortszeit

1. Marc Márquez (E), Honda, 1:59,115 min
2. Jorge Lorenzo (E), Yamaha, 1:59,437
3. Cal Crutchlow (GB), Honda, 1:59,658
4. Andrea Iannone (I), Ducati, 1:59,722
5. Valentino Rossi (I), Yamaha 1:59,833
6. Bradley Smith (GB), Yamaha, 1:59,883
7. Dani Pedrosa (E), Honda, 2:00,048
8. Héctor Barberá (E), Ducati, 2:00,244
9. Aleix Espargaró (Suzuki), 2:00,275
10. Andrea Dovizioso (I), Ducati, 2:00,468
11. Pol Espargaró (E), Yamaha), 2:00,490
12. Danilo Petrucci (I), Ducati, 2:00,556
13. Yonny Hernandez (COL), Ducati, 2:00,603
14. Maverick Viñales (E), Suzuki, 2:00,604
15. Stefan Bradl (D), Yamaha, 2:00,685
16. Scott Redding (GB), Honda, 2:00,695
17. Nicky Hayden (USA), Honda, 2:00,813
18. Michele Pirro (I), Ducati, 2:00,875
19. Alvaró Bautista (E), Aprilia, 2:01,310
20. Mike di Meglio (F), Ducati, 2:01,487
21. Karel Abraham (CZ), Honda, 2:01,536
22. Jack Miller (AUS), Honda, 2:01,593
23. Eugene Laverty (IRL), Honda, 2:01,815
24. Loris Baz (F), Yamaha, 2:02,587
25. Alex De Angelis (RSM), ART, 2:03,300
26. Katsuyuki Nakasuga (J), Yamaha, 2:03,448
27. Marco Melandri (I), Aprilia, 2:03,569

Siehe auch

Kommentare

Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu schreiben.

Ferrari: Wer soll auf dem Schleudersitz Platz nehmen?

Mathias Brunner
Es ist einer der reizvollsten Posten in der Königsklasse, aber ein Job mit Stress-Garantie: Teamchef bei Ferrari. Mattia Binotto hatte davon die Nase voll, aber wer soll folgen? Erneut gibt’s bei Ferrari viel Unruhe.
» weiterlesen
 

TV-Programm

  • Mo.. 05.12., 06:00, ORF Sport+
    silent sports +
  • Mo.. 05.12., 06:00, ORF Sport+
    silent sports +
  • Mo.. 05.12., 06:18, ORF Sport+
    silent sports +
  • Mo.. 05.12., 06:18, ORF Sport+
    silent sports +
  • Mo.. 05.12., 06:18, ORF Sport+
    silent sports +
  • Mo.. 05.12., 06:39, ORF Sport+
    silent sports +
  • Mo.. 05.12., 06:39, ORF Sport+
    silent sports +
  • Mo.. 05.12., 06:39, ORF Sport+
    silent sports +
  • Mo.. 05.12., 06:55, ORF Sport+
    silent sports +
  • Mo.. 05.12., 06:55, ORF Sport+
    silent sports +
» zum TV-Programm
3