Misano: Max Biaggi (6.) auf Augenhöhe mit den Stars!

Von Ivo Schützbach
Superbike-WM
Das Superbike-Fahrerlager verbeugte sich vor Max Biaggi angesichts seiner sechsten Plätze, von den Fans bekam er im Rossi-Land Misano stehenden Applaus. SPEEDWEEK.com schilderte er seine Rennen.

Zweimal Sechster, 12,3 und 5,9 sec hinter dem Sieger, kann sich für den beinahe 44-jährigen Max Biaggi nach zweieinhalb Jahren Rennpause sehen lassen. Nach 21 Siegen und 70 Podestplätzen waren wir gespannt, wie er seine Leistungen selbst beurteilt.

Wie hast du die Rennen erlebt?

Ich bin fast drei Jahre kein Rennen gefahren, es fehlt mir an Rennpraxis.

Im ersten Lauf hatte ich in Kurve 4 ein Problem mit Guintoli, er war zu spät auf der Bremse, ich musste mein Bike aufrichten, sonst wären wir beide gestürzt. Außerdem hatte ich übles Chattering am Vorderreifen, in jeder Rechtskurve.

Die Pace im zweiten Lauf war zu Beginn sehr hoch, das war schwierig für mich. Dann hing ich hinter Jordi Torres fest, er bremste tief in die Kurven hinein, ich kam nicht an ihm vorbei. Gegen Rennende war ich mit gebrauchten Reifen schneller als er und kam endlich an ihm vorbei. In einer Runde habe ich ihm eine Sekunde abgenommen. Mit einem besseren Rennbeginn hätte ich mit den Top-4 leicht mithalten können, ich war nahe dran. Unglücklicherweise ging das Rennen nur 21 Runden.

Das war ein schönes Wochenende, das Motorrad hat gut funktioniert.

Wie beurteilst du deinen Kampf mit Torres?

Jordi ist ein netter Junge. Nach dem Rennen kam er zu mir und lobte mich, dass ich so schnell war, er zog seine Kappe vor mir. Er ist ein ganz natürlicher Typ, das gefällt mir. Er hat Potenzial. Wenn er sich etwas verbessert, kann er einer der Topfahrer werden.

Hat es dich überrascht, dass du auf dem Level der Aprilia-Werkspiloten gefahren bist?

Meine Rundenzeiten waren identisch. In meiner letzten Runde fuhr ich 1/10 sec schneller als in meiner besten Runde bis dahin. Das beweist, dass wenn ich mehr Rennerfahrung gehabt hätte, wäre ich in der ersten Rennhälfte schneller gewesen.

Man verlernt die Automatismen auf dem Motorrad nicht, wenn man Spitzenklasse ist, kann man sich immer gut schlagen.

Schau dir mal andere Fahrer in meinem Alter an, die aufgehört haben, wie sie nach fünf Jahren aussehen. Das verrät dir einiges. Und auf der Strecke gibt dir niemand Kredit.

Du hast die Top-5 als dein Ziel genannt. Mit Rang 6 bist du auch zufrieden?

Im zweiten Rennen lag ich nur sechs Sekunden hinter dem Sieger, drei davon habe ich in den ersten drei Runden verloren. Ich habe niemals erwartet, dass ich so nahe am Sieger dran bin.

Ich hatte eine Wette laufen mit einem alten Mechaniker von mir. Er sagte, ich werde mehr als 14 sec auf den Sieger verlieren. Wenn ich besser bin, bezahlt er mir ein Abendessen. Also bin ich sehr glücklich.

Hast du jetzt Hunger auf mehr?

Supercool ist, dass ich ein sehr schönes Wochenende hatte, ich war so schnell wie die meisten anderen Jungs. Vergesst nicht, dass ich drei Jahre aus dem Geschäft war. Meine Rundenzeiten waren so gut wie die der anderen, ich verlor nur 6 sec auf den Sieger, habe mir keinen Sturz geleistet. Das gibt mir große Befriedigung.

Wie schnell hat dein Herz im Rennen geschlagen?

Das Maximum war 184 – im Schnitt waren es 148 Schläge pro Minute.

Körperlich fühlst du dich gut?

Ja. Jetzt ist es aber Zeit wieder nach Hause zu gehen und mit meinen Kindern Spaß auf dem Sofa zu haben.

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