SidecarCross-WM
SidecarCross: Österreicher Weiss/Schneider beenden ihre Karriere
Zum ersten Februar gaben Benjamin Weiss und Patrick Schneider bekannt, dass sie ihre Helme nach 17 Jahren Sidecarcross an den sprichwörtlichen Nagel hängen.
Man weiß nicht, ob für die Vorarlberger noch eine weitere Steigerung als der letztjährige fünfte WM-Rang möglich wäre. Und die Fans werden es auch nie erfahren, da Benjamin Weiss und Patrick Schneider überraschend – zumindest für Außenstehende – das Ende ihrer aktiven Laufbahn bekannt gegeben haben. Damit verliert nicht nur die WM eines ihrer Top-Teams, sondern Österreich sein langjähriges Vorzeige-Gespann im Motocross. Nachfolger sind weit und breit nicht in Sicht.
Das Duo begann seine gemeinsame Karriere 2009 mit Rennen im Sidecarcup und mangels einer entsprechenden heimischen Serie in der Schweizer Meisterschaft. Den entscheidenden Impuls zum Seitenwagencross hatte der in der Nachbarschaft ansässige Bertram Martin gegeben, der den dreiradbegeisterten Youngstern die ersten Gehversuche mit seinem Gespann ermöglichte. Martin hatte es gemeinsam mit seinem Schweizer Beifahrer Bruno Kälin 2004 immerhin bis zum zehnten WM-Rang gebracht und war auch in der Deutschen Meisterschaft einige Zeit vorne mit von der Partie.
2011: Start in der DM
Weiss/Schneider versuchten sich 2011 erstmals – gerade 18 respektive 16 Jahre alt – in der DM und beendeten diese als 17., beim zweiten Anlauf ein Jahr später als 14. Ab 2013 (DM-Vierte) agierten sie dort immer im Vorderfeld, wenn sie nicht wie 2014 die Saison verletzungsbedingt vorzeitig beenden mussten. 2018 reichte es dann zum Vizetitel und 2022 endlich zur begehrten Meisterschaft. Diese war auch im folgenden Jahr in Sichtweite, doch ein Schlüsselbeinbruch setzte Benny beim Rennen in Warching außer Gefecht. Kaum genesen, zog sich Patrick beim WM-Finale in Rudersberg eine Handverletzung zu. Damit war die DM-Saison mit dem fünften Rang als Trostpreis gelaufen.
Für 2024 verzichteten sie dann auf die DM-Teilnahme mit ihren teils weiten Anreisen und fokussierten sich gänzlich auf die Weltmeisterschaft. Der Erfolg sollte ihnen recht geben. Nachdem sie vorher mit sporadischen Teilnahmen nie über Plätze jenseits der Top-20 hinausgekommen waren, standen sie am Ende auf dem achten Tabellenplatz. Im letzten Jahr sollte es noch besser laufen. In einem spannenden Schluss-Spurt konnten sie die Saison als Fünfte beenden.
Damit haben sie als viertes Team nach ihrem Mentor Martin österreichische Sidecarcross-Geschichte geschrieben. 1974 und 1976 avancieren Bruno Schneider/Werner Fink zum Vizemeister und 1975 zum Dritten in der Europameisterschaft (FIM-Cup). 1980 legte Schneider mit dem Schweizer Christoph Längle bei der WM-Premiere mit Bronze nach. Ab 1991 vertraten Karl Fussenegger/Josef Meusburger die Alpenrepublik ähnlich erfolgreich: 1993: Bronze, 1994 Silber und dann bis 1998 in den Top-10.
Benny Weiss und Patrick Schneider haben gemeinsam mit dem Gespanncross begonnen und beenden nun auch gemeinsam ihre Karriere – und mit ihnen die treue Helfer-Truppe um Birgit und Oliver Weiss. Welches andere Team kann für sich in Anspruch nehmen, über 17 Jahre unzertrennlich alle Höhen und Tiefen gemeinsam bewältigt zu haben?
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