2011: Yamaha, der grosse Verlierer?

Kolumne von Günther Wiesinger
MotoGP 800 ccm
Valentino Rossi

Valentino Rossi

Kann Rossi auch auf Ducati Weltmeister werden? Die Vorzeichen stehen günstig.

Wird Yamaha der grosse Verlierer?
 
Ducati Corse hat in den letzten 20 Jahren fast alles richtig gemacht. Die Italiener haben sich inzwischen durch 13 Fahrer- und 16 Marken-WM-Titel in der Superbike-WM den Nimbus des «Ferrari auf zwei Rädern» geschaffen und sind 2003 mit einem konkurrenzfähigen Desmosedici-Paket in die MotoGP-WM eingestiegen.

In der 800-ccm-MotoGP-Ära hat Ducati sogar den japanischen Giganten Honda in den Schatten gestellt. Honda gewann elf Rennen, Ducati 21.

In der Superbike-WM dominierte Ducati mit den V-Zweizylindern jahrelang nach Belieben – sie durften mit 1000 ccm gegen die 750-ccm-Vierzylinder antreten. Seit die japanischen Vierzylinder-Superbikes mit 1000 ccm fahren und die Ducati-Twins mit 1200 ccm, geriet die technische Balance etwas aus dem Gleichgewicht. Zudem wurde nie ein würdiger Nachfolger für Ausnahmekönner [*Person Troy Bayliss*] gefunden.

Honda hin oder her: Ducati kämpft weltweit nur gegen einen ernsthaften Gegner – und der heisst Aprilia.

Da der italienische Erzfeind ausgerechnet mit dem populären Max Biaggi die Superbike-WM dominiert, hat sich Ducati-Chef Gabriele Del Torchio entschieden, dieses Schlachtfeld zu verlassen, das Hauptaugenmerk auf die Königsklasse zu richten – und mit Rossi einen neuen globalen Superstar zu verpflichten.

Ducati Corse befindet sich in einer komfortablen Situation.

Die MotoGP-Verträge mit Marlboro wurden bis ins Jahr 2014 verlängert, auch andere Partner wie Shell, Energieversorger Enel und TIM (Telecom Italia Mobile) sind langfristig gebunden. Die staatliche Enel liefert für das Werk in Borgo Panigale sogar preiswerten Strom.

Eines ist klar: Verlieren kommt 2011 und 2012 für Ducati nicht in Frage. Wenn Rossi nicht gewinnt, werden es die Fans dem Material anlasten. Deshalb müssen alle Voraussetzungen für den Erfolg geschaffen werden.

Aber in meinen Augen kann Ducati nur gewinnen. Die Mehrheit der MotoGP-Fans sind glühende Anhänger von Rossi.

Er und Teamkollege [*Person Nicky Hayden*] sind Sympathieträger. Zusammen mit dem genialen Technikdirektor Filippo Preziosi werden sie aus der Ducati Desmosedici wieder ein Sieger-Motorrad machen. Rossis legendärer Cheftechniker Jeremy Burgess wird seinen Teil dazu beitragen.

Kann Rossi auf Ducati Weltmeister? Natürlich. Valentino wird so motiviert sein wie beim Wechsel zu Yamaha 2004. Er wird Lorenzo und die anderen Rivalen zur Verzweiflung treiben.

Rossi sieht Ducati als letzte Station seiner MotoGP-Karriere. Er wird alles geben. Und dass die Ducati Desmosedici ein schlagkräftiges Motorrad ist, haben wir am 19. September in Aragón gesehen: 1. Stoner. 3. Hayden.

Yamaha könnte zum grossen Verlierer werden. Denn Lorenzo wird nie die Beliebtheitswerte von Rossi erreichen. Und dass er allein ein Motorrad entwickeln kann, muss er auch noch beweisen. «Uns fehlen 30 PS», jammerte Lorenzo beim Aragón-GP.

Aber wer sich einbildet, Rossis Aufgabe sei leichter als 2004 bei Yamaha, der irrt gewaltig. Denn damals gab es keinen jungen Überflieger Lorenzo, der ein ganz anderes Kaliber ist als Biaggi, Gibernau und Stoner. Ausserdem hat Honda momentan das stärkste Paket für 2011. Pedrosa und Stoner werden es zu nützen wissen.

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