Martin Smolinski: «So viel kann mir keiner bezahlen»

Von Ivo Schützbach
Speedway-GP

Im Gegensatz zu allen anderen Fahrern im Speedway-GP fährt Martin Smolinski weder in der polnischen, britischen, noch schwedischen Profiliga. Wieso der Bayer diesen Weg geht.

Bislang galt als unvermeidbar, dass ein Fahrer jede Woche in verschiedenen Speedway-Ligen gegen die Besten der Welt fahren muss, um im Speedway-Grand-Prix Erfolg zu haben. Als sich Martin Smolinski im Winter entschied weder in Polen, Schweden oder Großbritannien zu fahren, musste er sich viel Häme anhören. Rückendeckung bekam er lediglich von Armando Castagna, dem Vorsitzenden der Bahnsport-Kommission des Motorrad-Weltverbands FIM. «Ich hoffe, dass Martin mit seinem Weg Erfolg hat», erklärte der Italiener gegenüber SPEEDWEEK.com. «Das würde beweisen, dass man nicht unbedingt 100 Rennen im Jahr fahren muss.»

Überzeugender als mit seinem Sieg in Neuseeland hätte Smolinski nicht in seine erste GP-Saison starten können. Innerhalb von drei Stunden katapultierte er sich in den Blickpunkt der Speedway-Welt.

Deine Ligaverträge für 2014 sind alle fix?

Ich fahre dänische und deutsche Liga. Polnische geht nicht, weil sie sich mit deutschen Terminen überschneidet. Großbritannien lohnt sich finanziell nicht. Schweden ist mir von der Grundorganisation her zu viel, ich habe lieber Zeit für meine deutschen Fans vor Ort.

Nach deinen GP-Sieg bekommst jetzt sicherlich Angebote aus Polen, Schweden und Großbritannien. Was wirst du antworten, wenn ein Club anklopft?

Das Gleiche wie davor. Im Moment kann mir keiner meine derzeitige Lebensqualität mit Geld bezahlen. Was wir, mein Team und ich, an Lebensqualität über das ganze Jahr haben... Ich rede von zehn Mann, die das betrifft. Umso mehr Rennen ich fahre, je mehr Arbeit steckt dahinter, desto weniger Lebensqualität haben wir. Für mich ist wichtig, dass ich am Sonntagmittag für meine deutschen Fans und Sponsoren zu sehen bin. Und dass ich Zeit habe, mal ganz gemütlich meine 93-jährige Oma zum Mittagessen zu besuchen und sie sich freut.

Es geht nicht darum in 20 Ligen zu fahren. Warum fährt ein MotoGP-Fahrer nur MotoGP? Weil er Lebensqualität haben will. Meine Lebensweise ist anders. Mir ist mein Privatleben wichtig und die Freude am Leben. Das will ich einfach. Deshalb kann kommen wer will, so viel kann mir keiner bezahlen.

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