Carmelo Ezpeleta (Dorna): Das Interview zum Brünn-GP

Von Jiri Miksik
MotoGP
Der Brünn-GP 2015 ist gerettet – das steht bereits seit Donnerstag fest. Nun äußerte sich Dorna-CEO Carmelo Ezpeleta in einem ausführlichen Interview zum Wirbel um den Grand Prix von Tschechien.

Die Situation rund um den Brünn-GP ist sehr paradox. 50 Millionen tschechische Kronen (1,84 Millionen Euro) aus öffentlichen Geldern hat der Landeshauptmann der Region Süd Mähren Hasek zur Verfügung. Doch der Inhaber des Masaryk Ring Karel Abraham und auch Promoter Dorna wollen mit Hasek keinen Vertrag unterschreiben. Mit der Stadt Brünn aber schon, doch ihr fehlen die Mittel.

Dorna-CEO Carmelo Ezpeleta hat sich bei diesem Thema in der Öffentlichkeit bisher zurückgehalten. Nachdem am Donnerstag in Assen nun endlich alles geklärt wurde, sprach er mit «indes.cz» über den Wirbel um den Grand Prix von Tschechien.

Was bedeutet der Grand Prix von Brünn für die MotoGP-WM?

Brünn ist ein traditioneller Teil des GP-Kalenders. Die Strecke ist sehr gut und bei den Fahrern sehr beliebt. Das ist für uns sehr wichtig. Ich fahre schon viele Jahre nach Brünn. Es gehört zur Geschichte der Weltmeisterschaft.

Was sagen die Fahrer zur Rennstrecke von Brünn?

Alle sagen, dass die Strecke sehr viel Sicherheit bietet und ein schönes Layout hat. Allgemein mögen alle diese Rennstrecke.

Die Dorna hat bestätigt, dass der Grand Prix von Brünn 2015 stattfinden wird. Doch das Automotodrom hat noch immer 30 Millionen Kronen (1,1 Millionen Euro) Schulden aus dem Jahr 2014. Auch in diesem Jahr sind die Gebühren ohne öffentliche Gelder nicht bezahlbar. Warum haben sie ​die Entscheidung für den Brünn-GP getroffen?

Wir haben mit dem Automotodrom Brno einen gültigen Vertrag bis 2015 und deswegen machen wir alles dafür, das Rennen in Brünn zu behalten. Aber wir werden sicher nicht die Situation mit den Schulden in der Öffentlichkeit erklären.

Wurde überlegt, den Grand Prix 2015 auf den Red Bull Ring zu verlagern?

Spielberg steht erst 2016 im Kalender. Deshalb hat sich diese Frage nie gestellt. Wir haben immer eine Lösung für Brünn gesucht.

Wie ist Verbindung zu Karel Abraham, dem Inhaber von Masaryk Ring?

Karel Abraham ist ein Teil der Meisterschaft, sein Team fährt in der MotoGP-Klasse. Unsere Verbindung ist sehr gut.

Seid ihr Freude?

Er ist ein Teil des Paddocks und ein Mann, den ich sehr oft treffe. Ich glaube, ich habe eine freundliche Verbindung mit allen Leuten, mit denen wir zusammenarbeiten. Das gilt auch für die Promoter der einzelnen Rennstrecken.

Ist es für die Dorna schwer, die Deadline zu verlängern, bis der Masaryk Ring das Geld vom Staat, der Stadt und der Region bekommen hat?

Nein, es ist ganz anders. Wir haben mit dem Automotodrom ausgehandelt, dass wir bis zum 16. August 2015, dem Renntag auf dem Masaryk Ring, warten. Das ist der letzte Tag, um den Brünn-GP noch für den Kalender 2016 zu bestätigen.

Warum ist die ganze Situation so kompliziert?

Wir haben einen Vertrag mit dem Automotodrom. Dieses sollte Geld vom Staat, der Stadt und der Region bekommen. Doch damit gibt es jetzt Schwierigkeiten. Wir haben aber einen Vertrag mit Herrn Abraham und nicht mit den öffentlichen Institutionen.

Wie sieht die Zukunft des Brünn-GP aus?

Die Zukunft ist offen. Wir können nicht voraussagen, was kommt.

Können Sie erklären, wie es in anderen Ländern funktioniert?

Wenn wir die europäischen Länder betrachten, dann besteht in fast allen ein großes Interesse an der MotoGP-WM, weil sie einen ökonomischen Gewinn für die ganze Region darstellt. Die Länder wissen das und finanzieren den Grand Prix daher mit. Fast alle Rennen im Kalender haben verschiedene Verträge mit der Stadt, der Region oder mit dem Land.

Haben Sie schon einmal solche Probleme wie in Brünn erlebt?

In meinen 25 Jahren hier habe ich schon viele Probleme erlebt. Dieses war nicht das erste und leider auch nicht das letzte Problem.

Sind die Probleme in Brünn etwas Besonderes?

Naja, normal wäre, dass die Einheimischen in der Lage sind, miteinander zu reden und sich untereinander abzustimmen. Es ist nicht überall so, dass die Politiker und die Streckenbetreiber so unterschiedliche Ansichten haben.

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