Shuhei Nakamoto (Honda): Warum er Stoner ablehnte

Von Günther Wiesinger
MotoGP
Shuhei Nakamoto

Shuhei Nakamoto

Casey Stoner wäre in Texas und Argentinien gerne für den frisch operierten Dani Pedrosa eingesprungen. Aber die HRC-Manager lehnten das Comeback nach reiflicher Überlegung ab.

Shuhei Nakamoto, Vizepräsident der Honda Racing Corporation (HRC), nahm beim Texas-GP Stellung auf die Frage, warum Honda den Japaner Hiroshi Aoyama für den zweiten Saison-GP aufgeboten hat statt den sicher wesentlich schnelleren Casey Stoner, der sich darüber auf Twitter durchaus verwundert und etwas beleidigt zeigte.

«Casey hat Honda kontaktiert. Casey sollte Dani und dem Team helfen. ich war etwas überrascht, ehrlich gesagt, aber gleichzeitig war ich sehr glücklich, von Casey so eine Anfrage zu erhalten. In Japan haben dann Kokubu-san (Director of Technology) und Yokoyama-san (Technical Director) über das Thema diskutiert.»

«Für HRC ist Casey ziemlich wichtig. Er ist ein VIP», ergänzte Nakamoto. «Wir haben gesagt: Wenn Casey wieder in der MotoGP-WM Rennen fahren will, muss er zumindest um Podestplätze kämpfen können. Das ist unser Ziel. Bei Casey habe ich keine Zweifel, er ist sehr, sehr schnell. Aber Casey braucht für seine Erfolge auch eine gut abgestimmte Maschine. Wir haben uns Sorgen gemacht.»

Die HRC-Manager fürchteten, der Weltmeister von 2007 und 2011 würde in den Trainings in Texas nicht rechtzeitig eine Abstimmung für die Werks-RC213V finden.

«Wir wollten aber Casey nicht erleben, wie er um fünfte oder sechste Plätze streitet», fuhr Nakamoto fort. «Wie gesagt, Top-3 war unser Minimalziel. Von der technischen Seite her haben wir uns das nicht zugetraut.»

Nakamoto weiter: «Für mich ist Casey wie ein Sohn. Deshalb war es eine schwierige Entscheidung. Ich verstehe, dass Casey enttäuscht ist. Denn ich habe ihn sehr, sehr oft gebettelt: 'Bitte komm zurück, bitte mach wenigstens einen Wildcard-Einsatz.'»

«Wenn wir Zeit haben, dann müsste Casey mindestens einen Test machen, bevor wir ihn zu einem Grand Prix schicken. Dann könnten wir Ja sagen, Aber in diesem Fall bestand keine Zeit, um einen richtigen Test zu unternehmen», gab Nakamoto zu bedenken. «Viele der Fans, und da schliesse ich mich mit ein, wollen Casey wieder in der MotoGP fighten sehen. Aber ich will ihn gleichzeitig um Podestplätze fighten sehen.»

Manche Fans fragen sich an dieser Stelle: Wäre ein fünfter Platz von Casey nicht berauschender gewesen als der Auftritt von Aoyama, der vom 18. Startplatz losfuhr und im Rennen nur Elfter wurde?

«In Sepang hat Casey Ende Januar getestet, er hat neue Teile ausprobiert, er hat kein Set-up getestet», schilderte Nakamoto. «Die Rundenzeiten waren vernünftig. Casey war 1,5 Sekunden über seiner persönlichen Sepang-Bestzeit. Das war ein guter Speed, denn die Piste war dreckig, und er hatte keine Ingenieure in der Box. Wir haben nur ein bisschen Daten gesammelt. Das zeigt, Casey kann immer noch schnell sein. Aber wenn du 1,5 Sekunden wettmachen musst, brauchst du ein sehr gutes Set-up.»

Und wie lautete die Antwort von Casey (er trat Ende 2012 zurück) nach der Absage von HRC?

«Er schickt seine Botschaften auf Twitter», bemerkte Repsol-Honda-Teamprinzipal Livio Suppo.

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