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Jetzt also doch: Schlosser macht mit Schmidt weiter

Von Helmut Ohner
Nach dem erfolgreichen Einstand werden Markus Schlosser (re.) und Luca Schmidt weiter zusammenarbeiten

Nach dem erfolgreichen Einstand werden Markus Schlosser (re.) und Luca Schmidt weiter zusammenarbeiten

Zwei schicksalhafte Entscheidungen führten Markus Schlosser und Luca Schmidt beim Saisonauftakt der Seitenwagen-WM zusammen. Jetzt wurde beschlossen, gemeinsam auch den Rest der Saison zu bestreiten.

Markus Schlosser wollte sich beim Saisonauftakt der Seitenwagen-Weltmeisterschaft in Le Mans nur ein Bild von der Qualität der neuen Reifenmarke Hoosier machen. Für diese kurze Rückkehr aus der Motorsportpension konnte er auch seinen früheren Beifahrer Marcel Fries, mit dem er 2021 den Weltmeistertitel geholt hatte, zu einem Comeback überreden.

Doch nach den freien Trainingssitzungen in Le Mans fühlte sich Fries nicht wohl und er verzichtete auf eine weitere Teilnahme. Das wäre normalerweise das Ende des Auftritts von Schlosser gewesen, weil allerdings Luca Schmidt vergeblich auf seinen erkrankten Fahrer wartete, kam es kurzerhand zur Zusammenarbeit des Schweizers mit dem jungen Deutschen.

Das Ergebnis dieser Kooperation darf sich sehen lassen. Schlosser/Schmidt sicherten sich auf ihrer LCR Yamaha überraschend die Pole-Position. Im ersten Lauf mussten sie sich nur Harry Payne/Kevin Rousseau geschlagen geben, das zweite Rennen wurde eine Beute des durch zwei schicksalhafte Entscheidungen neu formierten Duos, das jetzt sogar die WM-Tabelle anführt.

Schlosser wusste nach diesem erfolgreichen Wochenende nicht, ob er weitermachen wird, hatte er sich doch weder ausreichend um die Technik seines Seitenwagens oder die Finanzierung einer WM-Saison gekümmert. «Ehrlich, ich weiß nicht, ob ich auf dem Sachsenring antreten werde», gestand er im Gespräch mit SPEEDWEEK.com.

Nur wenige Tage nach dieser Aussage fiel die Entscheidung zugunsten einer Weiterführung der Karriere. «Ich weiß, eigentlich bin ich schon vor zwei Jahren zurückgetreten, aber manchmal kommen die Dinge im Leben anders als man denkt. Ich werde dieses Jahr mit Luca, an den Start gehen und bei der Weltmeisterschaft weiter um Siege kämpfen.»

«Marcel, bleibt weiter ein wichtiger Bestandteil unseres Teams und wird bei jedem Rennen als Mentor dabei sein. Er hat aber entschieden, seinen Platz im Boot weiterzugeben. Ich freu mich auf diese Herausforderung und auf eine gute Saison.»

«Puh, es gibt Entscheidungen im Leben, die möchte man eigentlich nicht treffen», eröffnete Schmidt sein Facebook-Statement. «Auf einmal steht die Welt Kopf und ich hätte mich am liebsten verkrochen! Normalerweise freut man sich über Platz 2 und einen Sieg in der WM wie ein kleines Schnitzel, doch plötzlich waren da Fragen, die man sich vorher NIE gestellt hätte.»

«Auf der einen Seite mein Team Sattler Motorsport, ich habe euch so schrecklich viel zu verdanken, habe mich immer wohlgefühlt und es hat mir sehr viel Spaß gemacht, auf der anderen Seite mein Lehrmeister aus den ersten Stunden, mit 14 Jahren saß ich das erste Mal bei Markus im Boot und nun führen wir plötzlich und unerwartet die Weltmeisterschaft an.»

«Was nun?!? Diese Frage beschäftigte auf einmal alle. Ich habe mich, schweren Herzens entschieden und ihr müsst mir glauben, das war alles andere als leicht. Ich fahre ab sofort im Team Schlosser und wir werden alles was möglich ist versuchen, um nach den Sternen zu greifen!»

«Mit dem Team Sattler Motorsport gehe ich nicht im Bösen auseinander», versichert das 20-jährige Ausnahmetalent, «Sepp hat Verständnis für mich und meine Entscheidung, auch wenn es gerade der schlechteste Zeitpunkt überhaupt ist. Ich danke euch von ganzem Herzen!!!! Selbstverständlich werde ich immer da sein, wenn ihr meine Hilfe benötigt.»

«Auch möchte ich mich bei allen Sponsoren vom Team Sattler Motorsport bedanken, ihr habt mich aufgenommen und von Anfang an unterstützt, Dankeschön! Jetzt geht für mich eine neue Ära los und ich hoffe, mit euch allen da draußen an meiner Seite.»

WM-Stand nach 2 von 12 Rennen
1. Schlosser/Schmidt (CH/D), 45 Punkte. 2. Ellis/Clément (GB/F), 36. 3. S. Christie/T. Christie (GB), 29. 4. Payne/Rousseau (F), 25. 5. Päivärinta/A. Christie (FIN/GB), 22. 6. Streuer/Kölsch (NL/D), 21. 7. Peugeot/Peugeot (F) und Leglise/Cescutti (F), je 19. 9. Göttlich/Krieg (D), 15. 10. Biggs/Segers (GB/NL), 11. 11. Archer/Janssens (GB/B), 8. 12. Laidlow/Laidlow (GB) und Cable/Richardson (GB), je 7. 14. Wyssen/Salmon (CH/F) und Kirby/Kirby (GB), je 6. 16. Vinet/Marsal (F), 3. 17. Le Bail/Leveau (F), 1.

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