Enea Bastianini ernüchtert: «Müssen etwas an unserer Arbeitsweise ändern!»
KTM-Pilot Enea Bastianini erlebte beim MotoGP-Saisonauftakt in Thailand ein schwieriges Wochenende. Von Startplatz 20 aus rettete er mit cleverem Reifenmanagement immerhin Rang 12.
Der MotoGP-Saisonauftakt in Thailand verlief für KTM-Pilot Enea Bastianini ernüchternd. Der Italiener tat sich auf der RC16 das gesamte Wochenende über schwer und musste sich nach einem komplizierten Start in die Saison mit Platz 12 im Grand Prix begnügen.
Bereits im Zeittraining am Freitag zeichnete sich ab, dass Bastianini vor einer schwierigen Aufgabe stehen würde. Mit 1,5 Sekunden Rückstand auf die Bestzeit belegte er lediglich Rang 17 und war damit mehr als acht Zehntelsekunden langsamer als sein KTM-Markenkollege Pedro Acosta. Die direkte Q2-Qualifikation verpasste Bastianini deutlich.
Zu langsam: Bastianini hat Qualifying-Schwäche nicht überwunden
Im Qualifying kam es anschließend noch dicker: Bastianini ließ im Q1 nur Rookie Toprak Razgatlioglu (Pramac-Yamaha) und Ducati-Ersatzpilot Michele Pirro hinter sich und musste das Rennen von Startplatz 20 aufnehmen.
Auch im Sprint blieb der erhoffte Fortschritt aus. Der 28-Jährige kam lediglich auf Position 17 ins Ziel. Im Grand Prix gelang ihm schließlich eine kleine Schadensbegrenzung: Mit einer konservativen Strategie arbeitete er sich noch bis auf Rang 12 nach vorne und war damit hinter den beiden Werkspiloten Pedro Acosta (2.) und Brad Binder (7.) der drittbeste KTM-Pilot im Feld. Allerdings profitierte Bastianini auch von den Ausfällen der Marquez-Brüder und von Joan Mir – ohne diese Zwischenfälle wäre für ihn aus eigener Kraft nur Platz 15 möglich gewesen.
Clever: Wie Bastianini seinen Hinterreifen schonte
Eine Schlüsselrolle spielte dabei sein Umgang mit den Reifen. Bastianini verzichtete bewusst auf den Einsatz des Ride-Height-Devices, um den Hinterreifen zu schonen. Diese Strategie zahlte sich in der Schlussphase aus: Bis zur 20. Runde lag er außerhalb der Punkteränge, doch in den letzten fünf Umläufen konnte er mehrere Positionen gutmachen.
«Wenn man gegen Rennende noch etwas mehr Reifen übrig hat, dann kann sich das stark auf das finale Ergebnis auswirken», erklärte der KTM-Pilot nach dem Rennen. Trotz des späten Vorstoßes blieb die Stimmung im Lager des Italieners jedoch gedämpft. Vor allem das Fahrverhalten seiner KTM RC16 bereitete ihm große Probleme.
«Das Rennen war wirklich schwierig für mich. Auf den Geraden war das Motorrad sehr unruhig und es fiel mir schwer, das zu kontrollieren. Das Motorrad schüttelte sich oft, wenn ich den fünften Gang einlegte. Dieses Problem hatten wir bereits am Samstag. Wir können es uns nicht erklären. Wenn man das ausklammert, dann können wir feststellen, dass wir uns im Vergleich zum Sprint verbessert haben», suchte Bastianini nach den positiven Aspekten.
Bastianini übt Druck auf seine Tech3-Crew aus
Nach dem ersten Rennwochenende des Jahres zog Bastianini dennoch ein ernüchtertes Fazit. «Es lief ähnlich wie im vergangenen Jahr, doch das Ergebnis war vor einem Jahr besser», stellte er fest. Bei seiner KTM-Premiere im Vorjahr kam er als Neunter ins Ziel. Dass der Start in seine zweite KTM-Saison mit einem zwölften Platz begann, sorgt für Kopfzerbrechen: «Ich kann momentan nicht happy sein über meine Arbeit. Meine Erwartungen waren höher. Wir müssen etwas an unserer Arbeitsweise ändern.»
Auffällig war in Thailand auch, dass Bastianini ohne die zusätzlichen Flügel unter dem Bein unterwegs war, die von den KTM-Werkspiloten verwendet werden. Einen Nachteil sieht der ehemalige Ducati-Pilot darin jedoch nicht. «Für mich ist es kein Vorteil. Damit wird das Motorrad beim Umlegen träger», stellte er klar.
Die Entscheidung könne sich je nach Strecke ändern, betonte Bastianini, doch für das Rennen in Buriram sei es für ihn die bessere Wahl gewesen. «Es kann sich von Rennen zu Rennen ändern, je nach Streckenlayout. Hier war es für mich keine gute Lösung. Ich bin überzeugt, dass Pedro auch ohne die Flügel Zweiter geworden wäre.»
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