Pit Beirer (KTM): «MotoGP – keine unlösbare Aufgabe»

Von Günther Wiesinger
MotoGP
KTM verlor am ersten Tag in Spielberg nur 1 Sekunden auf die beste Yamaha mit Rossi. Pit Beirer, Motorsport-Direktor von KTM, wirkt zufrieden. «Wir sind mit der ersten Standortbestimmung zufrieden.»

Das neue Red Bull KTM-Werksteam bildete gestern die grosse positive Überraschung des ersten Testtages beim MotoGP-Test in Spielberg in der Steiermark.

Mika Kallio und Tom Lüthi bleiben den Kunden-Piloten von Honda und teilweise auch Ducati dicht auf den Fersen. Mit 2,292 Sekunden blieb der Rückstand von KTM-Testfahrer Kallio auf die Bestzeit von «Dovi» in recht überschaubaren Grenzen.

Auf die Werks-Yamaha von Rossi verlor Kallio nur 1,002 Sekunden – eine wahrhaft eindrucksvolle Performance.

Die Radarmessungen der Teams förderte zutage, dass die KTM im Top-Speed im Bergaufstück zwischen Turn 1 und Turn 3 mit 300 bis 301 km/h gleich schnell sind wie die Honda. Die besten Ducati erreichten aber sagenhafte 311 km/h, Aprilia musste sich mit bescheidenen 289 km/h begnügen. Vielleicht wurden bei Bautista, Lowes und Testfahrer di Meglio deshalb keine Zeitnahme-Transponder freigeschaltet. Es wird vermutet, dass Aprilia Racing durch diese Massnahme eine Blamage gegenüber Neuling KTM vermeiden wollte.

Alvaró Bautsita kam am ersten Testtag nicht unter 1:25,781 min. Damit hielt er sich nur rund 0,2 Sekunden vor Kallio und KTM.

Wie lautete das Resümee von KTM-Motorsport-Direktor Pit Beirer nach dem ersten von zwei Testtagen? Beirer: «Wir sind jetzt einmal happy, weil wir bei den Großen in der MotoGP-Klasse mitmischen. Wir haben einen ersten Test-Arbeitstag ohne irgendwelche große Probleme gehabt. Wir waren den ganzen Tag am Fahren und haben einen Rückstand, der in dieser Größenordnung zu erwarten war. Es ist keine unlösbare Aufgabe, bis zum Saisonstart 2017 eine ordentliche Performance abzuliefern. Wir waren wirklich nervös vor diesem Kräftemessen, aber jetzt sind wir zuerst mal total happy. Wir waren gespannt, was dieser erste Tag bringen wird. Das ist jetzt eine Standortbestimmung, die auf dem Papier so ist, wie sie ist. Das ist eigentlich ganz okay so. Die von manchen Experten prognostizierten drei Sekunden Rückstand haben wir Gott sei Dank unterboten.»

Wo muss bei KTM jetzt noch der Hebel abgesetzt werden bis zum Renndebüt am 13. November 2017 mit Wildcard-Fahrer Mika Kallio? Beirer: «Wir sind jetzt noch nicht so knapp daran, dass wir sagen können, es liegt nur an dieser oder jener Kleinigkeit. Wir werden daran arbeiten müssen, dass das Motorrad ein bisschen besser einlenkt und es beim Beschleunigen ein bisschen stabiler bleibt. Aber es ist generell so, dass unser Konzept sehr gut funktioniert, auch mit dem Stahlchassis, sonst könnten wir diese Zeiten nicht fahren. Jetzt kommt es auf die Feinabstimmung an. Wir haben noch sehr viele Teile, die wir noch ausprobieren wollen und abstimmen müssen. Ein bisschen etwas vom Rückstand knabbern wir dadurch automatisch noch ab. Aber wie wir alle wissen im Rennsport: Die letzte Sekunde wird die ganz schwierige Sekunde.»

Wie sieht es bei der rund 270 PS starken KTM mit dem Reifenverschleiß aus? «Wir sind bisher keine Reifendauertests gefahren», sagt Beirer. «Aber bei den Runs, die wir gemacht haben, haben die Reifen hinterher eigentlich sehr ordentlich ausgeschaut. Mika Kallio ist immer am Schluß eines Runs die besten Zeiten gefahren. Wir können also nicht behaupten, dass die Reifen extrem abgebaut haben. das war eigentlich ganz ordentlich, was wiederum für unser Chassis-Konzept spricht.»

KTM hat jetzt bis zum Valencia-GP noch vier Tests geplant: In Misano, Aragón, Brünn und Valencia.

RED BULL RING-TEST – 19. Juli, 18 Uhr

1. Andrea DOVIZIOSO, Ducati, 1’23.764
2. Andrea IANNONE, Ducati, 1’24.347
3. Scott REDDING, Ducati, 1’24.461
4. Casey STONER, Ducati, 1’24.502
5. Maverick VIÑALES, Suzuki, 1’24.595
6. Hector BARBERA, Ducati, 1’24.649
7. Eugene LAVERTY, Ducati, 1’24.751
8. Danilo PETRUCCI, Ducati, 1’24.992
9. Valentino ROSSI, Yamaha, 1’25.054
10. Aleix ESPARGARÓ, Suzuki , 1’25.099
11. Yonni HERNANDEZ, Ducati, 1’25.171
12. Jorge LORENZO, Yamaha, 1’25.175
13. Jack MILLER, Honda, 1’25.345
14. Cal CRUTCHLOW, Honda, 1’25.438
15. Loris BAZ, Ducati, 1’25.994
16. Mika KALLIO, KTM, 1’26.056
17. Tito RABAT, Honda, 1’26.195
18. Tom LÜTHI, KTM, 1’26.405

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