Toni Mang über Bradl: «Es wird schwierig»

Von Sharleena Wirsing
MotoGP

Stefan Bradl stellte bereits klar, dass er auch 2016 in der MotoGP-Klasse antreten will. Der fünffache Weltmeister Toni Mang weiß, dass es schwierig wird, ein Top-Team zu finden.

Wie geht es 2016 für den einzigen deutschen MotoGP-Piloten Stefan Bradl weiter? Nach seinem Wechsel aus Lucio Cecchinellos LCR-Team und Honda zu Forward und Yamaha erlebte der Bayer 2015 bisher eine durchwachsene Saison. Ein Highlight war der achte Rang in Barcelona, der Tiefpunkt kam mit seinem Kahnbeinbruch in Assen.

Für 2016 scheint ein Verbleib im Forward-Team vorstellbar, doch Bradl wirft auch ein Auge auf andere Möglichkeiten. Bisher ist nicht klar, welche Bike-Spezifikation Forward im nächsten Jahr von Yamaha erhält. Zudem ist derzeit unklar, welchen Einfluss die Verhaftung von Forward-Chef Giovanni Cuzari auf Bradls Zukunft haben wird. Der 48-jährige Italiener wurde vor einer Woche festgenommen.

Cuzari wurde wegen des Verdachts auf Bestechung, Steuerhinterziehung, Steuerbetrug und Geldwäsche festgenommen. Die Folgen für das Team sind noch nicht absehbar.

Toni Mang, der bisher erfolgreichste deutsche WM-Pilot mit fünf Titeln, erklärte zu Bradls Zukunft: «Geld regiert die Welt. Wenn man keines hat, dann wird das nichts. Stefan muss diese Saison abhaken. Doch auch im nächsten Jahr wird es schwierig. Was will er mit einer Aprilia? Hinterherfahren? Auch Pramac wäre kein Top-Team, mit dem Stefan ganz vorne mitmischen kann. Wenn Stefan jedoch eine gute Möglichkeit erhält, dann kann er sich auch mental von diesem Rückschlag erholen. Doch diese wird sehr schwer zu finden sein. Zudem braucht er sehr viel Energie, um sich von dieser Saison zu erholen.»

«Der größte Fehler war, sich von Honda zu trennen», ist Mang überzeugt. «Doch er konnte in seinen drei Jahren dort nicht genug in sich und die Technik investieren. Man muss immer investieren, um besser als andere Piloten mit der gleichen Maschine zu sein. Wenn man in ein Team kein Geld mitbringt, hat man dort nichts zu sagen. Das ist mental und auch praktisch schwierig, wenn ich als Fahrer in einem Team nicht dirigieren kann. Dann kann ich nichts ändern, wenn ich ein Teammitglied nicht für gut befinde oder die Chemie nicht stimmt. Das sind Kleinigkeiten, die aber sehr ausschlaggebend sein können. Wenn einem nur ein wichtiges Crewmitglied nicht passt, dann funktioniert es nicht.»

2015 sitzt Cal Crutchlow auf der Honda des LCR-Teams. Bisher ist er insgesamt nicht erfolgreicher als Bradl. Doch in Argentinien nutzte er bereits im dritten Rennen für LCR seine Chance auf das Podest. «Crutchlow ist ein ganz anderer Mensch als Stefan. Er ist ganz anders aufgewachsen. Wenn bei Stefan eine Kleinigkeit nicht passt, dann funktioniert es nicht. Er braucht ein perfektes Umfeld», betonte Mang.

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