Supersport 300: Japanische Hersteller sind uneinig

Von Ivo Schützbach
Supersport-WM 300
Yamaha orientiert sich am europäischen Markt

Yamaha orientiert sich am europäischen Markt

Ab 2017 sehen wir die neue WM-Klasse Supersport 300. Promoter Dorna, der Motorrad-Weltverband FIM und die Herstellervereinigung MSMA bemühen sich, beim Reglement auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen.

Bereits übernächste Saison werden wir neben den jetzigen Klassen Superbike (1000 ccm) und Supersport (600 ccm) eine dritte WM-Klasse sehen, Supersport 300. Die neue Einstiegsklasse soll nicht auf 300 ccm beschränkt sein, da aktuell nur drei japanische Hersteller ein passendes Motorrad dafür haben: Yamaha YZF R3, Honda CBR300R und Kawasaki Ninja 300. Angedacht ist, dass der erlaubte Hubraum von der Zylinderanzahl abhängig ist, etwa 300 ccm für Zweizylinder und 400 ccm für Einzylinder. So würde man auch KTM mit der RC 390 ins Boot holen.

Für so verschiedene Konzepte ein technisches Reglement zu finden, welches für Chancengleichheit sorgt, gestaltet sich schwierig. Hinzu kommt, dass die Hersteller verschiedene Interessen verfolgen, wie Javier Alonso, Managing-Director der Superbike-WM, im Gespräch mit SPEEDWEEK.com erklärte.

«Die japanischen Hersteller sorgen sich lediglich um Asien», kritisiert der Spanier. «Sie sind sich auch nicht einig. Zum Beispiel für Yamaha ist der europäische Markt nach wie vor sehr wichtig. Sie glauben, dass der asiatische Markt dem europäischen folgt. Aus diesem Grund geben sie in Europa Geld aus für Marketing. Honda, Kawasaki und Suzuki betrachten den asiatischen Markt für sich. Deshalb müssen wir uns überlegen, wie wir die 300er-Klasse aufziehen. Intern haben wir diskutiert, ob wir die Meisterschaft in eine europäische und eine asiatische Runde splitten und dann ein gemeinsames Finale veranstalten.»

Problematisch an dieser Idee gestaltet sich das technische Reglement. Alonso: «In Europa werden andere Motorräder verkauft als in Asien, entsprechend würden die Hersteller gerne verschiedene Bikes einsetzen. Wir wollen, dass die Hersteller ihre Motorräder eher in Asien entwickeln, das ist der Markt, in dem sie diese Bikes verkaufen. Wir haben dieses Jahr den Erfolg des Rennens in Thailand gesehen. Der Sieg von Ratthapark Wilairot war für Honda Thailand und für Honda insgesamt eines der wichtigsten Ereignisse in diesem Jahr. Hätten sie das Suzuka Eight Hour gewonnen, wäre das noch größer gewesen. Aber auch ohne diesen Erfolg war der Buriram-Sieg sehr wichtig für sie. Wir müssen ihnen helfen, diese Märkte zu entwickeln und können dafür eine großartige Plattform bieten.»

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