Honda-Manager Chini: «Leugnen Enttäuschung nicht»

Von Ivo Schützbach
Superbike-WM

Im Winter sprach Honda von Podestplätzen und Siegen in der Superbike-WM 2017, die Erwartungen an die neue CBR1000RR Fireblade sind riesig. Doch inzwischen sind die Töne zurückhaltender.

Alle bei Honda sind nach drei Events der Superbike-WM 2017 auf dem Boden der Tatsachen angekommen: Das Management, die Fahrer Nicky Hayden und Stefan Bradl sowie die Partner Ten Kate Racing und Cosworth.

Der siebte Platz von Hayden im zweiten Lauf in Thailand steht als bestes Ergebnis, in der Gesamtwertung belegen die beiden ehemaligen Weltmeister nur die Ränge 11 und 12.

Doch es gibt Lichtblicke. Stefan Bradl beendete die Montag-Testfahrten in Aragón als Siebter, auf die Bestzeit von Tom Sykes (Kawasaki) fehlen 1,317 sec. Der Rückstand zu Yamaha, BWM, und BMW wurde verringert, außer Reichweite scheinen für die kommenden Rennen nur Kawasaki und Ducati.

Nächste Woche Montag und Dienstag testen Hayden und Bradl in Portimao, dann erstmals mit der neuen Motor-Ausbaustufe 17.1., die ab den Rennen in Imola Mitte Mai zum Einsatz kommen wird. Das Team Red Bull Honda erwartet sich damit einen großen Schritt nach vorne.

SPEEDWEEK.com sprach mit Marco Chini, dem Racing-Manager von Honda Motor Europe, über den enttäuschenden Saisonstart.

Marco, vergangenen Winter wurde von Honda als Minimalziel für 2017 kommuniziert, besser als mit dem vorherigen Motorrad abzuschließen – Michael van der Mark und Nicky Hayden beendeten die Weltmeisterschaft 2016 auf den Rängen 4 und 5. Auch von Podestplätzen und Siegen war die Rede. Ist das mit dem Desaster in den ersten drei Events trotzdem noch möglich?

Ich kann es dir nicht sagen. Alles wird davon abhängen, wie konkurrenzfähig die Fireblade nach dem nächsten Entwicklungsschritt sein wird.

Ich leugne nicht, dass wir vom Saisonstart sehr enttäuscht sind. Wir wussten, dass die Bikes spät kommen, und dass es schwierig wird. Wir dachten aber trotzdem, dass unsere Performance ab dem ersten Rennen auf dem gleichen Level sein würde, wie die alte Maschine. Von diesem Punkt aus wollten wir Fortschritte erzielen.

Wieso habt ihr das erwartet?

Wir haben uns die technischen Daten des neuen Bikes angeschaut, diese stimmten uns sehr optimistisch.

Das Motorrad ist zwar neu, es verfolgt in der Entwicklung aber die gleiche Philosophie wie das vorherige. Der Modellwechsel war sehr sanft. In Wirklichkeit ist eine neue Maschine aber eine neue Maschine. Alles ist viel unterschiedlicher und schwieriger, als wir erwartet haben: Der Motor, die Aerodynamik, die Elektronik müssen wir anpassen.

Das war auch mir eine Lehre.

Techniker von Magneti Marelli spotteten, dass ihr mit der Anpassung der Cosworth-Elektronik so große Probleme habt. Weshalb ist das so?

Das lässt sich leicht erklären: Wir haben neue Drosselklappen.

Das bisherige Ride-by-wire wurde speziell für den Rennsport entwickelt.

Jetzt müssen wir mit den Serien-Drosselklappen fahren und hatten noch nicht viel Zeit, die Elektronik daran anzupassen. Die neuen Drosselklappen wurden für ein Massenprodukt gefertigt, sie müssen günstig und haltbar sein.

Das alles hat Auswirkungen auf unsere Elektronik. Außerdem sind dieses Jahr keine gesplitteten Drosselklappen mehr erlaubt, diese haben uns einiges an mechanischem Grip gebracht.

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