BMW-Vertrag für Althea bald reif für den Papierkorb?

Von Ivo Schützbach
Superbike-WM
Der Vertrag zwischen Althea und BMW endet nach dieser Saison

Der Vertrag zwischen Althea und BMW endet nach dieser Saison

Für die Superbike-WM 2018 werden die technischen Regeln erneut geändert, auf Hersteller BMW hat dies große Auswirkungen. Althea-Chef Genesio Bevilacqua wiegt genau ab, ob er mit den Bayern weitermacht.

Seit Ende Juni hat das Althea-Team von Genesio Bevilacqua von BMW ein Angebot vorliegen, um den Ende der Saison auslaufenden Zwei-Jahres-Vertrag fortzusetzen. Die für Laguna Seca angesetzten Gespräche zwischen dem Teamboss und BMW-Rennchef Marc Bongers fielen aus, weil der Italiener krankheitsbedingt zu Hause blieb und sich per E-Mail bei Bongers entschuldigte.

«Wir haben in Misano gesprochen, Genesio weiß, was wir ihm zu welchen Konditionen bieten können», sagte BMW-Manager Bongers zu SPEEDWEEK.com. «BMW wartet auf seine Antwort. Er will ein Paket, mit dem er gewinnen kann. Aber wer bietet das?»

Einen besseren Deal als mit BMW bekommt Bevilacqua derzeit von keinem Hersteller. Von Ducati würde Althea siegfähige Motorräder erhalten, müsste diese aber teuer bezahlen. Pro Saison muss er für zwei 1199 Panigale R, Ersatzmotoren, Sturzteile und Techniker von Ducati zirka 700.000 Euro aufwenden.

Von BMW bekommt er Werksmotoren, die Elektronik und das dafür nötige Personal, muss sich aber selbst um die Chassis-Entwicklung kümmern.

Genesio Bevilacqua wartet ab

Bevilacqua zögert mit der Vertragsunterzeichnung aus zwei Gründen. Erstens möchte er die Bayern dazu bringen, sich mehr in seinem Team zu engagieren – doch das verbietet die Kundensport-Philosophie von BMW. Zweitens will er abwarten, in welche Richtung das technische Reglement sich entwickelt.

Es zeichnet sich ab, dass die Motoren seriennaher werden, und dass 2019 eine Einheitselektronik von Magneti Marelli kommt. Ist das der Fall, wird sich BMW eventuell ganz aus der Superbike-WM zurückziehen und nicht einmal mehr Kundenteams beliefern.

Der Grund dafür ist simpel: BMW setzt in allen Rennserien, bis auf die Britische Meisterschaft und die Tourist Trophy, die eigene Elektronik ein. In BSB gibt es eine Einheitselektronik von Motec. BMW hat widerwillig die eigenen Motoren darauf adaptiert, weil es in Großbritannien und in Irland zahlreiche BMW-Kunden gibt.

Kommt Magneti Marelli als Einheits-ECU für die Superbike-WM, müsste BMW den gleichen Aufwand wie für Motec noch einmal betreiben, hat dort 2018 aber maximal die zwei Althea-Piloten am Start.

Es ist fraglich, ob BMW diesen Aufwand betreiben wird, um in der höchsten Meisterschaft mit seriennahen Motorrädern dabei zu sein. Gibt es eine Grundsatzentscheidung dagegen, dann ist der Vertragsentwurf für Althea hinfällig und Genesio Bevilacqua kehrt aller Voraussicht nach zu Ducati zurück, mit denen er 2011 mit Carlos Checa die Weltmeisterschaft gewann.

 

 

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