Gassner Junior feiert ersten Sieg

Von Toni Hoffmann
Rallye Sonstiges
Gassner jr. feiert als jüngster DRM-Sieger seinen ersten Triumph

Gassner jr. feiert als jüngster DRM-Sieger seinen ersten Triumph

Nach spannendem Kampf musste sich Peter Corazza geschlagen geben – Papa Gaßner nach Vortagespatzer noch Achter

Hermann Gassner Junior hat beim Auftakt zur Deutschen Rallye-Meisterschaft (DRM) einen Sieg für die deutschen Rallye-Annalen eingefahren. Er ist mit seinen 20 Jahren bislang in der 31jährigen DRM-Chronik der jüngste Sieger. Mit seinem ersten Triumph hat er auch erstmals die Führung im deutschen Championat übernommen. Das Finale des ersten von sieben DRM-Läufen bei der Rallye Oberland stand ganz im Zeichen eines Mitsubishi-internen Duells zwischen ihm und Peter Corazza.

Der letztjährige Oberland-Vierte Corazza übernahm mit der ersten Saison-Bestzeit kurz nach Start die Spitze, an der er eine Entscheidung von Hermann Gassner Senior im Mitsubishi Lancer Evo. X abgelöst wurde. Durch den Patzer des vierfachen deutschen Champions und Vorjahressieger beim zweiten Durchgang der bekannten Prüfung «Monte Rigi», wo er mehr als vier Minuten einbüsste, ging die Führung und auch der Tagessieg erstmals an seinen Filius – etwa nach dem Motto, wenn ein Gassner patzt, ist der andere da.

Am Samstagmorgen konterte Corazza mit seiner zweiten Bestmarke und eroberte die Spitze wieder zurück. Wenig später aber wurde er vom jungen Gaßner dort wieder abgelöst. Es folgte nun die Jagd von Corazza auf den jungen Bayer, die aber am starken Widerstand des Surheimer scheiterte. Ab der fünften Prüfung reihte dieser Bestmarke an Bestzeit, nur auf der zehnten Entscheidung waren beide zeitgleich. Am Ende fuhr der Debütant in der deutschen Siegerliste einen Vorsprung von 25,3 Sekunden auf seinen Rivalen Corazza heraus.

«Bei dieser Rallye hat einfach alles super gepasst», war der erste Kommentar des Oberland-Siegers, dem Papa ganz herzlich zu seinem Triumph gratulierte. Er selbst war am Samstag nur in punkto Schadensbegrenzung unterwegs. «Nach dem Zeitverlust gestern haben wir nur noch versucht, so weit wie möglich nach vorne zu fahren und Punkte zu retten», sagte der Senior.

Einen leichten Tabellenabstieg musste der deutsche Vize-Champion Sandro Wallenwein hinnehmen. 2008 wurde er in der Alpenregion Zweiter, in diesem Jahr reichte es im Subaru Impreza «nur» zum dritten Rang (Rückstand: 1:34,8 Minuten). Der Allradler-Neuling Florian Niegel, 2008 noch für das Suzuki Team Germany mit wechselnden Erfolgen in der Junior-WM unterwegs, schaffte den Umstieg in ein etwas größeres Auto und den Wechsel von Zwei- auf Vierradantrieb auf Anhieb. Er beendete seine Mitsubishi-Premiere auf dem vierten Platz (Rückstand: 2:27,5 Minuten).

Olaf Dobberkau hatte vom letzten Jahr noch eine Rechnung mit der Oberland offen. Er startete damals als Führender in die zweite Etappe und landete auf der bekannten «Wildsteig»-Prüfung am Samstagmorgen im Aus. In diesem Jahr aber kam er mit seinem Porsche 911 ins Ziel. Am Samstag, als die Temperaturen im Alpenvorland in einen zweistelligen Bereich stiegen und damit die Pisten bis auf wenigen Ausnahmen trockener wurden, verbesserte er sich mit seiner Zuffenhausener «Heckschleuder» vom neunten auf den fünften Rang (Rückstand: 4.27,6 Minuten). «Für uns war es wichtig, möglichst viele Punkte mitzunehmen», meinte der letztjährige Tabellenneunte.

Eher als Testeinsatz dürfte der Start von Thomas Wallenwein, dem Vater von Sandro, bei der Saisoneröffnung eingestuft werden. Während die Söhne Sandro und Mark für die DRM eingeschrieben sind, geht er noch sporadisch an den Start. Mark Wallenwein konnte erst am Samstag in die Rallye eingreifen, nachdem er auf dem Weg zur ersten Prüfung mit einem Antriebsschaden am Renault Clio R3 stehen geblieben war. Sein Vater setzte erstmals den neuen Subaru Impreza N14 ein, den später mal Sandro übernehmen soll. Nach einem wechselnden Positionskampf um den sechsten Platz mit dem Tschechen Jiri Tisovsky im Mitsubishi Lancer meldete er am Ende mit dem siebten Platz (Rückstand: 5:19,0 Minuten) den bestandenen Test.

Endergebnis:
1. Hermann Gaßner jr./Kathi Wüstenhagen (D), Mitsubishi Lancer Evo. IX, 1:24:28,5 h.
2. Peter Corazza/Roland Bauer (D), Mitsubishi Lancer, + 25,3 sec.
3. Sandro Wallenwein/Pauli Zeitlhofer (D/A), Subaru Impreza WRX STi, + 1:34,8 min.
4. Florian Niegel/Thomas Fuchs (D), Mitsubishi Lancer, + 2:27,5
5. Olaf Dobberkau/Alexandra König (D), Porsche 911 GT3, + 4:27,6
6. Jiri Tosovski/Petr Gross (CZ), Motsubishi Lancer Evo IX, + 4:55,7
7. Thomas Wallenwein/Tanja Neidhöfer (D), Subaru Impreza WRX N14, + 5:19,0
8. Hermann Gassner sen./Siegfried Schrankl (D), Mitsubishi Lancer Evo. X, + 6:21,1
9. Felix Herbold/Kevin Zemanik (D), Citroën C2 R Max., + 7:30,1
10. Lars Mysliwietz/Oliver Schumacher (D), Citroën C2 R Max., + 7:51,4

Lesen Sie auch den ausführlichen Bericht in der Printausgabe Nr. 13 am Dienstag, 17. März 2009

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