24h Le Mans: GTE-Autos werden durch BoP eingebremst

Von Martina Müller
24h Le Mans
Die beiden Ford GT und die Porsche 911 RSR dominierten die 6h von Spa-Francorchamps in der GTE-Klasse

Die beiden Ford GT und die Porsche 911 RSR dominierten die 6h von Spa-Francorchamps in der GTE-Klasse

Im Vergleich zum Saisonauftakt der FIA WEC in Spa-Francorchamps werden die Fahrzeuge der GTE-Pro-Kategorie bei den 24 Stunden von Le Mans mit mehr Gewicht und mit weniger Motorleistung zurecht kommen müssen.

Beim Saisonauftakt der FIA WEC in Spa-Francorchamps ging es in der GTE-Pro Klasse gut zur Sache. In der Qualifikation schaffte Olivier Pla im Ford GT eine Rundenzeit von 2:12,420 Minuten. Damit war der Franzose knapp zweieinhalb Sekunden schneller zum Bestwert aus dem Vorjahr. Damals hatte Alessandro Pier Guidi im Ferrari 2:14,904 Minuten markiert. Die Hauptgründe dafür lagen in kühleren Streckentemperaturen und vor allem in einer neuen Reifengeneration von Seiten Michelins. Für das Saisonhighlight der Meisterschaft, den anstehenden 24 Stunden von Le Mans (16./17. Juni), haben die Regelhüter von FIA/ACO nun eingegriffen, um die antretenden Fahrzeuge etwas zu verlangsamen. Das ist von daher möglich, als das Rennen an der französischen Sarthe einen Sonderstatus inne hat. Im Gegensatz zu allen anderen WEC-Läufen ist Le Mans nicht an die in der GTE-Pro-Kategorie vorherrschende automatisierte BoP (Balance of Performance) gekoppelt. Das bedeutet, dass die jeweiligen Einstufungen von Menschenhand (und nicht per Computer) erstellt werden.

Durch die Bank müssen die GTE-Pro-Fahrzeuge in Le Mans mehr Gewicht um den 13,626 Kilometer langen Kurs tragen. Im Vergleich zu Spa-Francorchamps erwischt es Ford am heftigsten. Das in den belgischen Ardennen siegreiche Fahrzeug bekam 25 Kilogramm an Extra-Ballast verordnet. Dahinter folgen Porsche (+17 kg), BMW (+13 kg), Ferrari (+11 kg) und Aston Martin (+5 kg).

Zusätzlich zum erhöhten Gewicht wurde auch noch die Motorleistung nach unten geschraubt. Porsche muss den Luftmengenbegrenzer im Vergleich zum Saisonauftakt um 0,6 Millimeter auf 30,3 mm verkleinern (was ungefähr 20 PS entsprechen dürfte). Auch die Turbofraktion von Aston Martin, BMW, Ferrari und Ford muss Einbussen hinnehmen. Durchweg wurde der Ladedruck in den einzelnen Drehzahlbereichen reduziert.

Viel spannender als der Vergleich zu Spa-Francorchamps ist jedoch das Gegenüberlegen der BoP-Werte mit Le Mans 2017. Denn dabei fallen die Unterschiede weniger signifikant aus. Porsche fährt dann nur noch mit neun Kilogramm an Mehrgewicht. Ford bekommt 2018 zwölf kg Zuladung und Ferrari 23 kg (wobei die Italiener 2018 eine Evo-Version des 488 GTE einsetzen). Die Motorleistung der beiden Turbomodelle wurde im Vergleich zum Vorjahr sogar minimal erhöht. Und auch der Luftmengenbegrenzer des Porsche ist um zwei mm größer als 2017. Die Modelle von BMW und Aston Martin waren 2017 in Le Mans nicht am Start, was eine Vergleichsmöglichkeit ausschließt.

Interessant wird der Blick auf die nur in Le Mans im FIA-WEC-Trimm auflaufende Corvette C7.R. Das amerikanische Muscle-Car hat 2018 denselben Luftmengenbegrenzer wie im Vorjahr (29,5 mm) und muss nur ein Kilogramm an Gewicht (1244 kg) mitschleppen. Das macht Corvette wieder zu einem heißen Anwärter auf den Klassensieg.

Bereits 2017 wurde auch eine maximale Stint-Länge für die GTE-Wagen in Le Mans festgelegt. Diese lag bei 14 Runden. Sie schloss damals jedoch noch Stints mit 'Slow Zone' oder 'Safety Car' aus. Für 2018 wurde diese Reglung nochmals überarbeitet. Nun darf in keinem Fall mehr als 14 Umläufe mit einer Tankfüllung gefahren werden. 

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