Keine WM in St. Wendel: Der DMSB machte nichts falsch

Von Markus Niegtsch/Matthias Dubach
Supermoto-S1-WM
Die WM-Piloten um Weltmeister Mauno Hermunen kommen nicht nach Deutschland

Die WM-Piloten um Weltmeister Mauno Hermunen kommen nicht nach Deutschland

Die Supermoto-WM kehrt 2014 nicht wie geplant nach Deutschland zurück. Warum der ADAC Saarland daran nicht schuldlos ist. DMSB-Vertreter erklären, warum der Veranstalter keine Gebührreduktion gewährt wird.

Die Supermoto-Gemeinde in Deutschland freute sich zu früh, trotz eines Termins im offiziellen WM-Kalenders für 2014 wird es keinen Grand Prix in St. Wendel geben. Am 31. Mai/1. Juni hätte auf der Traditionsstrecke ein Supermoto-Festival mit WM, EM und DM stattfinden sollen, nach dem Rückzieher des ADAC Saarland als WM-Event-Veranstalter bleibt nur die DM übrig.

SPEEDWEEK.com berichtete exklusiv, dass der ADAC Saarland die Mehrkosten nicht tragen kann und deshalb bei WM-Promoter BPROM die Nennung wieder zurückzog. Wie hinter vorgehaltener Hand zu hören war, hätte der Mehraufwand für die WM/EM bis 50.000 Euro betragen. Der schwarze Peter wurde flugs dem DMSB, dem Dachverband für den Auto- und Motorradsport in Deutschland, zugeschoben. Bei den WM-Rennen bis und mit 2010 in St. Wendel kam der DMSB dem Veranstalter mit einer Reduktion bei der Gebühr entgegen, die dieses Jahr 15.230 Euro betragen hätte.

Nun plante der ADAC Saarland ohne Rücksprache mit dem DMSB offensichtlich die damals gewährte Reduktion wieder fix ein, ausserdem wurden die Dienstwege bei der Anmeldung des Termins nicht eingehalten.

«Wir waren selber überrascht, dass die Veranstaltung auf einmal im FIM-Kalender aufgetaucht ist. Wenn das der Fall ist, haben wir gemäss den FIM-Regeln 14 Tage Zeit, um darüber zu sprechen», erklärte DMSB-Motorradsport-Koordinator Manfred Wirth gegenüber SPEEDWEEK.com. «Darauf haben wir den ADAC Saarland angefragt, wie es sich diesbezüglich verhält. Es hiess, dass Gespräche mit dem Promoter (Anm.: Supermoto-WM-Promoter BPROM) laufen und dass die WM-Veranstaltung durchgeführt werden soll. Wir antworteten, dass das dann aber beim DMSB angemeldet werden muss, was wir wiederum dementsprechend bei der FIM melden müssen. Als der Promoter festgestellt hat, dass dies auch Geld kostet, hat er nach der Summe gefragt. Diese steht im Handbuch drin. Darauf hin haben sie das Thema nochmals neu betrachtet und den WM-Lauf, der nicht angemeldet war, wieder abgesagt.»

DMSB-Pressesprecher Andreas Münzel erklärt, warum eine Reduktion der vom ADAC Saarland zu entrichtenden Gebühr diesmal nicht in Frage kam: «Der DMSB erhebt für bestimmte Leistungen – etwa das Ausstellen von Lizenzen oder bei der Anmeldung von Veranstaltungen Gebühren, die ganz wesentlich die Arbeit der Sporthoheit finanzieren. Bei WM-Läufen im Automobil- und Motorradsport wird ein Großteil der anfallenden Anmeldungsgebühren zudem an die jeweiligen Dachverbände FIA bzw. FIM abgeführt. Der DMSB kann deshalb bei solchen internationalen Events nicht auf die Gebühren verzichten. In der Vergangenheit hat es zwar Sonderkonditionen für den Supermoto-WM-Lauf gegeben, vor dem Hintergrund, dass keine andere Motorsportdisziplin in dieser Form unterstützt wird, ist dies aber nicht mehr zu rechtfertigen.»

Der Dachverband wehrt sich entschieden dagegen, als Verhinderer einer WM-Rückkehr in St. Wendel dazustehen. «Die Rolle des DMSB als Dachverband der deutschen Automobil- und Motorradsportler ist es, die Rahmenbedingungen für sicheren, fairen und sauberen Motorsport zu schaffen. Dazu gehören vielfältige Aufgaben wie etwa die Erstellung von Regelwerken, die Überwachung ihrer Einhaltung, Aufgaben in den Bereichen Sicherheit und Anti-Doping oder auch die aktive Gestaltung der einzelnen Motorsport-Disziplinen durch die Einrichtung von Fachausschüssen und die Mitarbeit in den Gremien internationaler Spitzenverbände. Zu diesem Spektrum gehört nicht die Ausrichtung oder das Sponsoring von Veranstaltungen – in keiner Motorsport-Disziplin. Der DMSB sieht es also durchaus als seine Aufgabe an, ein gutes Umfeld für Fahrer, Fans und Veranstalter zu schaffen. Die finanzielle Unterstützung von Promotoren kann allerdings nicht zu diesem Aufgabenspektrum gehören», teilte Münzel mit.

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