LCR-Honda: 2016 wieder mit Crutchlow und Miller?

Von Günther Wiesinger
MotoGP

CWM-LCR-Honda-Teambesitzer Lucio Cecchinello unternimmt alles, um auch 2016 wieder zwei MotoGP-Fahrer finanzieren zu können.

Lucio Cecchinello betrieb von 2006 (er begann mit Casey Stoner) bis Ende 2014 in der MotoGP-Weltmeisterschaft ein Honda-Kundenteam mit einem Fahrer, zuletzt 2012 bis 2014 mit Stefan Bradl.

Dann entzog HRC Bradl die Unterstützung für 2015, die Hoffnungen auf einen neuen Ausnahmekönner ruhten auf Jack Miller. Da Ende Juli 2014 noch nicht feststand, ob LCR einen zweiten Fahrer finanzieren könnte, einigte sich Bradl mit Forward-Yamaha, LCR sprengte dann Cal Crutchlow aus seinem Ducati-Vertrag, er hatte eine Ausstiegsklausel bis 31. Juli.

Der zweite Platz wurde mit einem 6,5 Millionen-Euro-Sponsorship-Deal mit dem dubiosen Finanzjongleur und CWM-CEO Anthony Constantinou finanziert, der jedoch im März in Schieflage geriet, 13 Mitarbeiter wurden vorübergehend verhaftet. Inzwischen hat der 34-jährige Grieche ausserdem eine Klage von sechs Frauen wegen sexueller Belästigung am Hals.

Noch schlimmer: Constantinou hat nur 70 Prozent der vereinbarten Summe bezahlt. Deshalb wird LCR voraussichtlich beim British Grand Prix in Silverstone (30. August) alle CWM-Logos entfernen.

Lucio Cecchinello befürchtete im Juli, er könne 2016 nur noch einen Fahrer einsetzen, das wäre Cal Crutchlow gewesen, weil er keinen Ersatz für CWM finden würde. HRC überlegte dann, Jack Miller zu Jorge «Aspar» Martinez ins Power Electronics Team zu transferieren.

Aber am Samstag um 18 Uhr fand in Brünn im HRC-Lkw eine Krisensitzung mit den HRC-Managern Nakamoto, Suppo, Miller und Crew-Chief Cristian Gabarrini statt.

Jetzt sieht es ganz danach aus, als ​könnte Jack Miller 2016 durchaus wieder gemeinsam mit Cal Crutchlow bei LCR-Honda fahren. Cecchinello hat seine treuen Sponsoren wie Givi, Rizoma, Unibat und so weiter, Honda hat ihm für 2015 noch Castrol vermittelt (statt elf), HRC zahlt einen erklecklichen Anteil für Miller, der einen Drei-Jahres-Vertrag mit HRC in der Tasche hat. Die Japaner müssen ihm also einen Platz besorgen.

Millers MotoGP-Platz für 2016 ist also gesichert, selbst wenn er am Schluss wider Erwarten doch noch zu Martinez transferiert werden müsste, wird ihm HRC dort seinen jetzigen Crew-Chief Gabarrini zur Seite stellen.

Die LCR-Fahrer haben bisher die gesetzten Ziele nicht erreicht: Im Winter verlangte Teambesitzer Lucio Cecchinello von Crutchlow einen Top-5-Rang in der WM und konstante Fights um Podestplätze. Momentan liegt Crutchlow (vier Rennstürze, ein Podestplatz) auf dem neunten WM-Rang.

Jack Miller sollte die Open-Class gewinnen und am Jahresende die WM unter den Top-Ten abschliessen. Doch der Sprung von der 55-PS-Moto3-KTM auf die MotoGP-Honda mit 250 (und der jämmerlichen Einheits-Elektronik) war schwieriger als erwartet. Miller ist mit zwölf Punkten drittbester Open-Fahrer hinter Barbera (20 Punkte) und Baz (15), in der WM-Tabelle liegt er an 18. Stelle.

Für Lucio Cecchinello wäre es höchst wünschenswert, 2016 zwei Fahrer behalten zu können. Dann bleiben ihm für 2017 zwei Plätze garantiert, die dann von der Dorna und IRTA mit je 2,8 Millionen Euro kräftig finanziert werden. Die Werke dürfen 2017 für die Leasingpakete nur maximal 2,2 Millionen Euro pro Fahrer kassieren.

«Derzeit haben wir nur das Budget für einen Fahrer», erklärte Teambesitzer Cecchinello gegenüber SPEEDWEEK.com. «Unsere Priorität ist es, Cal zu behalten. Ich würde 2016 liebend gerne zwei Fahrer einsetzen. Wenn das gelingt, könnte Jack der zweite Fahrer sein. Doch im Moment sehe ich keine reelle Chance dafür, wenn wir keinen guten Sponsor finden. Derzeit liegt uns kein konkretes Angebot eines Sponsors vor.»

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