Tödliche Unfälle: Keine Motorräder mehr am Pikes Peak

Von Rolf Lüthi
Strassensport

Jetzt ist es offiziell: Nach dem Tod von Ducati-Werksfahrer Carlin Dunne wir es am Bergrennen auf den Pikes Peak (Colorado/USA) nächstes Jahr keine Motorradkategorien mehr geben.

Das hatten sich alle anders vorgestellt: Vorjahressieger Carlin Dunne (36) pilotierte den Prototypen einer unverkleideten Ducati mit V4-Motor. Doch statt der erhofften Sieges stürzte der vierfache Pikes-Peak-Sieger weniger als 400 m vor dem Ziel, wurde in einen Haufen Felsbrocken geschleudert und verstarb.

Nun gaben die Organisatoren des traditionsreichen Rennens den Verzicht auf Motorrad-Kategorien bekannt, vorläufig für 2020. Das Pikes Peak Bergrennen wurde 2019 zum 97. Mal durchgeführt, an 41 Veranstaltungen waren auch Motorräder dabei. In den vergangenen 29 Jahren waren Motorräder ununterbrochen Teil des Programms.

In den 1950er Jahren wurden die ersten 1,2 km der 19,99 km langen Strecke asphaltiert, der Rest blieb Schotter. 2002 wurde mit der durchgehenden Asphaltierung begonnen, 2012 waren diese Arbeiten abgeschlossen. Erzwungen hat diese Asphaltierung der Sierra Club, die älteste Naturschutzorganisation der USA.

Der Sierra Club begründete seine Klage gegen die Stadt Colorado Springs damit, dass seit 1970 1,5 Mio. Tonnen Kies auf die Strecke aufgebracht wurden, das Flüsse vergiftete, die Vegetation schädigte und Feuchtgebiete erstickte. Die spektakuläre Bergstrasse ist eine Touristenattraktion und wird jährlich von 250.000 Menschen befahren.

Die Asphaltierung hat am Bergrennen zu dramatisch höheren Geschwindigkeiten und schweren Unfällen geführt. Insgesamt starben in der langen Geschichte dieses Rennens sieben Menschen, davon drei Motorradfahrer in den vergangenen fünf Jahren.

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