Gespanne: Vanluchene/vd Bogaart vorzeitig Weltmeister

Von Axel Koenigsbeck
Motocross-Gespann-WM

Beim vorletzten Motocross-GP in Roggenburg ließen Marvin Vanluchene/Ben van den Bogaart nichts mehr anbrennen. Mit einem Gesamtsieg konnte das Duo schon vor dem Finale den Gespann-WM-Titel feiern.

Mit satten 56 Punkten Vorsprung gingen Marvin Vanluchene/Ben van den Bogaart recht entspannt in die vorletzte GP-Runde. Und es kam, wie es kommen musste. In souveräner Manier setzten sie gleich nach dem Start zum ersten Lauf gegen Davy Sanders/Andres Haller und Arne Dierckens/Luc Rostingt durch. Im Verlauf des Rennens waren sie aber besonnen genug, ihre Führung nicht um jeden Preis gegen die drängenden Valentin Giraud/Johnny Badaire und Julian Veldman/Glenn Janssens zu verteidigen.

Derweil gerieten einige der Mitfavoriten durch Patzer ins Hintertreffen. Die WM-Zweiten Koen Hermans/Nicolas Musset verloren durch einen gelösten Zündunterbrecherstecker an Boden, sahen aber nach einer beherzten Aufholjagd immerhin noch als Zehnte die Zielflagge. Dennoch: Bei drei ausstehenden Läufen trennten sie nunmehr 65 Punkte von Vanluchene. Ebenfalls im Hinterfeld sahen sich zunächst Daniël Willemsen/Robbie Bax wieder, nachdem beim Start der Motor schlagartig abstarb. Unglücklicherweise befanden sich Benjamin Weiss/Patrick Schneider direkt hinter den Niederländern. Dennoch reichte es den Vorarlbergern am Ende noch für vier WM-Zähler.

Etienne Bax/Kaspars Stupelis wurden gleich zweimal durch Feindberührungen zurückgeworfen, als sie Sanders und Dierckens attackierten. Davon profitierten Brett Wilkinson/Dan Chamberlain ebenso wie Tomas und Ondrej Cermak. Dagegen fuhren der erstmals nach seiner Verletzung wieder gestartete, aber noch nicht vollständig genesene Stuart Brown und Beifahrer Joe Millard dem Feld hinterher.

Von den deutschsprachigen Gespannen qualifizierten sich die Schweizer Adrian und Pascal Leutenegger ebensowenig wie die Deutschen Adrian Peter/Patrick Leskow und Christian Sieber/Michael Klooz. Letztere scheiterten mit zerstörter Kupplung, Peter musste wegen verletzungsbedingter Schmerzen schon in der samstäglichen Quali-Runde aufgeben.

Einen starken ersten Lauf zeigten Marco Heinzer/Ruedi Betschart mit dem neunten Rang. Dagegen blieben David Bolliger/Meinrad Schelbert mit gebrochener Seitenradschwinge punktelos. Fabian Hofmann/Cornelio Döring kamen als Reservefahrer bereits in diesem Lauf zum Einsatz und fuhren als 24. ins Ziel. Ebenfalls verpassten Joachim Reimann mit Martin Betschart im Boot (21.) und Tobias Blank/Bastien Chopin (22.) die Punkteränge. Von den Beifahrern war neben Andres Haller auch Simon Wälti im Boot des Italieners Hotmar Pozzi erfolgreich.

Will man riskante Duelle vermeiden, fährt man am besten gleich auf und davon. Nach dieser Devise starteten Vanluchene/van den Bogaart in den zweiten Lauf. Nachdem sie an den zunächst führenden Dierckens/Rostingt vorbeigezogen waren, erarbeiteten sie sich bald einen komfortablen Vorsprung. Dabei kam Vanluchene Landsmann Dierckens zur Hilfe, der bei der Konkurrenz als schwierig zu überholen gilt – was einmal mehr Bax/Stupelis, Hermans/Musset, Giraud/Badaire und Willemsen/Bax konstatieren mussten. Damit brauchten Vanluchene/van den Bogaart nur noch ihr Gespann ohne Sturz und Defekt ins Ziel zu bringen – was ihnen problemlos gelang. So konnte sich der zu Tränen gerührte Belgier mit seinen 22 Jahren noch auf der Zielgeraden als jüngster Weltmeister in der MX-Gespann-Historie feiern lassen. Ebenso bemerkenswert: Ben van den Bogaart verhalf nun schon dem dritten Chauffeur zu WM-Gold.

Pech dagegen für Bax: Nachdem die Haltestange am Beiwagen komplett abgebrochen war, musste Kaspars Stupelis alles Geschick aufbieten, um sich überhaupt im Boot zu halten. Bei deutlich reduziertem Tempo reichte es jedoch nur mehr zum 22. Rang. Mit 45 Punkten Rückstand auf Hermans rückte der Vizetitel damit in weite Ferne. Bereits am kommenden Wochenende fällt im französischen Vesoul die Entscheidung.

Weiss/Schneider kamen diesmal ohne Handicap vom Start weg und bestätigten ihre starke Form mit Rang 10. Die Schweizer Teams fanden sich zunächst im Hinterfeld wieder, doch am Ende konnten zumindest Heinzer und Bolliger auf dem anspruchsvollen Kurs in die Punkteränge fahren. Auch Reimann/Betschart durften sich über vier Zähler freuen, während Tobias Blank mit dicken Armen aufgeben musste.

Resultate Motocross-Gespann-WM Roggenburg/CH:

1. Lauf: 1. Giraud/Badaire (F), WHT-Husqvarna. 2. Veldman/Janssens (NL/B), WHT-Husqvarna. 3. Vanluchene/van den Bogaart (B/NL), VMC-Zabel. 4. Wilkinson/D. Chamberlain (GB), WSP-Zabel. 5. Sanders/Haller (B/D), WSP-Zabel. 6. E. Bax/Stupelis (NL/LV), WSP-Zabel. 7. Cermak/Cermak (CZ), WSP-Mega. 8. D. Willemsen/R. Bax (NL), WSP-Zabel. 9. Heinzer/R. Betschart (CH), VMC-KTM. 10. Hermans/Musset (NL/F), VMC-Zabel. 11. Gert van Werven/Mans (NL/B), WSP-TM. 12. Dierckens/Rostingt (B/F), WSP-Zabel. 13. Varik/Daiders (EST/LV), WSP-Husqvarna. 14. J. Brown/Snell (GB), WSP-Zabel. 15. Moulds/Kirwin (GB), VMC-Husqvarna. 16. Pozzi/Wälti (I/CH), WSP-Husqvarna. 17. Weiss/Schneider (A), VMC-Zabel. 18. Kinge/Gray (GB), VMC-Zabel. 19. Compalati/Ravera (I), WSP-Zabel. 20. Auvray/Lebeton (F), WSP-Zabel.

2. Lauf: 1. Vanluchene. 2. Hermans. 3. Giraud. 4. D. Willemsen. 5. Dierckens. 6. Wilkinson. 7. Veldman. 8. Van Werven. 9. Sanders. 10. Weiss. 11. Cermak. 12. Kunnas/Kunnas (FIN), WSP-KTM. 13. Varik. 14. Thomas/van der Putten (F/NL), WSP-Zabel. 15. Pozzi. 16. Heinzer. 17. Reimann/M. Betschart (D/CH), WSP-Zabel. 18. Bolliger/Schelbert (CH), VMC-KTM. 19. Kinge. 20. Hroch/Hroch (CZ), WSP-Zabel.

WM-Stand nach 22 von 24 Läufen: 1. Vanluchene, 469 Punkte. 2. Hermans 401. 3. Bax 356. 4. D. Willemsen 315. 5. Giraud 294. 6. Varik 280. 7. Veldman 261. 8. Wilkinson 234. 9. Cermak und Sanders, je 219. 15. Weiss 153. 18. Heinzer 69. 21. Cuche 43. 24. Reimann 28. 27. Pozzi 24. 31. Clohse 16. 37. Inderbitzin 11. 43. T. Blank 6. 49. Hofmann 4. 52. Bolliger 3.

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