Falsche Erwartungshaltung in Le Mans: Johann Zarco (Honda) war genervt
MotoGP-Routinier Johann Zarco blickte vor dem Catalunya-GP auf sein Heimrennen in Le Mans zurück. Das Umfeld des Franzosen erwartete einen Sieg bei Regen, was seine Nerven strapazierte.
Rückblick auf Le Mans 2025: Ein Heimsieg in Le Mans unter dem frenetischen Jubel hunderttausender Fans. Ohne Frage, dieser Sieg war für Johann Zarco ein unvergesslicher Moment. Ein Jahr später fiel die Rückkehr für den WM-Zwölften nach Le Mans anders aus. Das Wochenende forderte seinen Tribut, körperlich wie mental.
«Während des Wochenendes begann ich mich erschöpft zu fühlen», gestand Zarco. «Schon letztes Jahr fühlte ich mich von Beginn des Rennens in Le Mans müde. Zum Glück war es damals nass. Das ist körperlich weniger fordernd als ein vollkommen trockenes Rennen. Dieses Jahr war das Wochenende auch in anderer Hinsicht anstrengend: jeden zufriedenzustellen.»
Le Mans: Freitag als Lichtblick
Auch wenn es am Ende nur Platz 11 wurde, nahm Zarco positive Eindrücke mit nach Barcelona. Die Leistung am Freitag übertraf seine eigenen Erwartungen. «Es lief genauso, wie ich es mir vorgestellt hatte. Ich hatte nicht erwartet, so eine gute Rundenzeit fahren zu können. Wenn ich mich verbessern wollte, klappte es. Oft läuft es so: Du versuchst es, aber es funktioniert nicht. Das zermürbt einen. Alles kontrollieren zu können war ein gutes Gefühl.»
Genau diese Leistung sieht er als Fingerzeig für das, was möglich ist. «Nach dem Rennen analysierst du es, und du spürst, dass noch etwas gefehlt hat. Das Gute ist: Wir wissen jetzt, dass wir es können. Nun müssen wir verstehen, wie wir über ein gesamtes Wochenende so stark sein können. Das ist eine Frage der Mentalität.»
Bei Regen erwarteten viele einen Zarco-Sieg
Was den 35-jährigen regelrecht auf die Palme brachte, war die Erwartungshaltung rund um ihn und das Wetter. In Le Mans wurden für das MotoGP-Rennen Regenschauer erwartet – und mit ihnen, so der allgemeine Tenor, ein Zarco-Sieg. Doch der Regen blieb aus, das Rennen wurde bei trockenen Bedingungen gefahren.
«Ich bin der Erste, der sagt: Wenn es regnet, werde ich verrückte Dinge machen», so Zarco, dessen Tonfall dann spitzer wurde. «Was mich wirklich genervt hat, war, dass alle sagten, es würde regnen – und wenn es regnet, gewinne ich das Rennen. Das Rennen hatte noch gar nicht begonnen, und ich stand bereits als Sieger fest. Das war eine völlig verzerrte Vorstellung. Vielleicht habe ich bei Regen mehr Möglichkeiten, aber du gewinnst kein Rennen, bevor die Zielflagge gefallen ist. Diese Aussagen haben mich gestört, und ich wollte mich davon abkoppeln. Aber irgendwann beginnt es, einen zu nerven.»
In Barcelona muss Zarco nicht bei Null anfangen
Immerhin: Die kurze Pause zwischen Le Mans und Barcelona sieht Zarco als Vorteil und wagt einen kleinen Schwenk zu einem Titelkandidaten. «Normalerweise brauchst du nach einer Rennpause Zeit, um dich wieder ans Bike zu gewöhnen. Doch wir sind bereits aufgewärmt und können vom FP1 an sofort arbeiten. Wie immer, bereiten wir uns darauf vor, im Qualifying vorne zu sein. Das macht für mich einen großen Unterschied. Ich bin nicht Jorge Martin, der von der dritten Reihe startet und trotzdem gewinnt. Auf diesem Level bin ich nicht.»
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