Lausitzring: Es gibt eine Chance für SBK-WM 2018!

Von Ivo Schützbach
Superbike-WM
«Ich bin zuversichtlich, dass wir mit der Superbike-WM nach Deutschland zurückkehren», sagt Dorna-Manager Daniel Carrera. Bezüglich Lausitzring 2018 fanden erste Gespräche statt.

Am 17. Juli ließen die Betreiber des Lausitzrings die Bombe platzen: Zum 1. November 2017 übernimmt die Prüfgesellschaft Dekra den EuroSpeedway, Motorsport wird auf dem riesigen Areal in der Lausitz zukünftig – wenn überhaupt – nur noch eine Nebenrolle spielen.

Die neuen Eigentümer sind grundsätzlich bereit, die Rennstrecke einem Promoter für seine Serie zu vermieten. Als Veranstalter wird die Dekra aber keines Falls auftreten.

Das Dekra-Management bat vergangenes Wochenende, beim vorderhand letzten Superbike-WM-Event auf dem Lausitzring, überraschend um einen Termin bei Daniel Carrera, Executive Director WorldSBK.

«Es gibt das gemeinsame Interesse, den Lausitzring und Deutschland im Kalender zu behalten», bestätigte der Spanier gegenüber SPEEDWEEK.com. «Die Dekra muss Unterstützung für die sportliche Ausrichtung und die finanzielle Absicherung des Events finden.»

Wenn die Superbike-WM auf eine Rennstrecke kommt, verlangt die Dorna dafür ein Antrittsgeld – gewöhnlich in der Größenordnung 400.000 bis 500.000 Euro. Die Dekra hingegen will die Rennstrecke vermieten und so Geld zu verdienen.

Die Lösung für diesen Konflikt: Es muss eine dritte Partei gefunden werden, die sich zwischenschaltet, gedacht wird an den ADAC Berlin-Brandenburg. Dieser müsste dann sowohl die Streckenmiete als auch die Antrittsgebühr bezahlen.

Ob so etwas für einen lokalen Promoter Sinn macht, lässt sich ausrechnen. Am Samstag erschienen auf dem Lausitzring 10.619 zahlende Zuschauer, am Sonntag 12.880. Gehen wir davon aus, dass zirka 10.000 Fans ein Wochenendticket um 70 Euro gekauft haben, ergeben sich daraus Einnahmen von 700.000 Euro. Hinzu kommen die Einnahmen aus Tageskarten, für die Park- und Campingplätze, Ausstellerflächen und aus Werbung außerhalb des TV-Bereichs.

Insgesamt ergibt sich keine Summe, die viel Spielraum lässt – 2016 erwirtschafteten die damaligen Lausitzring-Eigentümer einen Verlust von 350.000 Euro für die Superbike-WM.

Die Vorzeichen für die DTM mit 40.000 Zuschauern am Sonntag stehen deutlich besser.

Dekra und Dorna müssen einem potenziellen Promoter mit ihren Forderungen entgegenkommen, damit für diesen die Ausrichtung der Superbike-WM 2018 auf dem Lausitzring gewinnträchtig ist – oder zumindest kostendeckend.

Um eine solche Großveranstaltung auszurichten, muss die Strecke für eine Woche gemietet werden. Einen Großteil der Mitarbeiter des Lausitzrings wird die Dekra übernehmen. Wegen der zahlreichen Wellen muss die Strecke frisch asphaltiert werden, die Kosten dafür werden auf 4 bis 5 Millionen Euro beziffert. Die Dekra hat bereits signalisiert, dass diese Ausgaben Bestandteil ihrer Pläne sind.

Um die Streckenposten kümmert sich der Scout e.V., auf den Parkplätzen wird von Aushilfskräften eingewiesen, die Security kommt von einer externen Firma. Um die Aufbauten im Fahrerlager kümmert sich die Dorna. Fachkräfte, etwa für das Media Center, ließen sich auftreiben.

«Wir haben die letzten Monate daran gearbeitet, einen Ersatz für den Lausitzring zu finden», hält Dorna-Manager Carrera fest. «So oder so, ich bin zuversichtlich, dass wir mit der Superbike-WM in der nahen Zukunft nach Deutschland zurückkehren – wenn nicht 2018.»

Damit es auf dem Lausitzring weitergeht, müssen drei Voraussetzungen erfüllt werden:

1) Die Strecke braucht einen neuen Asphalt.

2) Die geplanten Aufbauten im Innenfeld des Lausitzrings, wo zukünftig autonom fahrende Autos unterwegs sein werden, müssen so gestaltet sein, dass sie sich leicht und schnell entfernen lassen, damit das Fahrerlager wie bislang genutzt werden kann.

3) Es muss ein Promoter gefunden werden, der Dekra und Dorna bezahlt und das finanzielle Risiko trägt.

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