Davide Brivio (Suzuki): «Wir wollen siegen!»

Von Nereo Balanzin
MotoGP
Teammanager Davide Brivio berichtete im Interview mit SPEEDWEEK.com von den Fortschritten, den Meilensteinen und den Zielen des Suzuki-Teams um Aleix Espargaró und Maverick Viñales.

Beim Barcelona-GP erlebte Suzuki Höhen und Tiefen. Im Qualifying glänzten Aleix Espargaró mit den Startplätzen 1 und 2. Doch im Rennen stürzte Espargaró auf Platz 4 liegend, während Rookie Viñales mit Platz 6 begeisterte.

Der Test am Montag nach dem Rennen sollte den beiden Spaniern mehr Zeit mit der GSX-RR und dem neuen Motor auf der Strecke geben, doch Regen durchkreuzte diesen Plan nach kurzer Zeit. Zu diesem Zeitpunkt hatte Espargaró bereits einen Sturz hinter sich, doch er belegte Rang 3 hinter Smith und Viñales.

Obwohl er Italiener ist, zeigt Davide Brivio nicht zu viele Emotionen. Doch am Samstag nach der Pole-Position für Espargaró und Startplatz 2 für Viñales war er ganz Italiener – voller Emotionen ​und mit gebrochener Stimme. «Ja, du hast Recht. Du bist nicht der Einzige, der mir das sagte. Viele Menschen bemerkten das. Die Sache ist die... Weißt du, es ist ein Ziel, das plötzlich erreicht wurde. Erster und Zweiter im Qualifying... Das war eine große Überraschung. Wir wussten, dass Aleix eine gute schnelle Runde fahren kann und die erste Reihe möglich ist. Die Pole war aber ein Traum. Als Maverick sich dann direkt hinter ihm mit nur wenigen Tausendsteln Rückstand einreihte... Es war nur der Samstag und der Sonntag folgte noch, aber es war ein großartiger, zufriedener Moment.»

Der Wert von Aleix und Maverick zeigte sich bereits. Doch zwei Bikes derselben Marke bei der Rückkehr Seite an Seite auf Platz 1 und 2 der Startaufstellung bedeutet auch, dass die Maschine an sich gut sein muss.

Wir müssen ehrlich sein, denn der extra-weiche Hinterreifen half sehr. Doch egal, ob extra-weich oder hart. Die Zeit muss man erst einmal fahren. Das hängt von den Fahrern ab. Wir müssen ihnen das anrechnen. Aber ja, wir können sagen, dass unser Bike auf dieser Strecke seine Vorzüge beim Rahmen und dem gesamten Fahrwerk bestmöglich zeigen konnte. Doch bitte beachtet auch, dass unsere Rennpace nicht schlecht war. Die Kombination aus Fahrer und Bike war in Barcelona sehr, sehr konkurrenzfähig.

Eine Strecke mit schlechtem Grip, einer langen Geraden und langen weiten Kurven passt also gut zu eurem Bike.

Ich würde sagen: ja. Doch in Barcelona haben wir auch besonders intensiv damit begonnen, an unseren Schwächen zu arbeiten. Der Motor ist beispielsweise eine dieser Schwächen. Das war am Start sicher sichtbar, aber wir bekamen eine Weiterentwicklung, die uns eine Verbesserung bescherte. Der Topspeed ist besser, daher konnten wir im Windschatten besser mithalten und verhindern, dass wir stets überholt werden. Das ist ein Fortschritt.

Der Rahmen ist noch derselbe, aber auf gewisse Weise ist er das auch nicht, weil wir ihn nun besser kennen, unsere Fahrer kennen ihn besser. Maverick entwickelt sich Tag für Tag weiter. Fünf Minuten vor dem Ende des Rennens waren wir Vierter und Siebter. Das wäre ein großartiges Resultat gewesen. Daher war der Sturz von Aleix sehr schade. Doch Maverick wurde Sechster, unser bisher bestes Resultat. Dann muss man noch bedenken, dass das Bike und auch der Fahrer Neulinge sind.

Abgesehen vom Resultat, glaubst du, dass dieser Tag als ein Meilenstein in dieser Saison in Erinnerung bleibt?

Ja, das denke ich, weil wir unserem Ziel näher kamen.

Und wie sieht das Ziel aus?

Es sind drei Schritte. Der erste Schritt: An die Spitze der Satelliten-Teams kommen. Der zweite: Näher und näher an die anderen Werksmaschinen heranrücken. Der dritte: In die Gruppe der großen Jungs vordringen und sehen, ob wir bei ihnen mitspielen können.

Nach den ersten Rennen sagte ich zu dir: «Gut gemacht.» Du hast geantwortet: «Danke, ich nehme dein Kompliment für die geleistete Arbeit an, aber nicht für die Resultate. Wir wollen mehr.» Das waren deine Worte. Wenn ich nun dasselbe sage, was wäre diesmal deine Antwort?

Es wäre dieselbe Antwort, weil wir gewinnen wollen – früher oder später. Das ist das Ziel. Wir wissen, dass es noch ein langer Weg ist, aber wir sind sicher, dass die Chance vom Sonntag nicht die letzte war. Es wird noch andere Rennen geben, in denen wir unsere Karten richtig ausspielen können. Auf ein paar Strecken konnten wir unser Potenzial schon aufblitzen lassen. Vielleicht war es schwierig, das von außen zu erkennen... Argentinien. Auch Austin, eine sehr schwierige Strecke mit einer langen Geraden. Wir waren Drittschnellster im Rennen. Von damals bis heute konnten wir das Chattering-Problem lösen. In den letzten drei Rennen tauchte es nicht mehr auf. Unsere Grundabstimmung wird scheinbar besser und besser.

Wo werden wir dich wieder so emotional sehen wie in Barcelona?

In Assen?

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