Superbike-WM

BMW mit neuer S1000RR zwei Monate handlungsunfähig

Von - 21.01.2019 22:00

Um die Entwicklung der neuen S1000RR schnellst möglich voranzutreiben, leistet sich BMW für die Superbike-WM 2019 sogar ein Testteam. «Die Top-10 werden erst mal happig», stapelt Motorsport-Direktor Marc Bongers tief.

Am kommenden Mittwoch trifft das neuen BMW-Werksteam von Shaun Muir Racing (SMR) mit Ex-Weltmeister Tom Sykes und Superstock-Europameister Markus Reiterberger in Jerez erstmals auf die starke Konkurrenz von Kawasaki, Ducati und Yamaha.

2018 sorgte Loris Baz mit sechsten Plätzen in Portimao und Doha für die besten BMW-Ergebnisse, seit Oktober 2013 wurde kein Podestplatz mehr errungen. Doch letzten November wurde die neue S1000RR vorgestellt, außerdem ist BMW erstmals seit 2013 wieder werksseitig in der Superbike-WM vertreten. SPEEDWEEK.com sprach mit Motorsport-Direktor Marc Bongers.

Marc, habt ihr mit der neuen Maschine bereits den Level des 2018-Bikes erreicht?

Wir fuhren mit den Superbikes keinen Vergleich. Mit dem Stock-Motorrad sind wir auf dem Level des alten Bikes, das ja in der Stock-Klasse in vielen nationalen Meisterschaften das Maß der Dinge war.

Es ist wichtig, erst mal das Basismotorrad zu verstehen, bevor man ein Superbike daraus macht.

Wir messen uns diese Woche mit der Konkurrenz und machen uns nicht mehr die Mühe zu schauen, wo wir gegenüber dem alten Motorrad stehen.

Ideal wäre, wenn es wie bei Ducati mit der neuen V4R läuft und ihr sofort vorne dabei seid. Der schlimmste Fall wäre, wenn es euch wie Honda geht und ihr mit dem neuen Bike zurückfallt.

So soll es definitiv nicht laufen. Ich bin zuversichtlich, auch wenn wir nicht gleich vorne stehen werden. Wir werden uns mit dem Team und dem internen Aufwand nach vorne arbeiten und wollen nicht auf der Stelle stehen bleiben.

Honda war ja auch keine Werkskonstellation. Das war Honda Motor Europe; mit der Unterstützung von HRC wird es bei denen dieses Jahr auch anders aussehen.

Wenn BMW mit Loris Baz mit einem Privateinsatz des Althea-Teams auf Platz 6 bis 10 fährt, ist dann mit einem neuen Motorrad und Werksengagement deutlich mehr möglich?

In der Theorie ja. Das werden wir auch schaffen, ich kann aber nicht behaupten, dass das von Anfang an so sein wird.

Man muss auch sehen, dass das Feld dieses Jahr gut besetzt ist. Vier Ducati, vier Yamaha, in paar gute Kawasaki – die Top-10 werden erst mal happig. Wenn wir mit dem neuen Motorrad auf Anhieb gleich schnell sind wie letztes Jahr, dann heißt das nicht, dass wir auf Platz 6 bis 8 fahren. Das kann auch mal Platz 12 bis 16 werden.

Wir hatten einen relativ späten Start und haben entsprechend viel Arbeit bis zum ersten Rennen. In der ersten Februar-Woche wird das Material nach Australien geschickt, das macht es schwierig. Alle Teile, die du jetzt hast, brauchst du bis dahin in genügender Menge. Dadurch bist du die ersten zwei Monate handlungsunfähig.

Ihr habt vor dem ersten Rennen noch je zwei Testtage in Jerez, Portimao und auf Phillip Island. Was ihr im Phillip-Island-Test erarbeitet, kommt erst beim Europa-Auftakt in Aragon Anfang April zum Einsatz?

Das kommt auf die Themen an. Wenn ein Fahrer eine andere Fußraste braucht, dann haben wir die drei Wochen später am Motorrad.

Eine Leistungsstufe des Motors oder komplexere Themen wie Fahrwerksgeometrie lassen sich nicht so einfach umsetzen. Das muss man berechnen, produzieren, testen, frei fahren und den Vorteil, den es auf dem Papier gibt, beweisen.

Arbeitet euer Testteam in den neun Wochen zwischen dem Verschicken des Materials und dem Europa-Auftakt parallel?

Wir haben im Hintergrund Testbikes, die auf Abruf sind. Jetzt wird erst mal in den sechs Testtagen mit SMR alles durchgetestet. Sollten in den ersten Rennen akute Themen auftauchen, hätten wir die Möglichkeit mit Testfahrzeugen einzuspringen.

Wer sitzt dann auf den Testbikes?

Das ist nicht bestimmt und je nach Thema. Bei einem Software-Thema können wir mit eigenen Leuten fahren. Ist es ein Performance-Thema, etwa eine Schwinge, dann müssen wir einen schnellen Fahrer haben. Daran mangelt es aktuell nicht. Ein Anruf und man hat einen flotten Fahrer.

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Tom Sykes auf der neuen BMW S1000RR © BMW Tom Sykes auf der neuen BMW S1000RR BMW Motorsport Direktor Marc Bongers © BMW BMW Motorsport Direktor Marc Bongers
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