BMW-Teamchef Shaun Muir: «Unterstützung von oben»

Von Ivo Schützbach
Superbike-WM
Teamchef Shaun Muir, BMW-Boss Dr. Markus Schramm und Motorsport-Direktor Marc Bongers (v.l.)

Teamchef Shaun Muir, BMW-Boss Dr. Markus Schramm und Motorsport-Direktor Marc Bongers (v.l.)

Im Jubel um den ersten Podestplatz für BMW mit der neuen S1000RR bei der Superbike-WM in Misano ging unter, dass Partner SMR ebenfalls sein bestes Ergebnis einfuhr. Teamchef Shaun Muir exklusiv.

2015 gewann Shaun Muir Racing (SMR) mit dem Australier Joshua Brookes und Yamaha in überragender Manier die Britische Superbike-Meisterschaft, im Jahr darauf erfolgte mit BMW, Brookes sowie dem Tschechen Karel Abraham der WM-Einstieg.

BMW engagierte sich damals nur auf Sparflamme in SBK, Brookes konnte sich nie mit der ausgereiften Elektronik anfreunden und Abraham trauerte den MotoGP-Maschinen hinterher. Das erste WM-Jahr wurde ein Reinfall.

Für die Saison 2017 und 2018 wechselte SMR zu Aprilia und setzte reinrassige Werksrenner aus Noale ein. Doch für Aprilia spielte die seriennahe Meisterschaft nach dem Gewinn der Fahrertitel 2010, 2012 und 2014 kaum noch eine Rolle, die Italiener konzentrieren sich seit dem Einstieg 2015 auf die MotoGP-WM.

Ende Juni 2018 eroberte Eugene Laverty in Laguna Seca als Dritter auf Aprilia den ersten Podestplatz für Shaun Muir Racing in der Weltmeisterschaft, zwei Wochen später legte der Nordire in Misano mit einem weiteren dritten Platz nach.

Seit 2019 ist SMR das Werksteam von BMW, vergangenen Samstag brillierte Tom Sykes als Zweiter im verregneten ersten Hauptrennen in Misano. Der Engländer beendete damit nicht nur eine 67-monatige Durststrecke für BMW ohne Podestplatz, es war auch das erste Mal, dass mit der neuen S1000RR die Top-3 gelangen, nachdem Sykes in Imola auf Platz 3 liegend mit technischen Problemen ausgefallen war.

Rang 2 in Misano ist auch das beste WM-Ergebnis für SMR.

«Lass dich umarmen», begrüßte mich BMW-Teamchef Shaun Muir selten emotional nach Sykes’ Glanzstück. Und grinste: «Wir haben Deutschland stolz gemacht!»

Dann war der Engländer wieder gewohnt analytisch. «Als wir in die Superbike-WM kamen, machten wir Fehler», gab er offen zu. «Wir haben die Meisterschaft unterschätzt und unser Können für die Top-6 überschätzt. Es hat drei Jahre gedauert, bis wir uns etablieren konnten. Jetzt haben wir das Gefühl, dass wir es verdient haben im SBK-Fahrerlager zu sein und dass wir dorthin gehören. Das macht mich glücklicher als alles andere.»

Waren die Erfahrungen mit BMW im ersten Jahr sowie Aprilia in den Jahren 2 und 3 nötig, um dorthin zu kommen, wo ihr heute seid? «Das Puzzle setzt sich aus sehr vielen Kleinteilen zusammen», weiß Muir. «Wir haben heute eine viel erfahrenere Crew und mit BMW einen Partner, mit dem es sich sehr gut arbeiten lässt. Alle Zahnräder bei BMW Motorrad Motorsport und SMR greifen perfekt ineinander. Auch ohne den Podestplatz in Misano würden wir fühlen, dass wir eine starke Partnerschaft haben und das Momentum auf unserer Seite ist. Ich bin mir sicher, dass wir in den kommenden zweieinhalb Jahren konstant besser werden und gemeinsam wachsen. Wir wollen nur vorsichtig sein und die Erwartungshaltung nicht zu weit nach oben schrauben. Wir sollten nicht erwarten, dass wir im zweiten Jahr die Weltmeisterschaft gewinnen. Wir machen Schritt für Schritt. Wir haben Niederlagen erlitten – wenn du dann einen Podestplatz eroberst wird dir bewusst, wie wichtig so eine Errungenschaft ist und wie dich das stärkt.»

«Samstagabend erhielt ich eine Nachricht vom früheren BMW-Rennchef Berti Hauser», erzählte Muir eine nette Anekdote. «Ich rief ihn dann um 22 Uhr an, er weinte, so emotional war dieses Ergebnis für ihn. Noch mehr als für mich selbst freut mich dieser Podestplatz für den heutigen Motorsport-Direktor Marc Bongers, der dieses Projekt zum Laufen brachte. Dieser Podestplatz macht seine Aufgabe leichter und damit auch die von SMR. Marc, Dr. Schramm und ich haben eine fantastische Beziehung, wir können über alles reden und haben Unterstützung von oben. So lange wir uns verbessern, werden sie uns weiter unterstützen.»

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