Repsol Honda: Ducati lehnte HRC-Test in Spielberg ab

Von Günther Wiesinger
MotoGP
Bisher fehlen Marc Márquez und Dani Pedrosa auf der Teilnehmerliste für den MotoGP-Test auf dem Red Bull Ring. Das hat sich HRC aber selbst zuzuschreiben.

Das Repsol-Honda-Werksteam mit Titelanwärter Marc Márquez und Dani Pedrosa hat sich bisher nicht zur Teilnahme am grossen MotoGP-Test in Spielberg am 19./20. Juli entschieden.

Das liegt nicht daran, dass sich die beiden Honda-Werksfahrer nach dem GP von Deutschland (17. Juli) frühzeitig in die Sommerferien verabschieden wollen.

Sondern das hat mit den strengen MotoGP-Testvorschriften zu tun, die den Factory-Teams zwischen dem WM-Finale in Valencia 2015 und 2016 nur insgesamt fünf zusätzliche private Testtage zubilligen.

Und diese fünf privaten Testtage dürfen nicht innerhalb der letzten 15 Tage vor dem ersten GP-Training auf der jeweiligen Piste stattfinden.

Von den fünf Tagen ausgenommen sind nur der offizielle Valencia-Test nach dem Grand Prix, der Sepang-Test im Februar, der Phillip-Island-Test im Februar und der Katar-Test im März, dazu die drei Montag-Tests in Jerez, Barcelona und Brünn.

Repsol Honda hat sich aber als einziges Spitzenteam bereits Ende November in Jerez drei zusätzliche Testtage gegönnt, weil das neue Triebwerk und die neue Einheits-ECU ausprobiert werden mussten, diese Aufgaben wurden dann gleich mit Michelin-Tests verbunden.

Jetzt verfügt Repsol Honda nur noch über zwei Testtage bis zum WM-Finale 2016. Aber Honda braucht auch Testtage, um die MotoGP-Prototypen für 2017 zu erproben, damit wurde im Vorjahr schon im Juli in Brünn begonnen.

Also entschloss sich das Repsol-Honda-Team, am Spielberg-Test (19./20. Juli) mit der käuflichen Strassenversion Honda RC213V-S teilzunehmen, dem Production-Racer-Ableger der MotoGP-Werksmaschine.

Doch die Strecke ist für diesen Termin ursprünglich von Ducati Corse gebucht worden. Und Ducati Corse wollte sich mit diesem HRC-Trick nicht hinters Licht führen lassen, mit dem Honda die verjuxten Testtage wettmachen wollte.

Die Italiener lehnten die Mitfahrt von Márquez und Pedrosa auf den RC213V-S-Maschine ab, mit einem köstlichen und etwas fadenscheinigen oder schlitzohrigen Grund: Dieses Fahrzeug sei zu langsam, das könne zu gefährlichen Situationen führen.

Das ist schon möglich.

Aber bei privaten Tests tummeln sich manchmal sogar Moto2-Bikes auf der Piste... Und zu den Zeiten der Claiming-Rule-Bikes gab es auch Unterschiede von 50 PS und mehr.

Andere Teams haben mit ihren Testtagen besser hausgehalten als Repsol Honda. «Wir haben mit Cal Crutchlow bisher keinen einzigen zusätzlichen Testtag investiert», sagte LCR-Honda-Crew-Chief Christophe «Beefy» Bourguignon.

Gegen die Teilnahme von LCR Honda mit der Werks-RC213V hat Ducati auf jeden Fall nichts einzuwenden.

Repsol Honda muss jetzt entweder auf den Spielberg-Test verzichten oder einen oder zwei der restlichen Testtage opfern.

Im Team wird aber auch noch eine andere Möglichkeit diskutiert: Márquez und Pedrosa sollen mit den Projekt-Spielberg-Verantwortlichen klären, ob sie im Juni oder Juli irgendwann mit den Serien-RC213V-S zumindest einen halben Tag üben können.

«Track Familiarisation» heisst das im FIM-Reglement, für diese Zwecke sind Serienmaschinen gestattet. Die RC213V-S hat mehr als 200 PS, aber kein Seamless-Getriebe und keinen pneumatischen Ventiltrieb. Sie kostet 188.000 Euro. Die Stückzahl des Liebhaber-Bikes wurde auf 200 Exemplare limitiert.

Übrigens: Die Neueinsteiger (oder «concession teams») wie Suzuki und Aprilia unterliegen diesen rigorosen MotoGP-Testvorschriften nicht. Die Anzahl ihrer Testtage ist bis zum Erreichen von sechs «concession points» nicht limitiert. Die sechs Konzessionspunkte kriegen diese Teams zum Beispiel durch einen ersten Platz (3 Punkte), einen zweiten (2) und dritten Platz (1).

Ausserdem: Für Marc Márquez ist der Red Bull Ring kein absolutes Neuland. Er hat dort im Sommer 2015 anlässlich eines Promotion-Events für Red Bull mit einer Werks-RC213V bereits 38 Runden abgespult.

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