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Dirk Müller: «Ich erwarte ein enges GTE-Rennen»

Von Martina Müller
SPEEDWEEK.com traf sich mit Ford-GT-Pilot Dirk Müller, um mit ihm über die anstehenden 24 Stunden von Le Mans zu sprechen. Der Deutsche siegte 2016 in der GTE-Klasse und ist sonst in der amerikanischen IMSA unterwegs.
Herr Müller, lassen Sie uns zunächst nochmals auf den Vortest zu den 24 Stunden von Le Mans von vor knapp zwei Wochen zurückblicken. Da schaffte Ford lediglich eine Zeit von 3:58. Letztes Jahr sind Sie in der Qualifikation aber schon 3:51 gefahren. Natürlich bekamen Sie 20kg an Gewicht dazu und ein wenig Ladedruck weggenommen. Aber erklärt das diesen immensen Zeitunterschied?

«Auch Ferrari ist ja letztes Jahr 3:51 gefahren und die haben keine BoP-Anpassung bekommen. Dementsprechend muss man da ein wenig aufpassen. Keiner versucht, sich in die Karten gucken zu lassen. Es muss auch keiner eine bestimmte Zeit fahren, da es keine Vorgabe gibt. Aber wir hatten beim Vortest auch viele Gelb-Phasen, die ebenfalls einen Anteil an den Zeiten tragen. Unsere Simulationen sagen, dass wir durch die neue BoP zwischen zwei und zweieinhalb Sekunden einbüßten.»

Letztes Jahr waren die beiden Ford GT aus der amerikanischen IMSA-Serie in Le Mans schneller unterwegs, als ihre Pendants aus der FIA WEC. Woran lag das?

«Währen des Rennens war mir das damals gar nicht aufgefallen. Aber bei der Analyse im Anschluss haben wir es dann doch relativ deutlich gesehen. Ich habe eigentlich nur eine einzige Antwort darauf: Wir waren letztes Jahr und sind auch in diesem Jahr mitten in unserer Meisterschaft. Die IMSA-Serie beginnt ja schon im Januar mit dem 24-Stunden-Rennen in Daytona. Auch die 12 Stunden in Sebring im März stellen ein wichtiges Event dar. Das heißt, wir haben bereits einige Langstrecken-Rennen hinter uns und zusätzlich auch noch andere IMSA-Sprint-Rennen absolviert. Die WEC-Jungs hatten dagegen nur die beiden Rennen in Silverstone und Spa-Francorchamps auf der Uhr. Ich glaube, das hat im letzten Jahr den Unterschied ausgemacht. Wir hatten einfach von Anfang an den Zug drauf.»

Wird sich dieser Effekt auch bei der diesjährigen Ausgabe der 24 Stunden von Le Mans zeigen?

«Davon gehe ich nicht aus. Das WEC-Team hat ja inzwischen die komplette 2016er Saison bestritten. Außerdem sind die zwei europäischen Ford GT dieses Jahr ebenfalls in Daytona gefahren. Selbst in Sebring hatten Sie einen Wagen am Start. Durch all das haben sie nun gut Zug drauf bekommen. Von daher erwarte ich, dass wir absolut auf einer Höhe sind.»

Was wird für ihr IMSA-Team die größte Herausforderung im Rennen sein?

«Wir fahren hier das erste Mal die WEC-Reifen. Ein Mischung wurde sogar speziell für den Kurs in Le Mans entwickelt. Somit mussten wir das Auto komplett auf den Kopf stellen. Und darauf müssen wir uns als Fahrer einstellen und uns auch gewissermaßen erst einlernen, damit wir das Maximum herausfahren können. Dazu kommt: In der IMSA fahren wir weiterhin mit der 2016er-Reifen-Generation»

Wie ist Ihre Prognose für das Rennen?

«Ich erwarte ein sehr enges Rennen. Viel wird von den Reifen entschieden werden. Es ist wichtig, vorne mitzufahren. Vom Wettbewerb sehen wir es ja: Porsche ist immer da, Ferrari ist da und natürlich die Corvette. Und ich muss ehrlich sagen, ich erwarte für das Rennen nichts anderes.»

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