Was Leon Haslam (34) für seine WM-Rückkehr verlangt

Von Ivo Schützbach
Superbike-WM
Leon Haslam (re.) mit Vater Ron

Leon Haslam (re.) mit Vater Ron

Weil er mit Kawasaki Puccetti nicht genügend Erfolgsaussichten für die Superbike-WM 2018 sah, lehnte Leon Haslam den Vertrag ab. Idealerweise möchte der Engländer dieses Jahr mindestens zweimal mit Wildcard WM fahren.

Nach monatelangen Verhandlungen entschied sich Leon Haslam letzten Herbst gegen eine Rückkehr in die Superbike-WM, der Vizeweltmeister von 2010 wird auch kommende Saison für Kawasaki die Britische Superbike-Meisterschaft bestreiten.

Nachdem Teamchef Manuel Puccetti auch mit Ex-Weltmeister Sylvain Guintoli zu keiner Einigung für 2018 kam beschloss er, nur einen Fahrer an den Start zu bringen: das türkische Megatalent Toprak Razgatlioglu.

Mit Haslam einigte sich Puccetti mündlich darauf, dass er Mitte Mai in Imola eine zweite ZX-10RR als Wildcard in Elf-Farben pilotieren wird. «Ich möchte auch die Rennen in Donington Park mit Wildcard bestreiten», unterstricht Haslam im Gespräch mit SPEEDWEEK.com. «Klappt das nicht, ist auch nicht sicher, dass ich in Imola fahre. Ich warte auf die Bestätigung, dass ich beide Rennen fahren kann. Die Rennen liegen nur zwei Wochen auseinander, da wäre einiges möglich.»

Aktuell ist die Finanzierung für Donington nicht sichergestellt. «Ich bekomme Werbeflächen auf dem Motorrad, die ich meinen Sponsoren verkaufen kann, um meine Kosten zu decken. Ich kann die Plätze aber nicht nur für ein Rennen in Italien verkaufen. Für mich ist es wichtig, dass ich auch mein Heimrennen fahre. Ich verstehe aber auch Manuel. Elf möchte für dieses eine Rennen das ganze Motorrad in den Firmenfarben, sie investieren viel. Sie interessiert aber nur Imola. Möchten wir mehr Rennen fahren, müssen wir diese Plätze an jemand anderen verkaufen.»

Weshalb scheiterte letztlich der Vertrag für deine WM-Rückkehr? «Wenn ich etwas mache, dann richtig», unterstreicht der 5-fache WM-Laufsieger. «Bei meinen letzten beiden Wildcard-Einsätzen in Donington kämpfte ich um Podestplätze. Sogar in Doha mit Pedercini fuhr ich auf Platz 5, so ein Ergebnis gelang dem Team nie zuvor. Ich bin der letzte Privatfahrer, dem ein Podestplatz gelang. Wenn ich in die WM zurückkehren würde, dann erwarte ich solche Ergebnisse. Dafür muss aber alles passen. Letztes Jahr hatte ich einen Test in Portimao, von dort ging es nach Donington. Auf eine Strecke, die ich kenne. Wenn ich nach Imola komme, auf eine Strecke, auf der ich seit drei Jahren nicht fuhr, ohne einen Test davor, dann wird es schwierig. Wenn ich dort nur Achter werde, dann gibt mir das nichts. Wenn ich in Imola fahre, dann will ich für Puccetti und Elf das bestmögliche Resultat erobern.»

Du gehst nicht davon aus, dass du deinen zweiten Platz von Donington jedes Wochenende wiederholen könntest? «Sicher nicht», hob Haslam hervor. «Ich wurde Zweiter, es ist absolut unrealistisch, dass uns das jedes Wochenende gelingt. Puccetti ist ein Privatteam, welches das zweite Jahr in der Meisterschaft ist. Sie treten gegen Spitzenteams mit Werksunterstützung von Aprilia, BMW, Ducati, Honda, MV Agusta, Kawasaki und Yamaha an. Realistisch betrachtet dürfen wir nicht um solche Platzierungen kämpfen, Donington war außerordentlich. Fahrerisch kann ich das wiederholen, dafür müssen aber die Umstände passen. Deshalb mache ich meinen Plan für Donington und Imola. Wenn wir zwei Events bestreiten, dann können Puccetti und ich zeigen, zu was wir in der Lage sind. Wenn du einfach so ein Rennen gegen die Weltbesten mitfährst, dann wird das nichts. Das habe ich von Max Biaggi gelernt, als er seine Wildcard-Einsätze absolvierte. Er stellte sicher, dass er drei oder vier Testtage auf dieser Strecke hatte, er schaute, dass er schnell und konkurrenzfähig ist. Man kann nicht einfach auf ein Motorrad eines Teams steigen, das nicht jedes Rennen in die Top-5 fährt und dessen Elektronik man nicht kennt.»


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